
Meda
Meda (medas; auch Medha, Meda Dhātu)
Meda bezeichnet das Fett- und Bindegewebe und gilt als das vierte der sieben fundamentalen Körpergewebe, die im klassischen Ayurveda unter dem Begriff Sapta Dhātu zusammengefasst werden. Der Sanskrit-Begriff medas verweist auf Fett, Schmalz und fettige Substanz im allgemeinen Sinne und bezeichnet sowohl das Körpergewebe als solches als auch seine funktionelle Eigenschaft der Geschmeidigkeit und Ölung. Als schweres, stabiles und feuchtes Dhātu stellt Meda das zentrale Speicher- und Schmiergewebe des Körpers dar und nimmt in der metabolischen Gewebskette eine vermittelnde Stellung ein.
Die Entstehung von Meda Dhātu erfolgt aus der Nähressenz des vorangehenden Gewebes, Māṃsa Dhātu, durch die Wirkung der gewebespezifischen Stoffwechselfeuer, der Dhātvagni. Elementar wird Meda vorrangig dem Wasserelement (Ap) und dem Erdelement (Pṛthvī) zugeordnet, was seiner schweren, stabilen und öligen Qualität entspricht. Aus seiner Nähressenz geht das nachfolgende Gewebe, Asthi Dhātu, das Knochengewebe, hervor, das durch die transformierten Anteile des Meda aufgebaut und versorgt wird.
Die primäre physiologische Funktion von Meda wird in der klassischen Überlieferung als Snehana beschrieben, was mit Ölung oder Befeuchtung zu übersetzen ist. Im Einzelnen umfasst diese Funktion die Versorgung der inneren Gewebe und der Haut mit notwendiger Feuchtigkeit und Geschmeidigkeit, die schützende Einlagerung von weichen Fettpolstern unter den Fußsohlen, am Gesäß und um die Gelenke herum zur Ermöglichung reibungsloser Körperbewegungen sowie die Aufrechterhaltung der Körperwärme und der Gewebsflexibilität. Darüber hinaus gilt Meda als bedeutende Energiereserve: Traditionell wird angenommen, dass das Fettgewebe bei Nahrungskarenz oder bewusstem Fasten durch Selbstverbrennung Energie bereitstellt und damit als körpereigenes Substitut der Nahrungsaufnahme fungiert.
Die Qualität des Meda wird klinisch anhand charakteristischer Merkmale beurteilt. Personen mit ausgeprägter Medasāra, also einer Exzellenz des Fettgewebes, weisen klassischen Quellen zufolge eine besondere Geschmeidigkeit in Teint, Stimme, Augen, Haaren, Nägeln, Zähnen und Lippen auf, die sich auch in Urin und Stuhl widerspiegelt. Psychologisch werden solchen Personen Einfachheit, Großzügigkeit und eine heitere Gemütsverfassung zugeschrieben. Die Körperkanäle, die Meda transportieren, werden als Medovaha Srotas bezeichnet; ihre Wurzeln werden in den Nieren (Vṛkka) und im großen Netz des Bauchraums (Vapāvahana) lokalisiert.
Eine abnorme Zunahme (Vṛddhi) von Meda führt nach klassischer Auffassung zur Adipositas, dem Sthaulya, die sich äußerlich durch hängende Gesäß-, Bauch- und Brustpartien zeigt. Den klassischen Quellen zufolge gehen damit eine Verkürzung der Lebensspanne, eingeschränkte Beweglichkeit und Atemnot bereits bei geringer körperlicher Anstrengung einher. Auf metabolischer Ebene werden übermäßiger Hunger, gesteigerter Durst und eine Prädisposition für Diabetes (Prameha) beschrieben. Darüber hinaus soll überschüssiges Fettgewebe die Funktion von Lunge, Herz und Nieren beeinträchtigen und zu Herzkrankheiten sowie erhöhtem Blutdruck beitragen können. Eine Verminderung (Kṣaya) des Meda äußert sich traditionellen Quellen zufolge in Auszehrung, Sensibilitätsverlust in der Hüftregion und kann mit einer Vergrößerung der Milz (Plīhā) einhergehen.
Zur Behandlung von Meda-Überschuss, insbesondere bei Adipositas, empfiehlt das klassische Ayurveda mehrere aufeinander abgestimmte Maßnahmen. Besondere Bedeutung kommt der Udvartana zu, einer Trockenreibung mit Kräuterpulvern, der traditionell eine fettreduzierende und Kapha-beruhigende Wirkung zugeschrieben wird. Diätetisch gelten Honig und Honigwasser als wirksam zur Verminderung des Fettgewebes; Getreide wie Gerste (Yava) und Hülsenfrüchte wie Pferdegramm (Kulattha) werden ebenfalls empfohlen. Kräuter wie Viḍaṅga, Śuṇṭhī und Triphalā werden eingesetzt, um das Verdauungsfeuer zu stimulieren und überschüssiges Fettgewebe abzubauen. Ein besonderer therapeutischer Aspekt betrifft das Zusammenspiel von Meda und Vata: Obwohl Fettgewebe primär dem Kapha-Dosha zugeordnet wird, kann eine Vata-Erhöhung im Bauchraum das Agni anregen und bei adipösen Personen den Stoffwechsel in einer Weise beschleunigen, die den Gesamtzustand verkompliziert. Behandlungsstrategien müssen daher häufig gleichzeitig Meda und Vata berücksichtigen.
Meda Dhātu gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und ist in der Caraka Saṃhitā sowie der Suśruta Saṃhitā eingehend behandelt.
Ergänzend sei auf die Einträge Māṃsa Dhātu, Asthi Dhātu, Sapta Dhātu, Snehana, Udvartana, Kapha und Medovaha Srotas verwiesen.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


