
Mukhabhyanga
Mukhabhyanga (mukha-abhyaṅga; auch Gesichtsabhyanga, ayurvedische Gesichtsmassage)
Mukhabhyanga bezeichnet die auf Ölanwendung basierende ayurvedische Massage des Gesichts. Obwohl sie häufig als Bestandteil einer vollständigen Körperölmassage (abhyaṅga) durchgeführt wird, besitzt sie einen eigenständigen therapeutischen Charakter: Ihr Ziel ist die Ernährung der Gesichtshaut und des darunter liegenden Gewebes, die Beruhigung des Nervensystems sowie die Stimulation der im Gesichtsbereich konzentrierten Vitalenergiezentren (marmāṇi).
Etymologisch setzt sich der Begriff aus mukha (Gesicht, Mund, Antlitz) und abhyaṅga (Ölmassage, Einreibung) zusammen. Im klassisch-ayurvedischen Verständnis nimmt das Gesicht als Sitz mehrerer Sinnesorgane und als Ausdruck des inneren Zustands der doṣas eine besondere Stellung ein.
Die überlieferten Wirkungen von Mukhabhyanga betreffen in erster Linie Haut und Teint. Traditionell wird angenommen, dass die regelmäßige Gesichtsmassage Ausstrahlung und Hautton verbessert (varṇakara), Mattigkeit behebt und einen gesunden Glanz fördert. Ferner wird ihr eine entgiftende Wirkung auf tiefer liegende Gewebsschichten der Gesichtshaut zugeschrieben. Durch die enge nervliche Verbindung der Haut mit inneren Organen und Systemen soll die sanfte Stimulation der Gesichtsgewebe das Nervensystem beruhigen, Stress abbauen, die Konzentration fördern und emotionale Ausgeglichenheit unterstützen. In der therapeutischen Anwendung wird Mukhabhyanga auch bei äußerlichen Hautveränderungen wie Pigmentstörungen, drüsenbedingten Hautveränderungen oder Molen eingesetzt, wenngleich für spezifische Indikationen stets eine individuelle Beurteilung durch einen erfahrenen Therapeuten erforderlich ist.
In technischer Hinsicht wird Mukhabhyanga mit sanften, leichten Streichungen durchgeführt; kräftiger oder tiefer Druck gilt als nicht angemessen für diese Region. Im Rahmen einer vollständigen abhyaṅga-Sitzung wird das Gesicht üblicherweise gegen Ende der Behandlung massiert, nach Rücken, Bauch, Brust und Armen, kurz vor oder gleichzeitig mit der Kopfmassage (śiro-abhyaṅga). Eine verbreitete Anwendungsform sieht vor, die Ölmassage im Anschluss an eine Gesichtsmaske oder -paste (mukha-lepa) durchzuführen: Nachdem die Kräuterpaste abgewaschen wurde, wird ein sanfter Ölauftrag vorgenommen, um Feuchtigkeit zurückzuführen und die Gewebernährung zu vertiefen.
Die Wahl des Öls richtet sich nach der individuellen Konstitution (prakṛti) des Empfängers. Kaltgepresstes, möglichst biologisches Sesamöl gilt wegen seiner nährenden Eigenschaften als vielseitig einsetzbar; Kokosöl wird bei ausgeprägter Pitta-Konstitution oder in der warmen Jahreszeit wegen seiner kühlenden Wirkung bevorzugt.
Ein wesentliches Element der Mukhabhyanga ist die gezielte Stimulation der marmāṇi des Gesichts. Dabei werden Vitalenergiezentren an Stirn, Augenbrauen, Schläfen, Wangen, Kiefer und Kinn einbezogen. Traditionell wird angenommen, dass die Stimulation dieser Punkte Energieblockaden lösen und einen direkten regulierenden Einfluss auf mentale und körperliche Funktionen ausüben kann.
Mukhabhyanga ist in bestimmten Situationen kontraindiziert. Sie sollte bei akuten Erkrankungen wie Fieber oder starker Erkältung sowie bei Verdauungsschwäche oder unmittelbar nach einer Mahlzeit nicht angewendet werden. Personen mit ausgeprägter Kapha-Dominanz sowie jene, die kürzlich intensive Reinigungsverfahren (śodhana) durchlaufen haben, sollten bis zur vollständigen Stabilisierung des Zustands auf die Anwendung verzichten.
Mukhabhyanga gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und wird in verschiedenen regionalen Schulen als Einzel- wie auch als Begleitanwendung praktiziert.
Vgl. die Einträge Abhyanga, Shiroabhyanga, Mukhalepa und Marma.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


