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Ama

Ama (āma; auch Ama-Dosha, Amavisha in schwerem Zustand)

Ama bezeichnet im Āyurveda unverdaute, im Körper verbliebene Nahrungsrückstände, die durch unzureichende Verdauungsverarbeitung faulig werden und als fundamentaler Faktor bei der Entstehung zahlreicher Erkrankungen gelten. Etymologisch bedeutet āma „roh" oder „unreif" und verweist auf den unvollständig transformierten Zustand der Substanz, die im Gegensatz zur vollständig verdauten und assimilierten Nahrungsessenz steht.

Die primäre Ursache der Ama-Entstehung ist Mandāgni, das geschwächte oder reduzierte Verdauungsfeuer. Wenn Agni unzureichend wirkt, wird die initiale Nährstoffflüssigkeit (Rasa Dhātu) nicht vollständig verarbeitet; es entsteht eine rohe, schwache Substanz, die im Magen und Darm verbleibt und sich dort als Ama manifestiert. Spezifische auslösende Faktoren umfassen Ernährungsfehler wie übermäßiges Essen, Nahrungsaufnahme vor vollständiger Verdauung der vorherigen Mahlzeit (Adhyāśana) oder der Konsum unverträglicher Nahrungskombinationen (Viruddha Āśana); daneben gelten schwere, kalte, trockene oder dem Individuum widerstrebende Speisen als Ama-fördernd. Bemerkenswert ist, dass auch emotionale Zustände — Leidenschaft, Zorn, Gier, Verwirrung, Trauer oder Angst zum Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme — als auslösende Faktoren anerkannt werden. Eine besonders schwere Form stellt Amāviṣa dar, ein ausgeprägter Zustand der Toxämie infolge langandauernder schlechter Ernährungsgewohnheiten, der wie ein schnell wirkendes Gift beschrieben wird und als besonders therapieresistent gilt.

Wenn sich Ama mit Doshas, Geweben oder Ausscheidungsprodukten verbindet, werden die betroffenen Strukturen als Sama bezeichnet. Der klinische Zustand des Sama zeigt ein charakteristisches Symptombild: Srotorodha, die Obstruktion der körpereigenen Kanäle und Poren; Gaurava, ein anhaltendes Schwere- und Völlegefühl im Körper oder Abdomen; Alasya, Mattigkeit und Erschöpfung; Apakti, Verdauungsschwäche oder verzögerte Digestionskapazität; Aruci, Geschmackslosigkeit oder Appetitlosigkeit; Aṅgamarda, generalisierter Körperschmerz; Niṣṭhīvana, häufiges Speichelauspucken; sowie Malasaṅga, Obstipation oder Stauung von Flatus und Urin.

Ama steht mit einer Reihe klinisch bedeutsamer Erkrankungen in Verbindung. Āmavāta — vergleichbar der rheumatoiden Arthritis — entsteht, wenn Ama und vitiertes Vāta mehrere Gelenke befallen und zu ausgeprägtem Schmerz, Schwellung und Steifigkeit führen. Āmātisāra bezeichnet eine Diarrhöform, bei der der Stuhl ungeformt, übelriechend und mit übermäßigem Schleim vermischt ist. Zahlreiche Fieberzustände (Jvara) gehen der klassischen Überlieferung zufolge auf Ama im Magenbereich und unzureichende Verdauungskraft zurück. Die akute Phase der Rhinitis (Pratisyāya) wird als Āma- oder Apakva-Pratisyāya bezeichnet und erfordert zunächst spezifische verdauungsfördernde Maßnahmen, bevor Standardbehandlungen zur Anwendung kommen.

Der therapeutische Ansatz bei Ama folgt dem Prinzip der Apatarpaṇa (Depletionstherapie) und gliedert sich nach der Schwere des Zustands in drei Stufen. Bei geringen Ama-Mengen wird Langhana — Fasten oder Nahrungsreduktion — eingesetzt, um dem inneren Feuer die Möglichkeit zu geben, die Toxine zu „vertrocknen". In der zweiten Stufe werden digestive und karminative Kräuter (Pacana) verabreicht, um das Ama zu „reifen" und aufzulösen. Bei ausgeprägtem Ama ist schließlich Śodhana — Purifikationstherapie im Rahmen des Pañcakarma, insbesondere Vamana (Emesis) oder Virecana (Purgation) — indiziert. Von besonderer klinischer Bedeutung ist die Warnung der klassischen Quellen, dass Ama, das sich bereits in die Körpergewebe ausgebreitet hat, nicht durch Śodhana forciert ausgeschieden werden darf, bevor es durch Pacana-Maßnahmen „gereift" und in den Verdauungstrakt zurückgeführt worden ist. Der Versuch, „unreifes" Ama zu expellieren, wird mit dem Pressen einer unreifen Frucht verglichen — ein Vorgang, der zur Zerstörung der Frucht, das heißt des Körpers, führt.

Zu den spezifischen Heilmitteln zählen das Trinken von auf ein Viertel oder ein Achtel seines ursprünglichen Volumens reduziertem heißem Wasser als primäre Maßnahme zur Ama-Verdauung, der Einsatz von Śuṇṭhī (Ingwer) in Form von Pulver oder Dekokt zur Aktivierung des Agni sowie die abhyaṅga, die ayurvedische Ölmassage, die dazu beiträgt, akkumuliertes Ama aus den Geweben zu lösen und seine Ausscheidung zu erleichtern.

Gehört zur Tradition des klassischen Āyurveda.

Vgl. die Einträge Agni, Mandagni, Tridosha, Panchakarma, Vamana, Virechana und Abhyanga.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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