
Ghee (Ghrita)
Ghrita (ghṛta; auch Ghee)
Ghrita, gemeinhin als Ghee oder geklärte Butter bezeichnet, gilt im Ayurveda als das beste aller öligen Substanzen (Sneha-Materialien). Traditionell in Indien durch Buttern von Joghurt zu Butter und anschließendes Schmelzen, bis sich die Milchfeststoffe absetzen, hergestellt, wird Ghrita besonders dafür geschätzt, die Eigenschaften der mit ihm verarbeiteten Kräuter aufzunehmen, während es zugleich seine eigenen heilsamen Eigenschaften bewahrt.
In den Grundeigenschaften besitzt Ghrita einen süßen Geschmack (Rasa: Madhura) und durchläuft eine süße postdigestive Transformation (Vipaka: Madhura). Seine Virya (Potenz) ist kühlend (Shita), wodurch es als ausgezeichnetes Kühlmittel für den Körper gilt. Ghrita lindert vorrangig Vata und Pitta, kann jedoch bei übermäßigem Gebrauch Kapha und Körperfett (Medas) vermehren. Von den vier Hauptarten von Fetten — Ghee, Öl, Muskelfett und Knochenmark — gilt Ghrita als das bekömmlichste für die Verdauung.
Ghrita wird eine breite Palette therapeutischer Wirkungen zugeschrieben. Es gilt als förderlich für Gedächtnis, Intelligenz und Geistesschärfe. Zudem wird angenommen, dass es Ojas (die Essenz der Gewebe), Samen (sexuelle Vitalität) und die Lebensspanne insgesamt vermehrt. Als kraftvoller Stimulans für Agni (Verdauungsfeuer) gilt es als besonders nützlich in der „Manasa Chikitsa" (psychiatrischen Behandlung). Als Chakshushya wird es als augenförderlich beschrieben und soll die Sehkraft verbessern. Es gilt zudem als geeignet für Personen mit Auszehrung, Verletzungen der Brust oder Lunge (Kshata), Wunden, Verbrennungen und Vergiftungsfolgen.
Im Rahmen der Ghrita Kalpana wird Ghrita in verschiedenen medizinischen Formen verwendet, wobei es mit flüssigen Trägermedien wie Kräuterdekokten oder Säften sowie einer Paste aus Heilkräutern aufgekocht wird. Es findet sowohl innerlich als auch äußerlich Anwendung — zur Einnahme, in der Massage (Abhyanga), bei Einläufen (Basti) und als Nasentropfen (Nasya). Lange gelagertes Ghee (Purana Ghrita) wird traditionell zur Behandlung von Vergiftung, Epilepsie, Ohnmacht sowie Erkrankungen von Kopf, Ohren und Augen eingesetzt. Zur leichteren Verdauung wird empfohlen, nach der Einnahme von Ghrita heißes Wasser zu trinken (Anupana).
In diätetischer Hinsicht zählt Ghrita zu den wenigen Nahrungsmitteln, die — neben Reis und Mungbohnen — gewohnheitsmäßig täglich verzehrt werden können. Bei Hautkrankheiten (Kushta), entzündlichen Zuständen (Shopha) oder Diabetes (Prameha) sollte Ghrita im Allgemeinen nicht für unmittelbare Oleationstherapien verwendet werden, sofern es nicht speziell mit ausgleichenden Kräutern wie Triphala verarbeitet wurde. Der Herbst gilt als die geeignetste Jahreszeit für die allgemeine Verabreichung von Ghrita.
Siehe auch die Einträge Vata, Pitta und Agni.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


