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Amavata

Amavata (āmavāta; Sanskrit für „Ama-bedingtes Vata"; vergleichbar mit rheumatoider Arthritis) bezeichnet im Ayurveda ein chronisches Krankheitsbild, das durch die Ansammlung von Ama, unverdauten toxischen Stoffwechselprodukten, und die gleichzeitige Störung des Vata-Dosha entsteht, wobei sich diese Substanzen in den Gelenken festsetzen. Die Erkrankung wird häufig mit der rheumatoiden Arthritis und anderen Bindegewebserkrankungen verglichen, da sie mit starken Schmerzen, Schwellungen und Steifheit in mehreren Gelenken, einschließlich der Sakroiliakalgelenke, einhergeht.

Als primärer Faktor der Krankheitsentstehung gilt die Bildung von Ama infolge von Mandagni, eines geschwächten oder beeinträchtigten Verdauungsfeuers. Wird die Nahrung nicht ordnungsgemäß verdaut, verbleibt sie im Amashaya, dem Magen-Darm-Bereich, und verwandelt sich dort in die toxische Substanz Ama. Diese zirkuliert anschließend im Körper und verstopft die Körperkanäle (Srotas), was zu einer Reihe charakteristischer Symptome führt: Srotorodha, der Verschluss von Kanälen und Poren, Gaurava, ein anhaltendes Schweregefühl im Körper, Balabhramsha, ein deutlicher Verlust an Kraft, Apakti, eine Schwächung der Verdauungskraft mit Verdauungsstörungen, sowie Aruchi, der Verlust des Appetits beziehungsweise Anorexie.

Klinisch äußert sich Amavata typischerweise durch Entzündung und Steifheit der Gelenke. Zu den zentralen Erscheinungsformen zählen die Polyarthritis, also Schmerzen und Schwellungen, die meist mehrere Gelenke zugleich betreffen, Angamarda, ein generalisierter Körperschmerz, sowie Jwara, Fieber, das die Gelenksymptome häufig begleitet. Hinzu kommt Shunata Anganam, eine lokale Schwellung einzelner Gelenke oder ein generalisiertes Ödem. Als begleitende Symptome werden vermehrter Durst (Trushna), Trägheit (Alasya), Verstopfung und vermehrtes Wasserlassen (Polyurie) genannt.

Die Behandlung von Amavata zielt darauf ab, das Agni wiederherzustellen, das angesammelte Ama zu verdauen und das gestörte Vata zu beruhigen. Innerlich angewendete Arzneien werden dabei nach drei Schweregraden unterteilt: Bei leichten Verlaufsformen kommen Pulver wie Shunthi Churna (Ingwer), Amalaki Churna und Hingwashtaka Churna zur Anregung der Verdauung zum Einsatz. Bei mittelschweren Verläufen werden Formulierungen wie Simhanada Guggulu, Rasanasaptaka Kwatha, Agnitundi Vati, Amavatari Rasa und Saubhagyasunthi Paka eingesetzt, während schwere Verlaufsformen mit potenteren Mitteln wie Vishatinduka Vati, Vatavidhwamsa Rasa, Sameerpannaga Rasa und Malla Sindura behandelt werden.

Äußerliche Therapien, einschließlich verschiedener Massageformen, gelten als wesentlich zur Linderung von Gelenksteifheit und Schmerz. Die trockene Wärmebehandlung (Rooksha Sweda), bei der mittels eines trockenen Bolus (Rooksha Pinda Sweda) oder mit Sand Wärme ohne Öl appliziert wird, wird besonders empfohlen, um überschüssige Feuchtigkeit und Ama auszutrocknen. Dhanyamla Dhara, das Übergießen des Körpers mit warmer, fermentierter Flüssigkeit über einen festgelegten Zeitraum, sowie das Auftragen wärmender Kräuterpasten (Agni Lepa) mit Tulasi, Maricha, also Pfeffer, und Nirgundi gehören ebenfalls zu den äußeren Anwendungen. Erst im sogenannten Nirama-Stadium, wenn das Ama als „verdaut" gilt, kommen spezialisierte Öle wie Visha Garbha Taila, Brihat Saindhavadi Taila und Kottamchukadi Taila zur Abhyanga-Massage zum Einsatz.

Im Rahmen der diätetischen und Lebensstilempfehlungen (Pathya) gilt der Verzehr von Ushna Jala, also Wasser, das durch Kochen auf ein Viertel oder Achtel seines ursprünglichen Volumens reduziert wurde, als spezifisches Mittel gegen Amavata, da es die Verdauung des Ama (Ama Pachana) unterstützen soll. Ingwerzubereitungen (Ardraka) werden häufig zur Anregung des geschwächten Verdauungsfeuers verordnet. Patienten wird geraten, nur bei tatsächlichem Hungergefühl zu essen und sich an leichte, fettarme Mahlzeiten wie eine Suppe aus Kulattha, Pferdebohnen, zu halten. Auch spezifische, auf Lebensmitteln basierende Zubereitungen wie KhandAmalaki und Ajmodadya Vataka finden in der Behandlung dieses Krankheitsbildes Anwendung.

Der Eintrag ist der Tradition des klassischen Ayurveda zuzurechnen; Hinweise auf eine Verbindung zur Methode Kusum Modak liegen anhand der vorliegenden Angaben nicht vor.

Vgl. die Einträge Vata, Agni, Ama, Srotas und Abhyanga.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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