
Asthapana Basti
Asthapana Basti (asthāpana basti; auch Niruha Basti)
Asthapana Basti bezeichnet einen medizinischen Einlauf auf Basis von Kräuterabkochungen und gehört zu den fünf klassischen Reinigungstherapien (śodhana) des Panchakarma. Der Begriff asthāpana leitet sich vom Sanskrit ab und bedeutet sinngemäß „einsetzen" oder „etablieren" und verweist auf die stabilisierende, das doṣa-Gleichgewicht wiederherstellende Wirkabsicht des Verfahrens. In der Fachliteratur wird Asthapana Basti häufig synonym mit Niruha Basti verwendet, wobei letztere Bezeichnung die ausleitende Qualität der Therapie betont, während Asthapana den regulierenden Aspekt in den Vordergrund stellt. Als nicht-ölbasierter Einlauf steht er dem Anuvasana Basti gegenüber, mit dem er in der Praxis häufig alternierend kombiniert wird.
Die Behandlungsflüssigkeit wird nach einer festgelegten Methode aus mehreren Bestandteilen zusammengestellt. Als Hauptmedium dient eine Kräuterabkochung (kvātha), der Honig (madhu), Steinsalz (saindhava lavaṇa), mediziniertes Öl oder Ghee sowie eine Kräuterpaste (kalka) beigefügt werden. Als Kräuterbasis der Paste werden unter anderem madanaphala, pippalī und vacā (Acorus calamus) genannt. Die genaue Zusammensetzung variiert je nach individueller Konstitution des Patienten und der zu behandelnden Erkrankung.
Da der Dickdarm im klassischen Ayurveda als primärer Sitz von vāta gilt, entfaltet Asthapana Basti seine Hauptwirkung an jenem Ort, an dem vāta-Störungen ihren Ursprung nehmen. Das therapeutische Indikationsspektrum ist entsprechend weit gefasst. Im Bereich des Verdauungstrakts und des Abdomens werden abdominale Raumforderungen (gulma), Blähungen (ānāha), chronische Obstipation, Milzerkrankungen und abdominale Schmerzen angeführt. Den Bewegungsapparat betreffend gilt die Therapie traditionell als indiziert bei Gicht (vātarakta), Ischias (gṛdhrasī), Lähmungszuständen sowie Schmerzen in Gelenken, Knochen und im unteren Rücken (kaṭigraha). Im urogenitalen Bereich finden sich Harnsteine (aśmarī), Störungen des Urin- oder Samenflusses sowie Menstruationsbeschwerden wie Amenorrhoe. Darüber hinaus wird Asthapana Basti bei chronischem Fieber (jīrṇajvara), Abmagerung und allgemeiner Schwäche eingesetzt.
Die Durchführung setzt eine Vorbereitung durch snehana (Oleation) und svedana (Wärmetherapie) voraus. Die Verabreichung erfolgt grundsätzlich auf nüchternen Magen. Als bevorzugte Jahreszeit gilt die Regenzeit (varṣā ṛtu), da vāta in dieser Periode nach klassischer Überlieferung physiologisch erhöht und leichter auszuleiten ist. Die Lagerungsposition des Patienten ist die linke Seitenlage mit gebeugtem und zum Bauch gezogenem rechten Bein. Hinsichtlich der Retentionszeit unterscheidet sich Asthapana Basti vom Anuvasana Basti: Die Flüssigkeit sollte mindestens zwanzig Minuten im Körper verbleiben, die Maximalgrenze wird in den klassischen Quellen mit einem muhūrta – entsprechend achtundvierzig Minuten – angegeben. Ein Überschreiten dieser Zeitspanne gilt der Überlieferung zufolge als gefährlich und erfordert therapeutische Gegenmaßnahmen. In festen Behandlungszyklen, dem dreißigtägigen Karma Basti, dem fünfzehntägigen Kala Basti und dem achttägigen Yoga Basti, wird Asthapana Basti in wechselnder Abfolge mit dem Anuvasana Basti verabreicht, um eine Austrocknung des Dickdarms zu vermeiden und alle drei doṣas in das Gleichgewicht zu bringen.
Kontraindiziert ist die Therapie bei akuter Verdauungsschwäche (alpa agni), Indigestion (ajīrṇa), unmittelbar nach einer Erbrechenskur (vamana) oder Abführtherapie (virechana) sowie bei Schwangeren, insbesondere ab dem siebten Monat, bei Kindern und stark geschwächten älteren Personen. Ferner gelten akuter Schnupfen (pīnasa), schwerer Husten, Asthma, Darmverschluss (badhodara) und Aszites (udakodara) als Ausschlusskriterien.
Gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und des Panchakarma-Systems.
Ergänzend sei auf die Einträge Basti, Niruha Basti, Anuvasana Basti, Panchakarma und Vata verwiesen.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


