
Brihmana
Brihmana (bṛhmaṇa; Sanskrit für „aufbauend, stärkend"; auch Brmhana, Brimhana) bezeichnet im Ayurveda die aufbauende beziehungsweise gewebeverstärkende Therapieform. Sie bildet eine der beiden grundlegenden Behandlungskategorien und zielt darauf ab, die Körpergewebe (Dhatus) aufzubauen und die physische Masse zu vermehren, im Gegensatz zu Langhana, der reduzierenden beziehungsweise verschlankenden Therapie.
In ihrer elementaren Grundlage wird Brihmana vorrangig von den Elementen Erde (Prithvi) und Wasser (Ap) bestimmt. Die für diese Therapie eingesetzten Substanzen sind typischerweise schwer (Guru), ölig (Snigdha) und sättigend (Santarpana). Brihmana gilt als primäre Behandlung für ein gestörtes Vata, da sie der natürlichen Leichtigkeit und Trockenheit des Vata entgegenwirkt; daneben dient sie auch als palliative Maßnahme (Shamana) bei kombinierten Vata-Pitta-Ungleichgewichten.
Die Quellen nennen mehrere Personengruppen und Zustände, denen diese Therapie zugutekommt: Personen, die schlank, ausgezehrt, verwundet oder geschwächt sind, ebenso wie Menschen in bestimmten Lebensphasen, etwa Vruddha, ältere Personen, Bala, Kinder, und Garbhini, schwangere Frauen. Auch Personen, die durch Krankheit, intensive medikamentöse Behandlungen, Trauer, übermäßiges Gehen oder einen übermäßigen Genuss von Alkohol oder sexueller Aktivität ausgezehrt sind, profitieren von Brihmana. Traditionell wird die Therapie besonders während des Sommers (Greeshma) empfohlen, wenn die Intensität der Sonne die natürliche Kraft des Körpers schwächt.
Der Gewebeaufbau erfolgt über ein umfassendes Regime aus Diät, Lebensführung und klinischen Verfahren. Diätetisch wird der Verzehr von Fleischsuppe, besonders von Haus-, Sumpf- oder Wassertieren, gut gekochtem Fleisch, Milch, Ghee, Joghurt, neuem Reis, schwarzen Linsen, Weizen und Zuckerrohrprodukten empfohlen. Zu den äußerlichen Anwendungen zählen die tägliche Ölmassage (Abhyanga), Kräuterbäder, ölige Einreibungen sowie der Gebrauch von Duftstoffen und Blumenkränzen. In der Lebensführung wird Wert auf ausreichenden Schlaf, ein angenehmes Bett, einen entspannten Geist sowie die Vermeidung geistiger Arbeit, sexueller Aktivität und körperlicher Anstrengung gelegt. Unter den klinischen Therapien gilt die Verabreichung süßer und öliger Einläufe (Basti) als universeller Förderer des Gewebeaufbaus. Auch Heilmittelgruppen wie die Jivaniya Gana, eine restaurative Kräutergruppe, und die Vidaryadi Gana werden zur Stärkung des Körpers und seiner Gewebe eingesetzt.
Eine sachgerecht durchgeführte Brihmana-Therapie führt zu einer Steigerung der körperlichen Kraft und Fülle, zur Beseitigung von Mängeln, die mit Untergewicht oder Schlankheit einhergehen, sowie zu einer verbesserten Immunität und Langlebigkeit.
Eine über das erforderliche Maß hinausgehende Anwendung der aufbauenden Therapie, als Ati-Brimhana bezeichnet, kann hingegen schädlich sein. Die wichtigste Nebenwirkung ist Atisthaulya, eine ausgeprägte Adipositas; daneben können systemische Erkrankungen wie Diabetes (Meha), Hauterkrankungen (Kushta), Fieber, Bauchauftreibung (Udara) und Analfisteln ausgelöst werden. Tritt eine derartige Adipositas auf, gilt sie als schwer behandelbar, da weder eine einfache Brimhana- noch eine Langhana-Therapie den daraus resultierenden Überschuss an Fett und Vata leicht überwinden kann; in solchen Fällen wird traditionell angenommen, dass Auszehrung leichter zu behandeln ist als Adipositas.
Der Eintrag ist der Tradition des klassischen Ayurveda zuzurechnen; Hinweise auf eine Verbindung zur Methode Kusum Modak liegen anhand der vorliegenden Angaben nicht vor.
Vgl. die Einträge Langhana, Vata, Abhyanga und Basti.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


