
Jalauka
Jalauka (auch Jalooka) ist die ayurvedische Bezeichnung für medizinische Blutegel, die im Rahmen der therapeutischen Praxis des Aderlasses, Raktamokshana genannt, eingesetzt werden. Diese Form der Behandlung gilt als spezialisierte Therapie mit einem Anushastra, also einem nichtmetallischen oder unterstützenden chirurgischen Instrument, und unterscheidet sich damit von invasiveren operativen Verfahren.
Jalauka wird insbesondere dann zum Aderlass eingesetzt, wenn der Zustand eines Patienten von einem Ungleichgewicht des Pitta-Dosha geprägt ist. Eine besondere, dem Blutegel zugeschriebene Eigenschaft besteht darin, dass er ausschließlich unreines Blut aus dem Körper saugen soll. Zu den klinischen Indikationen zählt Ekakushtha, die Psoriasis, bei der der Einsatz von Jalauka als Teil des Shodhana, des Reinigungsprozesses, anerkannt ist. Das Entfernen des verunreinigten Blutes soll traditionell zudem Rötung und Schmerz an der betroffenen Stelle rasch zurückgehen lassen. Darüber hinaus wird die Methode für den Aderlass bei sogenannten „glücklichen Personen" empfohlen, also bei Patienten, die für invasivere chirurgische Verfahren weniger geeignet erscheinen.
Die Quellen unterscheiden zwischen giftigen und ungiftigen Blutegelarten. Für die therapeutische Anwendung dürfen ausschließlich Nirvisha, also ungiftige Blutegel, verwendet werden. Savisha, die giftigen Blutegel, sind hingegen abzulehnen; sie erkennt man traditionell an unterschiedlichen Linien auf dem Rücken, Chitra genannt, an einer ausgeprägten Behaarung, Urdhvaraji genannt, oder an einem dicken, schleimigen Erscheinungsbild mit übermäßig schwarzer, weißer oder roter Färbung. Die Verwendung solcher giftigen Tiere kann Juckreiz, Geschwürbildung, Fieber und Schwindel hervorrufen. Unbedenkliche Blutegel werden bis zur Anwendung in Gefäßen mit frischem Wasser unter sauberen Bedingungen aufbewahrt.
Der Anwendungsvorgang, Jalaukavacharana genannt, folgt mehreren festgelegten Schritten. Zur Vorbereitung werden die Blutegel kurz in Wasser mit Kurkumapaste, Buttermilch oder Getreidewaschwasser gegeben und anschließend in reines Wasser zurückgesetzt, um sie, wie es heißt, „angenehm zu stimmen". Um den Blutegel zum Biss an der gewünschten Stelle zu bewegen, kann die Haut mit Ghee, Milch, Blut oder Schlamm eingerieben oder mit einem scharfen Instrument leicht angestochen werden. Sobald der Blutegel seine Schultern hebt, was als Zeichen des beginnenden Saugens gilt, wird er mit einem weichen, feuchten Tuch bedeckt. Dauer und Lokalisation des Saugvorgangs richten sich dabei vollständig nach der Konstitution des Patienten und der Art der Erkrankung.
Nach dem Entfernen des Blutegels ist die Nachsorge der Bissstelle von Bedeutung. Besteht Zweifel, ob das gesamte unreine Blut entfernt wurde, wird eine Paste aus Kurkuma, Haridra genannt, Jaggery, Guda genannt, und Honig aufgetragen, um einen weiteren Austritt zu fördern. Kühlende Pasten oder ein mit Shata Dhauta Ghrita, hundertfach gewaschenem Ghee, getränktes Tuch können ebenfalls zur Beruhigung der Stelle verwendet werden.
Siehe auch die Einträge Raktamokshana, Pitta und Lepana.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


