
Kati
Kati ist die Sanskrit-Bezeichnung für die Taille, den unteren Rücken beziehungsweise die lumbosakrale Region und gilt als primärer Sitz des Vata-Dosha, insbesondere des Apana Vata, das die nach unten gerichtete Energie sowie Funktionen wie Ausscheidung und Menstruation steuert.
Im Bereich der Kati befinden sich mehrere bedeutende Marma-Punkte, die für die strukturelle Integrität des Körpers von zentraler Bedeutung sind. Der Katika tarunam ist ein Marma-Punkt an der Basis des Gesäßes und am Beckenkamm; eine Massage dieser Region dient traditionell der Ausrichtung des Beckenbereichs und der Linderung von Spannungen im unteren Rücken. In der Nähe liegen weitere verwandte Punkte, darunter die Kukundaraye, die Iliosakralgelenke, sowie der Parshva sandhi, der oberhalb des Beckenkamms im Bereich der oberen Taille verortet wird. Da Kati einen zentralen Sitz des Vata darstellt, manifestieren sich zahlreiche systemische Vata-Störungen in dieser Region als Schmerz oder Steifheit.
Zu den in der ayurvedischen klinischen Praxis häufig behandelten Erkrankungen des unteren Rückens zählt die Katigraha, der Hexenschuss beziehungsweise Lumbago, eine durch eine Störung des Vata in der Kati Pradesha, der Kati-Region, gekennzeichnete Erkrankung, die zu Schmerzen und Steifheit führt und die Beweglichkeit der Lendenwirbelsäule einschränkt; sie wird häufig mit modernen, auf die Wirbelsäule zurückgehenden Formen des unteren Rückenschmerzes in Verbindung gebracht. Die Gridhrasi, die Ischialgie, ist gekennzeichnet durch einen starken, ausstrahlenden Schmerz, der typischerweise in der Kati-Region beginnt und sich über Gesäß, rückseitigen Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Fuß fortsetzt; sie erschwert das Anheben des Beines und wird häufig zusammen mit anderen lumbalen Radikulopathien behandelt.
Da die Taille als Sitz des Vata gilt, konzentrieren sich die therapeutischen Maßnahmen in dieser Region in der Regel auf die Snehana, die Oleation, und die Swedana, die Wärmeanwendung. Eine spezialisierte Behandlung ist die Kati Basti, bei der warmes medizinertes Öl innerhalb einer aus Kräuterteig geformten Umgrenzung über der lumbosakralen Region gehalten wird; sie gilt als besonders wirksam sowohl bei akuten als auch bei chronischen Rückenschmerzen. Bei der Kati Pichu wird hingegen ein mit warmem medizinertem Öl getränktes Polster auf den unteren Rücken aufgelegt. Zu den für die Behandlung der Kati gebräuchlichen Ölen zählen Dhanwantaram Taila, Sahacharadi Taila, Murivenna und Nirgundyadi Taila. Liegt zusätzlich Ama, eine Toxinbelastung, oder eine Entzündung vor, können vor dem Einsatz ölbasierter Therapien trockene, sogenannte „Rooksha"-Pasten wie Nagaradi Lepa oder Dashanga Lepa aufgetragen werden.
Siehe auch die Einträge Vata, Marma, Lepana und Meru Danda.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


