
Kapala
Kapāla (kapāla; auch Kapala)
Kapāla bezeichnet im klassischen Ayurveda und in der yogischen Überlieferung sowohl die Stirn- und Schädelregion als Ganzes als auch einen spezifischen Marma-Punkt auf der Mittellinie des Kopfes. Das Sanskrit-Wort kapāla bedeutet Schale oder Schädel und verweist auf die knöcherne Struktur des Craniums. In einem erweiterten anatomischen Gebrauch bezeichnet der Begriff die vier Schädelknochen des Craniums; die Kniescheiben werden im klassischen Schrifttum spezifisch als jānukapāla bezeichnet, womit die morphologische Analogie zwischen Schädeldecke und Patella terminologisch erfasst wird.
In der energetischen Hierarchie der Kopfregion ist Kapāla zwischen dem Shivarandhra an der Haargrenze und dem Sthapanī-Marma am Dritten Auge eingeordnet. Die Stirnregion wird proportional mit einer Breite von vier Fingerbreiten (aṅgula) beschrieben.
In der therapeutischen Überlieferung gilt die Kapāla-Region als primärer Ort für die Regulation des Geistes und die Unterstützung sensorischer Funktionen. Traditionell wird angenommen, dass die Stirn ungünstige Gedanken und Emotionen aufzeichnet, die sich langfristig in Form von Falten physisch manifestieren können. Die Massage dieser Region wird in der klassischen Praxis zur Unterstützung der Sehkraft und der Konzentrationsfähigkeit eingesetzt. Das Auftragen von Sandelholzpaste (candana) auf die Stirn gilt als traditionelle Methode zur Kühlung des Frontallappens, dem im ayurvedischen wie im westlichen Verständnis eine zentrale Rolle für Gedanken und kognitive Prozesse zukommt, mit dem Ziel, den Geist zu beruhigen und einen meditativen Zustand zu unterstützen.
In der Schönheitspflege und der kosmetischen Massage wird ein spezifisches Manöver beschrieben, bei dem der Therapeut die Stirnhaut leicht anhebt und mit den Fingerkuppen kleine kreisende Bewegungen in der Stirnregion ausführt. Dieser Technik werden traditionell hautpflegende, faltenmindernde und den natürlichen Teint aufhellende Wirkungen zugeschrieben. Die regelmäßige Ölmassage (Abhyaṅga) von Stirn und Kopfhaut gilt als empfehlenswerte Praxis zur Minderung von Vata, zur Verzögerung des Alterungsprozesses und zur Verbesserung des Hautbildes.
Terminologisch ist anzumerken, dass der Begriff kapāla auch in der Bezeichnung der Atemübung Kapālabhāti enthalten ist, die als Schädelleuchten übersetzt werden kann. Diese schnelle Pranayama-Technik fördert traditionell Dekarbonisierungs- und Oxidationsvorgänge in der Lunge und gilt als regulierend für die Atemzentren. Einigen Quellen zufolge kann sie die Informationsverarbeitung auf thalamo-kortikaler Ebene beeinflussen und wird zur Unterstützung bei psychischen und stressbedingten Störungen eingesetzt, wobei diese Aussagen als Ausdruck traditioneller Überzeugungen zu verstehen sind.
Gehört mehreren Traditionen an: Die anatomische und therapeutische Verwendung entstammt dem klassischen Ayurveda; die Verbindung zur Pranayama-Praxis verankert den Begriff zugleich in der Hatha-Yoga-Tradition.
Siehe auch die Einträge Shivarandhra, Sthapani Marma, Ajna, Abhyanga sowie Pranayama.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


