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Majja

Majjā (majjā; auch Majja, Majjā Dhātu)

Majjā bezeichnet das Knochenmark sowie das Nervengewebe und gilt als das sechste der sieben fundamentalen Körpergewebe, die im klassischen Ayurveda unter dem Begriff Sapta Dhātu zusammengefasst werden. Der Begriff verweist auf die innerste, weiche und fettige Substanz, die die Hohlräume der Knochen füllt und zugleich als strukturelles Substrat des Nervensystems fungiert. Majjā nimmt damit eine Sonderstellung innerhalb der Dhātu-Hierarchie ein, da es sowohl einen rein anatomischen als auch einen neurophysiologischen und psychischen Bezug aufweist.

Die Entstehung von Majjā Dhātu erfolgt aus der Nähressenz des vorangehenden Gewebes, Asthi Dhātu, und liefert seinerseits die notwendigen Nährstoffe für die Entwicklung des nachfolgenden Gewebes, Śukra Dhātu, des Reproduktionsgewebes. Die primäre physiologische Funktion von Majjā wird als Pūraṇa beschrieben, was mit Füllen oder Ausfüllen zu übersetzen ist und auf die Aufgabe verweist, die inneren Hohlräume der Knochen zu füllen und ihnen damit Stabilität und Widerstandskraft zu verleihen. Darüber hinaus trägt Majjā zur allgemeinen Geschmeidigkeit und Befeuchtung des Körpers bei, fördert Vitalität und Zeugungskraft und stützt das Immun- und Nervensystem.

Personen mit ausgeprägter Majjāsāra, also einer Exzellenz des Knochenmark- und Nervengewebes, weisen klassischen Quellen zufolge weiche Organe, einen kräftigen Körperbau, einen öligen und glänzenden Teint sowie eine volle und wohlklingende Stimme auf. Ihre Gelenke werden als ausgeprägt, lang und gerundet beschrieben. Traditionell werden solchen Personen Langlebigkeit, körperliche Stärke sowie ein hohes Maß an Lernfähigkeit, Verständnis und innerer Reife zugeschrieben.

Eine abnorme Zunahme (Vṛddhi) des Majjā äußert sich nach klassischer Auffassung in einem Schweregefühl in den Augen und im gesamten Körper, in einer Vergrößerung der Gelenke sowie in der Entstehung tiefsitzender Geschwüre, die als schwer heilend gelten. Eine Verminderung (Kṣaya) des Majjā führt traditionellen Quellen zufolge zur Aushöhlung der Knochen, die sich leicht, schwach und gleichsam zerfallend anfühlen, und mündet häufig in chronische Vata-Störungen. Klinisch äußert sich ein Majjā-Mangel durch Schwindel, Vertigo und das Empfinden von Dunkelheit vor den Augen bis hin zur Synkope (Mūrcchā). Wenn Fieber (Jvara) bis auf die Ebene des Knochenmarks vordringt, spricht die klassische Literatur von Majjāgata Jvara; dieser Zustand soll sich durch Schluckauf (Hikkā), schwere Atmung (Mahā Śvāsa), Husten, Verdunkelungsgefühl und intensive innere Brennempfindungen (Antardāha) manifestieren.

Die Körperkanäle, die Majjā transportieren und transformieren, werden als Majjāvaha Srotas bezeichnet. Ihre Wurzeln werden im Gehirn, im Rückenmark und in den Knochengelenken (Asthi-sandhi) lokalisiert. Der Verlauf dieses Kanalsystems umfasst nach klassischer Auffassung das gesamte Zentralnervensystem einschließlich der sympathischen und parasympathischen Nervenanteile; als Öffnungen gelten die synaptischen Räume zwischen Neuronen und die neuromuskulären Verbindungsstellen. Als Ursachen einer Schädigung dieser Kanäle werden Quetschungsverletzungen, anhaltender Druck, übermäßiges Baden und der dauerhafte Konsum unverträglicher Nahrungsmittel genannt.

Von besonderer Bedeutung ist die in ayurvedischen Texten beschriebene Verbindung zwischen Majjā und dem Geist. Majjā Dhātu gilt als physische Grundlage der Manovaha Srotas, der Kanäle des Geistes, und wird mit den Leitungsbahnen verglichen, durch die der Bewusstseinsstrom fließt. Traditionell wird angenommen, dass unbewusste Erinnerungen im tiefen Bindegewebe des Majjā gespeichert sind. Da die klassischen Marma-Punkte innerhalb der Matrix des Nervensystems, also des Majjā, lokalisiert werden, soll ihre gezielte Stimulation direkten Zugang zu mentalen Fähigkeiten wie Gedächtnis und Verstehen ermöglichen.

Die therapeutische Behandlung von Majjā-Störungen richtet sich nach dem jeweiligen Ungleichgewicht. Diätetisch werden süße und bittere Geschmacksrichtungen sowie der Verzehr von Knochenmark, Muskelfett und Milch empfohlen. Als besonders wirksam gilt auch bei Majjā-Erkrankungen die Basti-Therapie mit medizierten Milch- und Ghee-Zubereitungen, verarbeitet mit bitteren Kräutern. Bei schweren Vata-Störungen im Bereich des Knochenmarks wird die Verabreichung von Mahāsneha empfohlen, einer Kombination aus vier Fettarten — Ghee, Öl, Muskelfett und Knochenmark —, der eine tief nährende und Vata-stabilisierende Wirkung zugeschrieben wird.

Majjā Dhātu gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und ist in der Caraka Saṃhitā sowie der Suśruta Saṃhitā beschrieben, wobei die Verbindung zwischen Knochenmark, Nervensystem und mentalem Erleben in der klassischen Literatur unterschiedlich stark gewichtet wird.

In Zusammenhang stehen die Einträge Asthi Dhātu, Śukra Dhātu, Sapta Dhātu, Vata, Basti, Marma, Manovaha Srotas und Majjāvaha Srotas.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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