
Langhana
Langhana (laṅghana; Sanskrit für „Verschlankung, Reduktion"; auch Verschlankungstherapie) bezeichnet im Ayurveda eine reduzierende beziehungsweise verschlankende Therapieform, die darauf abzielt, im Körper Leichtigkeit hervorzurufen. Sie bildet eine der beiden grundlegenden Behandlungskategorien, deren Gegenstück Brimhana, die aufbauende beziehungsweise kräftigende Therapie, darstellt. Langhana wird vorrangig zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt, die aus einer Vermehrung der Doshas oder der Körpergewebe (Dhatus) entstehen.
In ihrer elementaren Grundlage wird Langhana von den Elementen Feuer, Luft und Äther dominiert, denen ihre charakteristische Leichtigkeit und reduzierende Wirkung zugeschrieben wird. Die für Langhana eingesetzten Mittel und Therapien weisen typischerweise Eigenschaften wie leicht, heiß, scharf, nicht-ölig, rau, fein und hart auf. Liegt unverdautes Ama nur in geringer Menge vor, gilt Langhana, insbesondere in Form des Fastens, häufig als erste empfohlene Behandlungsmaßnahme, um dem Körper die Verarbeitung dieser Verunreinigungen zu ermöglichen.
Langhana wird grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilt: Shodhana, die Reinigungstherapie, und Shamana, die palliative Therapie. Shodhana umfasst Verfahren, die vermehrte Doshas zwangsweise aus dem Körper ausleiten, und wird Patienten mit kräftiger Konstitution und stark gestörten Doshas empfohlen. Zu den fünf Verfahren zählen Vamana, das therapeutische Erbrechen, Virechana, das therapeutische Abführen, Niruha Basti, der Dekokt-Einlauf, Nasya, die nasale Verabreichung von Medikamenten, sowie Raktamokshana, der Aderlass. Shamana hingegen umfasst Methoden, die gestörte Doshas zur Normalität zurückführen, ohne sie auszuleiten. Zu den sieben Verfahren gehören Pachana, der Einsatz verdauungsfördernder beziehungsweise karminativer Substanzen, Deepana, der Einsatz appetitanregender Mittel, Kshut, das Aushalten von Hunger beziehungsweise Fasten, Trut, das Aushalten von Durst beziehungsweise die Einschränkung der Flüssigkeitsaufnahme, Vyayama, körperliche Bewegung, Aatapa, die Exposition gegenüber Sonnenlicht, sowie Maruta, die Exposition gegenüber Wind.
Langhana ist spezifisch bei mehreren Krankheitsbildern und Patiententypen indiziert, darunter Sthaulya, die Adipositas, Meha, der Diabetes, Jwara, das Fieber, Kushta, Hauterkrankungen, sowie Amavata, die rheumatoide Arthritis. Auch bei der Ansammlung von Toxinen (Ama), einem Schweregefühl im Körper sowie Erkrankungen im Bereich von Kopf, Rachen oder Augen kommt Langhana zur Anwendung. Traditionell wird die Therapie während der Shishira-Jahreszeit, des Winters, empfohlen, selbst für Personen, die nicht an einer spezifischen Erkrankung leiden. Bei der Anwendung wird die Konstitution des Patienten berücksichtigt: Patienten mit mäßiger Kraft werden häufig zunächst mit Deepana und Pachana behandelt, bevor sie sich der reinigenden Shodhana-Therapie unterziehen, während Patienten mit geringer Kraft mitunter ausschließlich Wind-, Sonnenlicht- und leichten Bewegungstherapien unterzogen werden.
Eine sachgerecht durchgeführte Langhana-Therapie äußert sich in einer Leichtigkeit des Körpers und einer gesteigerten Schärfe der Sinnesorgane, der Ausscheidung von Abfallstoffen, einem klaren und zeitgerechten Hunger- und Durstgefühl, einem Gefühl der Reinheit im Brustbereich mit klarem Aufstoßen sowie einer gesteigerten Tatkraft und einer Linderung der Krankheitsschwere.
Eine übermäßige Anwendung der Reduktionstherapie, als Ati-Langhana bezeichnet, kann hingegen schädlich sein und zu tiefgreifender Auszehrung und Schwäche, Schwindel (Bhrama), Husten und starkem Durst, dem Verlust von Schlaf, Sehkraft, Hörvermögen und der Lebensessenz (Ojas) sowie zu Schmerzen in Blase, Herz und Gelenken führen.
Der Eintrag ist der Tradition des klassischen Ayurveda zuzurechnen; Hinweise auf eine Verbindung zur Methode Kusum Modak liegen anhand der vorliegenden Angaben nicht vor.
Siehe auch die Einträge Brimhana, Vata, Ama, Vamana und Virechana.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


