
Asthi
Asthi (asthi; auch Asthi Dhātu)
Asthi bezeichnet die Knochen und Zähne des menschlichen Körpers und gilt als das fünfte der sieben fundamentalen Körpergewebe, die im klassischen Ayurveda unter dem Begriff Sapta Dhātu zusammengefasst werden. Der Sanskrit-Begriff asthi ist etymologisch mit dem Konzept des Festen und Dauerhaften verbunden und verweist unmittelbar auf die charakteristische Härte und Stabilität des Knochengewebes. Als strukturgebendes Dhātu par excellence bildet Asthi das innere Gerüst des Körpers und ist für die Aufrechterhaltung seiner Form und Integrität unerlässlich.
Die Entstehung von Asthi Dhātu erfolgt aus der Nähressenz des vorangehenden Gewebes, Meda Dhātu, durch metabolische Transformation mittels der gewebespezifischen Stoffwechselfeuer, der Dhātvagni. Elementar wird Asthi vorrangig dem Erdelement (Pṛthvī) zugeordnet, das dem Knochengewebe seine charakteristische Dichte, Masse und Härte verleiht. Aus seiner Nähressenz geht das nachfolgende Gewebe, Majjā Dhātu, das Knochenmark, hervor. Von besonderer dosha-theoretischer Bedeutung ist die enge Verbindung von Asthi mit dem Vata-Dosha: Der Knochen gilt als primärer Sitz und Wohnort des Vata im Körper, weshalb viele Knochenerkrankungen in der klassischen Überlieferung als klinische Manifestationen eines Vata-Ungleichgewichts verstanden werden.
Die primäre physiologische Funktion von Asthi wird als Dhāraṇa beschrieben, was mit Tragen, Stützen und Gestatten von Form zu übersetzen ist. Asthi fungiert als inneres Stützgerüst, das die Muskeln trägt und die inneren Organe schützt, und gibt dem Körper seine äußere Gestalt und aufrechte Haltung.
Die Qualität des Asthi wird klinisch anhand charakteristischer Merkmale beurteilt. Personen mit ausgeprägter Asthisāra, also einer Exzellenz des Knochengewebes, weisen klassischen Quellen zufolge prominente und kräftige Fersen, Knöchel, Knie, Ellenbogen, Schlüsselbeine, ein markantes Kinn und einen fest gebauten Kopf auf. Traditionell werden solchen Personen Enthusiasmus, Ausdauer, körperliche Aktivität, ein fest gefügter Körperbau und eine lange Lebensspanne zugeschrieben. Eine abnorme Zunahme (Vṛddhi) des Asthi äußert sich nach klassischer Auffassung in übermäßigem Knochenwachstum sowie im Auftreten zusätzlicher Zähne, die in den klassischen Texten als Adhi-Asthi beziehungsweise Adhi-Danta bezeichnet werden. Eine Verminderung (Kṣaya) des Knochengewebes führt traditionellen Quellen zufolge zu Gelenkschmerzen (Asthi-Toda), Ausfall von Haaren, Nägeln, Barthaaren und Zähnen sowie zu einem allgemeinen Erschöpfungszustand. Eine besondere klinische Konstellation stellt die Beteiligung von Fieber (Jvara) auf der Ebene des Knochengewebes dar: Wenn Fieber bis in das Asthi eindringt, sollen sich klassischer Beschreibung zufolge reißende Knochenschmerzen (Asthi-Bheda), Stöhnen und Atemnot (Śvāsa) einstellen.
Die Körperkanäle, die Nährstoffe zum Knochengewebe transportieren, werden als Asthivaha Srotas bezeichnet; ihre Wurzeln werden in den Fettdepots (Medas) und im Gesäßbereich (Nitamba) lokalisiert. Eine Obstruktion dieser Kanäle soll nach klassischer Auffassung zu einer Degeneration des Knochengewebes führen.
Zur Behandlung von Störungen im Bereich des Knochengewebes empfiehlt das klassische Ayurveda therapeutische Maßnahmen, die vorrangig auf die Ausgleichung des Vata-Dosha und die Nährung des Erdelements ausgerichtet sind. Als wirksamste Therapie bei Knochenerkrankungen gilt Basti, der medizierte Einlauf, der insbesondere mit Milch und Ghee, verarbeitet mit bitteren Kräutern, angewendet wird. Der regelmäßigen Ölmassage (Abhyaṅga) wird eine direkte nährende Wirkung auf alle Dhātu einschließlich des Asthi zugeschrieben; traditionell wird angenommen, dass sie die Gewebsstärke erhält und den Alterungsprozess verlangsamt. Von den 107 klassischen Marma-Punkten des Körpers werden mehrere als Asthi Marma klassifiziert, als knöcherne vitale Energiepunkte an Stellen, wo Knochen aufeinandertreffen. Verletzungen dieser Punkte gelten als besonders folgenschwer und werden mit starken Schmerzen oder einem Funktionsverlust des betreffenden Dhātu in Verbindung gebracht.
Asthi Dhātu gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und ist in der Caraka Saṃhitā und der Suśruta Saṃhitā eingehend behandelt, wobei die enge Verbindung mit dem Vata-Dosha in beiden Texten als klinisch grundlegend hervorgehoben wird.
Zu verwandten Begriffen siehe Meda Dhātu, Majjā Dhātu, Sapta Dhātu, Vata, Basti, Abhyaṅga, Asthi Marma und Asthivaha Srotas.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


