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Anjana

Anjana (añjana; auch Anjana Karma)

Anjana bezeichnet eine klassische therapeutische Maßnahme des Ayurveda, bei der ein mediziertes Kollyrium — eine Augensalbe, ein Gel, ein Pulver oder eine feste Zubereitung — auf die innere Oberfläche der Augenlider aufgetragen wird. Das Verfahren dient der Pflege und Stärkung des Sehorgans, der Verbesserung der Sehkraft sowie der Behandlung okularer Erkrankungen und gehört zu den klassischen lokalen Therapien des Kopfbereichs innerhalb des ayurvedischen Behandlungssystems.

Die Klassifikation von Anjana erfolgt nach zwei Gesichtspunkten: der therapeutischen Wirkrichtung und der physischen Form der Zubereitung. Hinsichtlich der Wirkrichtung werden drei Typen unterschieden. Lekhana bezeichnet eine schabend-reinigende Anwendung, die bei ausgeprägten Dosha-Überschüssen im Auge zum Einsatz kommt. Ropana wirkt heilend und wird bei Wunden oder Ulzerationen des Auges eingesetzt. Drishti Prasadana schließlich hat eine klärende und beruhigende Wirkung und dient der Aufhellung und Stärkung des Sehvermögens. Die physische Form der Zubereitung korrespondiert mit dem Ausmaß des Dosha-Ungleichgewichts: Pinda, eine feste Pillen- oder Stäbchenform (auch Varti genannt), wird bei tiefgreifenden Störungen verwendet; Rasakriya, eine gelförmige Zubereitung, kommt bei mittelschweren Imbalancen zum Einsatz; Churna, ein feines Pulver, ist bei milden Zuständen indiziert.

Zur Applikation wird ein eigens hierfür gefertigter Stab verwendet, die Anjana Shalaka, die traditionell eine Länge von zehn Angula aufweist und an beiden Enden knospenförmig ausgebildet ist. Das Material der Shalaka richtet sich nach der Art der Behandlung: Kupfer wird für Lekhana verwendet, Eisen oder alternativ ein Finger für Ropana, Gold oder Silber für die Prasadana-Anwendung. Nach dem Auftragen soll der Patient die Augäpfel langsam und gleichmäßig bewegen und die Lider sanft massieren, um die Verteilung des Mittels zu begünstigen. Ein sofortiges Zusammenkneifen oder Auswaschen der Augen nach der Applikation ist zu vermeiden.

Hinsichtlich der Anwendungszeitpunkte unterscheidet die klassische Überlieferung zwischen verschiedenen Präparaten und Wirktypen. Sauvira Anjana, eine Standardzubereitung zur allgemeinen Augenpflege, wird täglich empfohlen. Rasanjana, ein wässriger Extrakt aus Berberis aristata, gilt als stärker wirksames Mittel zur Ableitung überschüssigen Kaphas aus dem Auge und wird daher nur einmal wöchentlich oder im Abstand von fünf bis acht Tagen angewendet. Als allgemeine Regel gilt, dass Anjana am Morgen oder Abend außerhalb der Hauptlichtzeiten aufzutragen ist. Scharfe oder evacuierende Kollyriumtypen sollten ausdrücklich nachts angewendet werden, da das Auge durch die intensive Behandlung bereits geschwächt wird und zusätzliches Tageslicht diesen Zustand verschärfen würde.

Anjana ist indiziert bei Personen, deren Körper durch vorausgehende Reinigungsverfahren wie Vamana oder Virechana vorbereitet wurde und bei denen Doshas nachweislich im Auge lokalisiert sind. Zu den behandelbaren Symptomen zählen zähflüssige Sekretionen, leichte Schwellungen, starker Juckreiz und Schleimigkeit der Augen. Als spezifische Krankheitsbilder werden Abhishyanda, verschiedene Formen der Konjunktivitis, sowie Adhimantha, das dem klassischen Glaukom angenähert wird, genannt. Traditionell wird angenommen, dass Anjana die Sehkraft klärt, das Erscheinungsbild der Augen belebt und das Organ langfristig vor Erkrankungen schützt.

Die Kontraindikationen sind zahlreich und betreffen sowohl psychische als auch physische Zustände. Anjana soll nicht angewendet werden bei Angst, Zorn oder Trauer; bei Fieber oder Kopfschmerzen; unmittelbar nach Vamana, Virechana oder einem Kopfbad; bei bedecktem Himmel oder vorliegender Verdauungsschwäche; sowie bei Hunger oder Durst. Diese Kontraindikationen weisen auf das klassische ayurvedische Verständnis hin, wonach die Empfänglichkeit des Gewebes und der Kanalssysteme (Srotas) im Moment der Anwendung entscheidend für den Therapieerfolg ist.

Im weiteren Umfeld von Anjana sind zwei verwandte Zubereitungen zu nennen. Kajal ist eine in Indien weit verbreitete Form des Kollyriums, das traditionell täglich zur Pflege und Verschönerung der Augen sowie zur Sehkräftigung verwendet wird; häufig enthält es Kampfer aufgrund seiner kühlenden Eigenschaften, der bei der Anwendung bei Säuglingen jedoch weggelassen wird. Surma ist ein Pulverkollyrium auf Antimoniumbasis, das mit Kräutern oder mineralischen Pulvern wie Perl- oder Smaragdpulver aufbereitet werden kann.

Zu verwandten Begriffen und Verfahren siehe die Einträge Kavala, Gandusha, Navana sowie Dinacharya.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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