
Gandusha
Gandusha (gaṇḍūṣa; auch Gandoosha; vgl. Kavala)
Gandusha bezeichnet ein ayurvedisches Verfahren, bei dem eine flüssige Heilsubstanz in vollständiger Füllung im Mund gehalten wird, ohne dass eine Bewegung der Flüssigkeit möglich ist. Es zählt zu den wichtigsten Therapien zur Erhaltung der Mundgesundheit sowie zur Behandlung von Störungen des Mundes, des Rachens und des Kopfbereichs.
Etymologisch leitet sich gaṇḍūṣa von gaṇḍa (Wange, Backe) ab und verweist auf die vollständige Füllung der Wangenpartie mit der therapeutischen Flüssigkeit.
Die klassische Überlieferung unterscheidet vier funktionale Typen von Gandusha, die sich nach therapeutischem Ziel und verwendeten Substanzen richten. Der snigdha (ölige, lubrizierende) Typ verwendet mit süßen, sauren und salzigen Kräutern verarbeitete Öle zur Regulierung von Vata-Störungen. Der śamana (palliative) Typ setzt bittere, adstringierende und süße Kräuter zur Linderung von Pitta-Ungleichgewichten ein. Der śodhana (reinigende) Typ verwendet bittere, scharfe, saure und salzige Kräuter mit wärmenden Eigenschaften zur Ausleitung von überschüssigem Kapha. Der ropaṇa (heilende) Typ schließlich nutzt adstringierende und bittere Kräuter zur Unterstützung der Gewebeheilung bei Geschwüren oder Wunden im Mundbereich.
Gandusha ist von der verwandten Technik kavala klar abzugrenzen. Während bei Gandusha der Mund vollständig mit Flüssigkeit gefüllt wird, sodass jede Bewegung ausgeschlossen ist, wird bei kavala eine geringere Flüssigkeitsmenge verwendet, die im Mund bewegt oder gegurgelt werden kann. Beide Verfahren gehören zur Gruppe der oralen Therapien, unterscheiden sich jedoch in Volumen, Bewegungsfreiheit und Intensität der Anwendung.
Die verwendeten Flüssigkeiten (drava) können roh oder aufbereitet sein und werden dem Zustand des Patienten entsprechend ausgewählt. Als Fettträger kommen medizierte Öle wie Sesamöl, ghṛta oder Muskelfett in Frage. Als flüssige Träger werden Milch, in Wasser gelöster Honig, fermentierter Getreidebrei (śukta), Wein (madya), Fleischbrühe (māṃsarasa) oder tierischer Urin (mūtra) beschrieben. Für spezifische Indikationen wie Zahnempfindlichkeit (dantaharṣa) oder lockere Zähne (dantacāla) wird eine lauwarme oder kühle Mischung aus Wasser und Sesamsamenpaste (tilakalkodaka) empfohlen. Bei Stomatitis (mukhapāka) findet häufig Krishnadi Taila Anwendung.
In technischer Hinsicht sieht das klassische Verfahren vor, dass der Patient in einem zugfreien Bereich im Sonnenlicht sitzt. Schultern und Nacken werden vor der Anwendung massiert und erwärmt (fomentation). Der Kopf wird leicht nach oben geneigt, bevor der Mund mit der auf angenehme Temperatur gebrachten Flüssigkeit vollständig gefüllt wird. Die Flüssigkeit verbleibt im Mund, bis dieser sich mit kapha (Schleim) füllt oder bis Sekretionen aus Nase und Augen austreten, was als Zeichen der vollständigen Wirkung gilt. Nach dem Ausspucken wird das Halten von warmem Wasser empfohlen, um eine abschließende Reinigung und ein Gefühl von Leichtigkeit zu erzeugen.
Die regelmäßige oder therapeutische Anwendung von Gandusha soll traditionell der Kräftigung von Kiefer und Stimme dienen, das Aufspringen der Lippen verhindern und Mundtrockenheit behandeln. Als Indikationen werden ferner Appetitlosigkeit, Rhinitis (pīnasa) sowie verschiedene Erkrankungen von Ohren, Augen und Kopf beschrieben. Darüber hinaus wird angenommen, dass Gandusha die Klarheit der Sinnesorgane fördert.
Gandusha gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und ist in den Standardwerken der ayurvedischen Medizin, darunter der Caraka Saṃhitā und dem Aṣṭāṅga Hṛdayam, beschrieben.
Zu verwandten Begriffen siehe die Einträge Kavala, Dinacharya, Kapha und Taila.
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Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


