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Guna

Guna (guṇa; auch Guna, Gunas; Plural: guṇāḥ)

Guna bezeichnet im Āyurveda „Qualität" oder „Eigenschaft" und findet in zwei miteinander verbundenen, jedoch konzeptuell zu unterscheidenden Kontexten Anwendung: einerseits als Triguna, die drei fundamentalen kosmischen und mentalen Grundprinzipien, andererseits als Gurvādi Guṇas, die zwanzig biologischen und physikalischen Qualitätspaare der klinischen Praxis.

Als Triguna bilden die drei Grundprinzipien die wesentlichen Bestandteile der Prakṛti, des schöpferischen Prinzips, und repräsentieren den natürlichen Evolutionsprozess, durch den das Subtile zur Materie wird. In ihrem ursprünglichen Zustand existieren diese drei Prinzipien in vollkommenem Gleichgewicht; Schöpfung beginnt, sobald dieses Gleichgewicht gestört wird. Sattva, das Prinzip der Essenz und Reinheit, ist durch Leichtigkeit, Erleuchtung, Reflexionsvermögen, Intelligenz und Tugendhaftigkeit charakterisiert; ihm wird die Farbe Weiß und die Assoziation mit dem Bewusstseinsfeld zugeordnet. Rajas, das Prinzip der Aktivität und Energie, verkörpert Bewegung, Veränderung, Transzendenz und Begehren; es wird durch die Farbe Rot und das Kraftfeld repräsentiert, und ein rajasischer Geist gilt traditionell als „stets schwankend". Tamas schließlich, das Prinzip der Trägheit und Dunkelheit, steht für Schwere, Stabilität, Unwissenheit, Faulheit und Anhaftung; ihm entsprechen die Farbe Schwarz und das materielle Feld, einschließlich der fünf Grundelemente.

Obwohl die drei Doshas (Vāta, Pitta, Kapha) primär auf den physischen Körper wirken, beeinflussen die Trigunas die Psyche des Individuums. Gleichwohl besteht eine enge Korrespondenz zwischen beiden Systemen: Sattva wird Pitta zugeordnet, Rajas dem Vāta und Tamas dem Kapha. Auf dieser Grundlage klassifiziert der Āyurveda Persönlichkeitstypen nach dem jeweils dominanten Guna; die klassische Überlieferung unterscheidet sieben sattvische Typen — darunter Brahma und Aindra —, sechs rajasische Typen — darunter Asura und Sarpa — sowie drei tamasische Typen, darunter Pasava und Matsya.

Im klinischen Kontext bezeichnet Guna die zwanzig biologischen Qualitäten (Gurvādi Guṇas), die als zehn Paare einander entgegengesetzter physikalischer Eigenschaften gegliedert sind und allen Substanzen innewohnen — sowohl Nahrungsmitteln und Heilpflanzen als auch dem menschlichen Körper. Diese Qualitäten dienen der Diagnose von Ungleichgewichten und der Auswahl geeigneter Behandlungsmaßnahmen. Die zehn Paare umfassen: schwer (guru) und leicht (laghu); kalt (śīta) und heiß (uṣṇa); ölig und geschmeidig (snigdha) und trocken (rūkṣa); dumpf und langsam (manda) und scharf und durchdringend (tīkṣṇa); stabil (sthira) und mobil (cala); weich (mṛdu) und hart (kaṭhina); klar und nicht-schleimig (viśada) und schleimig und trüb (picchila); glatt (ślakṣṇa) und rau (khara); subtil und fein (sūkṣma) und grob (sthūla); dicht und fest (sandra) und flüssig (drava).

Das therapeutische Grundprinzip, das aus der Guṇa-Lehre abgeleitet wird, formuliert ein Gesetz der Ähnlichkeit und des Gegensatzes: Gleichartige Qualitäten verstärken einander, während entgegengesetzte Qualitäten einander vermindern. Eine Person mit trockenem (rūkṣa) Vāta-Temperament wird durch Exposition gegenüber trockener, kalter Umgebung eine Verstärkung ihrer Vāta-Qualitäten erfahren, während die Anwendung öliger (snigdha) Substanzen — etwa in Form der abhyaṅga — die Trockenheit verringert und das Gleichgewicht wiederherstellt. Die präzise Kenntnis der Guṇas ermöglicht dem Praktiker, ein Ungleichgewicht gezielt durch Substanzen und Maßnahmen entgegengesetzter Qualität auszugleichen und bildet damit die theoretische Grundlage sowohl der ayurvedischen Diätetik als auch der Massagetherapie.

Gehört zur Tradition des klassischen Āyurveda, mit Bezügen zur vedischen Philosophie und Sāṃkhya-Kosmologie.

Ergänzend sei auf die Einträge Prakriti, Tridosha, Vata, Pitta, Kapha, Abhyanga und Panchakarma verwiesen.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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