
Deepaniya
Deepaniya (dīpanīya; Sanskrit für „entzündend, anregend"; auch Deepana)
Deepaniya bezeichnet im Ayurveda, ähnlich Begriffen wie Pushtikara oder Shramahara, eine funktionale Eigenschaftskategorie: Sie wird natürlichen Substanzen zugeschrieben, die das Verdauungsfeuer (Jatharagni) entzünden und den Appetit steigern. Solche Substanzen gelten als grundlegend für die Erhaltung der Stoffwechselgesundheit und werden häufig zur Behandlung von Verdauungsstörungen eingesetzt.
Deepaniya-Mittel wirken, indem sie den Hunger anregen und die Kraft der Verdauungssäfte erhöhen, ohne dabei notwendigerweise das angesammelte Ama selbst zu verdauen. Sie werden zu den sieben Arten der Shamana-Behandlung, der palliativen Therapie, gezählt, deren Ziel es ist, gestörte Doshas zur Normalität zurückzuführen, ohne sie aus dem Körper auszuleiten. Besondere Bedeutung kommt Deepaniya-Substanzen bei der Behandlung von Mandagni, einem schwachen oder geringen Verdauungsfeuer, sowie Agnimandya, dem Appetitverlust, zu.
Mehrere Einzelkräuter und Lebensmittel sind klassisch für ihre Deepana-Eigenschaft bekannt. Ingwer (Nagara beziehungsweise Ardraka) soll den Hunger steigern, die Verdauung fördern und Bauchkrämpfe lindern. Chitraka gilt als wirksames Kraut zur Anregung des Verdauungsfeuers und wird häufig in Zubereitungen wie Chitrakadi Vati eingesetzt. Dhanyaka, der Koriander, soll den Genuss am Essen steigern und den Appetit anregen, während Bilva traditionell bei Appetitlosigkeit und Malabsorption verzehrt wird. Pippali, der Lange Pfeffer, gilt als gutes Appetitanregungs- und Verdauungsmittel, Jiraka, Kreuzkümmel, wird häufig in kulinarischen und medizinischen Zubereitungen zur Steigerung des Hungers eingesetzt, und Hingu, Asafoetida, ist für seine starke verdauungsfördernde Wirkung und seine Fähigkeit, den Geschmack zu fördern, bekannt.
Auch mehrere gebräuchliche Zubereitungen weisen Deepaniya-Eigenschaften auf. Ghee unterscheidet sich, obwohl es ähnliche Eigenschaften wie Milch aufweist, dadurch, dass es spezifisch die Verdauungskraft steigert. Heißes Wasser wird klassisch als Deepana beschrieben, da es den Hunger anregt und zur Reinigung der Harnblase beiträgt. Peya und Vilepi, flüssige beziehungsweise halbfeste Reisbreie, kommen in der täglichen Routine sowie in der Rekonvaleszenz zum Einsatz, um den Appetit anzuregen und die Verdauung zu unterstützen. Takra, Buttermilch, wird häufig mit Gewürzen wie Ingwer oder Kreuzkümmel zubereitet, um seine appetitfördernde Wirkung zu verstärken. Dhanyamla, fermentierte Flüssigkeiten, und Madya, maßvoll genossener Wein, gelten als fähig, tief einzudringen und die Verdauung anzuregen.
Unter den komplexeren Deepaniya-Formulierungen findet sich Deepaniya Panchmula, eine Gruppe von fünf Wurzeln, die speziell für ihre verdauungsanregende Wirkung verwendet wird, sowie Agnitundi Vati, eine Tablette, die bei Appetitlosigkeit und verschiedenen Vata-bedingten Gelenkerkrankungen eingesetzt wird. Hinguvastaka Churna gilt als Standardpulver gegen Blähungen und allgemeine Bauchbeschwerden, während Raga und Shadava verschiedene Appetitanreger und Beilagen mit scharfem, saurem und salzigem Geschmack bezeichnen.
Der Eintrag ist der Tradition des klassischen Ayurveda zuzurechnen; Hinweise auf eine Verbindung zur Methode Kusum Modak liegen anhand der vorliegenden Angaben nicht vor.
Siehe auch die Einträge Agni, Ama, Ajirna und Pushtikara.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


