
Brahmarandhra
Brahmarandhra (brahmarandhra; auch Brahmāṇḍa, Brahmarandhr)
Brahmarandhra bezeichnet im klassischen Ayurveda und in der yogischen Überlieferung einen anatomisch und energetisch herausgehobenen Punkt am Scheitel des Schädels, der der Fontanelle entspricht. Der Begriff setzt sich aus brahman (das universale Bewusstsein, das Absolute) und randhra (Öffnung, Loch, Tor) zusammen und verweist damit auf die diesem Ort zugeschriebene Funktion als Eingangs- und Ausgangspforte des Bewusstseins. In einigen Quellen wird der Begriff mit Brahmāṇḍa gleichgesetzt, was jedoch terminologisch zu unterscheiden ist, da letzterer Begriff primär das kosmische Ei bezeichnet.
Anatomisch wird Brahmarandhra auf der Mittellinie des Schädels lokalisiert, genau acht Fingerbreiten (aṅgula) oberhalb des Dritten Auges (Ājñā Cakra), und entspricht dem Adhipati-Marma der klassischen Marma-Lehre. Intern wird der Punkt mit dem Hohlraum zwischen den beiden Großhirnhemisphären in Verbindung gebracht. Bei Neugeborenen ist diese Stelle als Fontanelle tastbar offen; traditionell wird beschrieben, dass sie sich im Alter von sechs bis neun Monaten knöchern schließt und verhärtet. In der Sprache der Yogis wird Brahmarandhra als das zehnte Tor des Körpers bezeichnet, in Ergänzung zu den neun übrigen Körperöffnungen.
In der spirituellen Überlieferung gilt Brahmarandhra als Sitz des Selbst und als Aufenthaltsort des Bewusstseins im Zustand des Samādhi, dem Zustand bewusster Nicht-Gerichtetheit. Traditionell wird angenommen, dass Prana, wenn es beim Tod durch dieses Tor den Körper verlässt, dem Individuum weitere Geburten erspart. Im Kontext der Kuṇḍalinī-Praxis befindet sich Brahmarandhra im direkten Aufstiegspfad der Schlangenenergie, die durch den zentralen Feinstoffkanal Suṣumnā nach oben fließt. Darüber hinaus wird dem Brahmarandhra in einigen Quellen die Fähigkeit zugeschrieben, subtile Umgebungsenergien einschließlich pranischer Energie und solarer Strahlung aufzunehmen, was als rhythmisches Atmen dieser Stelle beschrieben wird. Diese Aussagen sind als Ausdruck traditioneller Überzeugungen zu verstehen.
In der therapeutischen Praxis wird dem Auftragen nährender Öle auf diesen Bereich eine beruhigende und stärkende Wirkung auf das Nervensystem zugeschrieben; das Öl gilt traditionell zugleich als Leiter atmosphärischer Energien und als kühlend für den Kopf. Als ergänzende Behandlungen werden das Auftragen von Sandelholzpaste (candana) oder Malai — der Haut aufgekochter Milch — empfohlen, denen geistberuhigende und systemregulierende Eigenschaften zugeschrieben werden. In der yogischen Praxis wird Nāda Yoga, das Chanten von Aum in tiefer, vibrierender Stimmlage, als Methode beschrieben, diesen Bereich durch Klangvibration zu stimulieren und energetisch zu aktivieren.
Gehört mehreren Traditionen an: Das Konzept entstammt der yogischen und tantrischen Überlieferung; die Verbindung zum Adhipati-Marma und zur therapeutischen Ölbehandlung verankert den Begriff zugleich im klassischen Ayurveda.
Zu verwandten Begriffen siehe die Einträge Adhipati Marma, Ajna, Prana, Sushumna sowie Kundalini.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


