
Amla
Amla (amla; auch Amala) bezeichnet im Ayurveda zum einen den sauren Geschmack (Amla Rasa), eine der sechs Grundgeschmacksrichtungen (Shadrasa) des klassischen Ayurveda, zum anderen speziell die Frucht der Amalaki-Pflanze (Phyllanthus emblica, älteres Synonym Emblica officinalis), die im Ayurveda als eines der wirkungsvollsten Rasayana, also Verjüngungsmittel, gilt. Der Begriff gehört der Tradition des klassischen Ayurveda an.
Als Geschmacksqualität (Amla Rasa)
In der Elementenlehre wird Amla Rasa vorwiegend den Elementen Erde (Prithvi) und Feuer (Agni) zugeordnet. Er wird als leicht, heiß und oleös charakterisiert. Der Kontakt mit der Zunge bewirkt vermehrten Speichelfluss, ein kribbelndes Gefühl in den Zähnen, Hautschauer sowie ein unwillkürliches Zusammenziehen von Augen und Brauen.
Hinsichtlich der Doshas mildert Amla Rasa Vata, erhöht jedoch in der Regel Kapha und Pitta. Eine bemerkenswerte Ausnahme bildet die Amalaki-Frucht, die trotz ihres sauren Geschmacks Pitta befriedet. Physiologisch wird Amla Rasa zugeschrieben, das Verdauungsfeuer (Agni) anzuregen, den Geist zu beleben, die Sinnesorgane zu festigen und Körpermasse sowie Energie zu fördern. Traditionell wird angenommen, dass übermäßiger Konsum zu Schwindel, Durst, Anämie, Hautkrankheiten wie Visarpa und einem allgemeinen Kräfteverlust führen kann.
Die Amalaki-Pflanze (Phyllanthus emblica)
Als indische Stachelbeere bekannt, wird Amalaki im Ayurveda als Rasayana und sogenanntes Alterungsstabilisierungsmittel verehrt. Obwohl die Frucht überwiegend sauer schmeckt, enthält sie traditionellen Angaben zufolge alle Geschmacksrichtungen außer der salzigen. Anders als die meisten sauren Substanzen, die erhitzend wirken, gilt Amalaki als kalt (Sheeta) in der Wirkpotenz und besitzt eine süße (Madhura) Wirkung nach der Verdauung, was sie zu einem wirksamen Mittel zur Beruhigung von Pitta und Kapha macht.
Im Bereich der therapeutischen Anwendung wird Amalaki traditionell als alterungshemmendes Mittel beschrieben, dem eine lebensverlängernde und die Jugendlichkeit erhaltende Wirkung zugeschrieben wird. Als Chakshushya gilt die Frucht traditionell als förderlich für die Sehkraft. Im Bereich von Blut und Herz wird Amalaki zur Behandlung von Raktapitta, Blutungsstörungen, eingesetzt und gilt als herzstärkend. Im Stoffwechselbereich wird sie traditionell bei Prameha, einer diabetesähnlichen Störung, und bei Amlapitta, saurem Reflux beziehungsweise Gastritis, angewendet.
Wichtige Zubereitungen
Amalaki ist Kernbestandteil zahlreicher bekannter ayurvedischer Heil- und Ernährungspräparate. Triphala, eine Kombination aus Amalaki, Haritaki und Vibhitaki, wird zur inneren Reinigung und als Augentonikum verwendet. Chyawanprash, ein komplexes Kräuterkonfekt, in dem Amalaki den Hauptbestandteil bildet, wird traditionell bei Husten, Asthma und allgemeiner Auszehrung eingesetzt. Amalaki Murabba ist ein traditionelles Konfekt, das durch Anstechen der Früchte, Einlegen in Kalkwasser und Kochen in Zuckersirup hergestellt wird und bei Verstopfung, Hämorrhoiden und Brennempfindungen in den Augen Anwendung findet. Amalaki-Öl wird hergestellt, indem getrocknete Amla-Früchte in Wasser ausgekocht und das entstehende Dekokt anschließend mit Sesamöl weitergekocht wird, bis das Wasser vollständig verdunstet ist. Der Ayurveda Aahara Compendium führt zudem spezialisierte Zubereitungen wie Avalvade, ein frittierter Snack aus Reismehl und Amla, Amalaki Vataka, medizinierte Kügelchen für die Harnwegsgesundheit, sowie Nagaramalaki Peya, einen medizinierten Brei gegen Fieber und Schlaflosigkeit.
Klinische Indikationen
Amalaki wird traditionell bei einer Reihe von Beschwerden empfohlen, darunter Pandu, Anämie, und Kamala, Gelbsucht, wobei sie häufig als Amalaki Jala, mit Amla verarbeitetes Wasser, verabreicht wird. Ebenso wird sie zur Beruhigung innerer Blutungen eingesetzt. Im Bereich der Hautgesundheit gilt Amalaki als gebräuchlicher Bestandteil von Behandlungen bei Dermatitis und anderen Hautbeschwerden, was traditionell auf ihre entzündungshemmenden Eigenschaften zurückgeführt wird.
Siehe auch die Einträge Shadrasa, Vata, Pitta, Kapha und Triphala.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


