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Mukha

Mukha (mukha; Sanskrit für „Gesicht" sowie „Mund" beziehungsweise Mundhöhle) bezeichnet im Ayurveda zugleich das Gesicht und die Mundhöhle. Beiden Bereichen wird eine zentrale Bedeutung zugeschrieben, da sie mehrere Sinnesorgane beherbergen und zugleich Schauplatz zahlreicher täglicher Gesundheits- und Hygienepraktiken im Rahmen der Dinacharya sind.

In elementarer Hinsicht wird das Gesicht vorrangig dem Raumelement (Akasha) zugeordnet. Der Mund, in der Quelle als Vak bezeichnet, gilt als Handlungsorgan (Karmendriya) und wird spezifisch mit dem Äther- beziehungsweise Himmelselement in Verbindung gebracht. Nach der ayurvedischen Körpermaßlehre misst das Gesicht traditionell etwa zwölf Fingerbreiten in der Länge, der Mund etwa fünf Fingerbreiten.

Der Pflege der Mundhöhle wird im Rahmen der Dinacharya besonderes Gewicht beigemessen. Dazu gehört das Schaben der Zunge mit einem u-förmigen Werkzeug aus Gold, Silber oder Kupfer, da sich an der Zungenwurzel Schmutz ablagert, der die Atmung behindern und Mundgeruch verursachen kann; das Schaben soll zugleich die Geschmackswahrnehmung verbessern. Zur Erfrischung des Mundes wird empfohlen, aromatische Substanzen wie Betelblätter, Kampfer, Kardamom oder Gewürznelken bei sich zu führen. Zwei Formen des Gurgelns werden unterschieden: Gandusha, bei dem der Mund vollständig mit einer Flüssigkeit, etwa Öl oder warmem Wasser, gefüllt wird, sodass keine Bewegung mehr möglich ist, soll den Kiefern Kraft verleihen, die Zähne festigen und das Aufspringen der Lippen verhindern. Kavala hingegen besteht im aktiven Bewegen der Flüssigkeit im Mund und wird zur Behandlung von Erkrankungen des Rachens, des Kopfes und der Augen sowie zur Beseitigung von Geschmacksstörungen oder übermäßigem Speichelfluss eingesetzt. Das Kauen von Betelblättern, Tambula genannt, schützt traditionell die Zähne und beugt Mundgeruch vor, ist jedoch bei Augenerkrankungen, Blutungsleiden oder Rötung der Augen kontraindiziert.

Die Gesichtsmassage, Mukabhyanga, bildet sowohl in der häuslichen Selbstpflege als auch in professionellen Schönheitsbehandlungen einen zentralen Bestandteil. Sie beginnt üblicherweise am Unterkiefer und Kinn und führt in konzentrischen Kreisen aufwärts über die Wangen bis zu Stirn und Schläfen. Dabei soll mit einem als angenehm empfundenen Druck gearbeitet werden, der über dünn bemuskelten Bereichen wie dem Herzbereich und den Wangen sanfter ausfällt. Der regelmäßigen Gesichtsmassage wird zugeschrieben, den Alterungsprozess zu verzögern, Falten zu glätten, den Hautton zu verbessern und die Sinnesorgane zu nähren; darüber hinaus soll sie zum Abbau emotionaler Anspannung und mentaler Erschöpfung beitragen. Für die Massage wird vor allem Ghee oder Sahne empfohlen, denen eine faltenmindernde Wirkung zugesprochen wird. Sandelholzpaste, als Mukhalepa bezeichnet und auf die Stirn aufgetragen, soll kühlend wirken, den Geist für die Meditation beruhigen und das Sehvermögen verbessern. Ubtan, eine aus Mehl und Ölen bestehende Paste, kommt in zeremoniellen wie kosmetischen Anwendungen zum Einsatz und soll der Haut einen gesunden Glanz verleihen, ohne dass scharfe Seifen erforderlich sind.

Im Gesicht befinden sich zudem zahlreiche Marma-Punkte, die im Rahmen der Massage stimuliert werden, um, traditionellen Vorstellungen zufolge, Giftstoffe zu lösen und das neurochemische Gleichgewicht des Körpers zu unterstützen. Zu den wichtigsten zählen Sthapni, zwischen den Augenbrauen am sogenannten dritten Auge gelegen und mit dem sechsten Chakra in Verbindung gebracht, sowie Shankh an den Schläfen, dessen Massage Sehvermögen und Konzentrationsfähigkeit verbessern soll. Phana liegt beidseitig der Nasenflügel, Apanga an den äußeren Augenwinkeln. Sringataka schließlich befindet sich am weichen Gaumen und oberhalb der Lippen; die Punkte dieser Gruppe werden gedrückt, um Spannungen im Gesicht zu lösen.

Unter den Erkrankungen des Gesichts- und Mundbereichs gilt Mukhapaka, der Stomatitis vergleichbar, als entzündliche Erkrankung der gesamten Mundschleimhaut, die sich in Geschwüren oder follikulären Veränderungen an Lippen, Zunge und Zahnfleisch äußert; je nach vorherrschendem Dosha zeigt sie sich als stechender Schmerz (Vata), Brennen (Pitta) oder Juckreiz (Kapha). Dantaveshtaka, der Parodontitis entsprechend, betrifft das Parodontium: Das Zahnfleisch entzündet sich, was zur Zerstörung der Halteapparate und mitunter zur Lockerung der Zähne führen kann. Personen mit Gesichtslähmung, Ardita genannt, wird traditionell geraten, weder die Zähne zu putzen noch zu baden. Ergänzend wird vermerkt, dass sich im Falle einer Vergiftung lokale Effekte im Mundbereich zeigen können, darunter übermäßiger Speichelfluss, Brennen, Kribbeln der Zähne und eine Versteifung des Unterkiefers.

Der Eintrag ist der Tradition des klassischen Ayurveda zuzuordnen, mit Schwerpunkt auf den Bereichen Dinacharya und Mukabhyanga; ein Bezug zur Methode Kusum Modak ist anhand der vorliegenden Angaben nicht erkennbar.

Vgl. die Einträge Dosha, Marma, Dinacharya, Mukhapaka und Ardita.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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