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Anguli

Anguli (auch Angula) ist die Sanskrit-Bezeichnung für die Finger; davon abgeleitet bezeichnet Angula die Fingerbreite als grundlegende ayurvedische Maßeinheit, definiert als die Breite des Fingers der zu behandelnden oder zu vermessenden Person selbst. Der Begriff verbindet damit eine anatomische, eine spirituell-psychologische sowie eine klinisch-chirurgische Dimension.

Als Maßeinheit dient das Angula in der ayurvedischen Anthropometrie zur Bestimmung der idealen Körperproportionen: Ein gesunder Mensch soll der Überlieferung zufolge eine Körperhöhe von 84 Angulas aufweisen. Auch die Maße zahlreicher medizinischer Instrumente werden in Angulas angegeben. So variiert die Länge der Einlaufkanülen, Basti Netra genannt, abhängig vom Alter des Patienten zwischen fünf und zwölf Angulas, während chirurgische Sonden, Eshani genannt, in der Regel acht oder neun Angulas messen. In der Nasya, der nasalen Therapie, wird die Dosierungseinheit Bindu, der Tropfen, als jene Flüssigkeitsmenge definiert, die von der Hand abtropft, nachdem zwei Fingerglieder des Zeigefingers in die Flüssigkeit getaucht wurden.

Über ihre Funktion als Maßeinheit hinaus werden den Fingern eine spirituelle und psychologische Bedeutung zugeschrieben. Sie gelten als Verbindungsglieder zwischen dem inneren Geist und der äußeren Umwelt: Das Einbeziehen der Finger soll dem Geist helfen, sich zu zentrieren und „einspitzig" zu werden, und die Finger werden als Mittel verstanden, durch die mentale Zustände und Gedanken nach außen vermittelt werden. Während einer Massage wird traditionell angenommen, dass durch die Fingerspitzen des Therapeuten eine feine elektrische Energie abgegeben und von der Haut des Empfängers aufgenommen wird; aus diesem Grund wird Praktizierenden empfohlen, beim Lösen des physischen Kontakts in die Hände zu klatschen, um die eigene Energie wieder „aufzuladen".

In der chirurgischen und klinischen Anwendung kommen spezielle, auf den Finger bezogene Instrumente zum Einsatz. Der Anguli Tranaka, der Fingerschutz, ist ein hohles, meist vier Angulas langes Instrument aus Holz oder Elfenbein, das den Finger schützt und seine Streckung während medizinischer Eingriffe erleichtert. Das Anguli Shastra, das Fingermesser, ist ein scharfes chirurgisches Werkzeug, das über das erste Glied des Zeigefingers gestülpt und üblicherweise mit einem Faden am Finger befestigt wird; es dient Exzisionen oder dem Spalten von Gewebe, insbesondere im Rachenbereich. Eine zentrale diagnostische Anwendung der Finger ist die Nadi Pariksha, die Pulsdiagnose, bei der der Therapeut mit Zeigefinger, Mittelfinger und Ringfinger den Puls am Handgelenk erfühlt, um das Gleichgewicht von Vata, Pitta und Kapha zu bestimmen.

Innerhalb der Abhyanga-Sequenz, der ölbasierten Massage, werden die Finger mit spezifischen Techniken behandelt. Die Quetschtechnik, die mit dem Bild des Kuhmelkens umschrieben wird, setzt eine kreuzweise Bewegung ein, um nährstoffreiche Flüssigkeiten in Richtung der Extremitäten zu drängen und Spannungen zu lösen. Jedes Fingergelenk wird zudem einzeln sanft seitwärts gedreht und anschließend gezogen, was traditionell als stimulierend für die Wachstumshormone und schmerzlösend gilt. Zur Nagelpflege wird empfohlen, auf jeden Fingernagel einen Tropfen Öl zu geben, um Verhärtung und Rissigkeit vorzubeugen und ein gesundes Erscheinungsbild zu erhalten.

Die einzelnen Finger tragen eigene Namen und sind teilweise mit Marma-Punkten verknüpft: Angushtha bezeichnet den Daumen, Tarjani den Zeigefinger, der zugleich Sitz eines Marma-Punktes ist, Madhyama den Mittelfinger, Anamika den Ringfinger und Kanishthika den kleinen Finger, der ebenfalls einem Marma-Punkt zugeordnet ist.

Als sprachlich verwandter Begriff ist Pañcāngula, wörtlich „fünffingrig", zu nennen, ein Sanskrit-Synonym für den Rizinus, Eranda, dessen Blätter in ihrer Form an eine fünffingrige Hand erinnern.

Siehe auch die Einträge Marma, Vata, Pitta, Kapha, Abhyanga und Nasya.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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