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Ardita

Ardita (ardita; Sanskrit für „Gesichtslähmung") bezeichnet im Ayurveda die Fazialisparese beziehungsweise Gesichtslähmung. Die Erkrankung wird primär als Vata-Störung klassifiziert und tritt sowohl als eigenständiges Krankheitsbild als auch als begleitende Erscheinung von Pakshaghata, der Hemiplegie beziehungsweise dem Schlaganfall, auf.

Als Leitsymptom und zugleich verbindliches diagnostisches Kriterium gilt die Gesichtsverziehung, Vaktrardha Vakreekarana, die sich typischerweise als einseitige Schwäche der Gesichtsmuskulatur zeigt und mit Verlust motorischer oder sensorischer Funktionen einhergehen kann. Die klassischen Texte unterscheiden zudem ein eigenes Stadium, Ardita-Vega, das der transitorischen ischämischen Attacke beziehungsweise dem reversiblen ischämischen neurologischen Defizit entspricht. Dieses Stadium ist meist selbstlimitierend und reversibel, erfordert jedoch eine vorbeugende Behandlung, um einem Wiederauftreten entgegenzuwirken.

Als Ursachen von Ardita gilt vor allem ein gestörtes Vata-Dosha, das durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann. Im Verhalten wird insbesondere die Unterdrückung des natürlichen Niesreizes als Ursache der Gesichtslähmung genannt. Diätetisch kann ein übermäßiger Verzehr bitter schmeckender Substanzen, aufgrund ihrer rauen und nicht-öligen Eigenschaften, zu Vata-bedingten Erkrankungen einschließlich der Gesichtslähmung führen. Häufig tritt Ardita auch sekundär als Begleiterscheinung einer durch gestörtes Vata verursachten Lähmung auf, bei der die Gefäße (Sira) und Bänder beziehungsweise Sehnen (Snayu) im Kopfbereich betroffen sind.

Die Behandlung von Ardita zielt darauf ab, das Vata zu beruhigen und die Funktion der Gesichtsnerven und -muskulatur durch verschiedene innerliche und äußerliche Therapien wiederherzustellen. Der Nase wird dabei als „Tor zum Kopf" eine zentrale Rolle zugeschrieben, weshalb der nasalen Medikation, Nasya, besondere Bedeutung zukommt; die Anwendung medizinierter Tropfen, insbesondere Anutaila, soll den Sinnesorganen Kraft verleihen und die Gesichtslähmung lindern. Auch Wärmebehandlungen (Swedana), darunter die Anwendung medizinierten Milchdampfes (Ksheera Dhooma), gelten als wirksam. Zu den Anwendungen am Kopf und der Kopfhaut zählen Shirodhara, das Übergießen des Kopfes mit medizinierten Flüssigkeiten, Shirobasti, bei dem Öl auf dem Kopf gehalten wird, sowie Moordhnitaila. Ergänzend werden Karnapoorana, das Befüllen der Ohren mit Öl, und Akshi Tarpana, die entsprechende Anwendung an den Augen, in das Behandlungsprotokoll einbezogen. Auch die Massage von Kopf und Nackenregion wird empfohlen, um die Bewegung des Vata zu regulieren.

Unter den medizinischen und diätetischen Zubereitungen werden spezifische, für Ardita indizierte Rezepte genannt, darunter Chandramrita Sravini Shikhirini, eine joghurtbasierte Zubereitung, sowie Kanjika Vataka. Auch der Verzehr von getrocknetem Fisch (Alikamatsya) wird als besonders hilfreich zur Linderung von Ardita Vata und von Kieferklemme (Hanustambha) beschrieben.

Personen, die an Gesichtslähmung leiden, wird traditionell geraten, bestimmte Einschränkungen zu beachten, um eine Verschlimmerung des Zustands zu vermeiden: Das Zähneputzen mit Holzstäbchen oder Bürsten ist kontraindiziert, ebenso wird vom Baden im Allgemeinen abgeraten.

Der Eintrag ist der Tradition des klassischen Ayurveda zuzurechnen; Hinweise auf eine Verbindung zur Methode Kusum Modak liegen anhand der vorliegenden Angaben nicht vor.

Siehe auch die Einträge Vata, Pakshaghata, Nasya und Shirodhara.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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