top of page

Nabhi

Nabhi Marma (nābhi marman)

Nabhi Marma bezeichnet den Vitalpunkt des Nabels und gehört zu den acht Marma-Punkten der Brust- und Rumpfregion. In der ayurvedischen Körperlehre nimmt der Nabel eine herausragende Stellung ein: Er gilt als Schwerpunkt und Erhaltungszentrum des Körpers sowie als der Ort, von dem aus das Leben selbst seinen Ausgang nimmt.

Der physiologischen Bedeutung des Nabhi Marma liegt die ayurvedische Vorstellung zugrunde, dass sich an diesem Punkt zweiundsiebzigtausend subtile Energiekanäle (nāḍī) vereinigen, die ihn mit dem gesamten Organismus verbinden. Im vorgeburtlichen Kontext kommt dem Nabel eine primäre Versorgungsfunktion zu: Da die Nasenlöcher des Kindes im Mutterleib noch inaktiv sind, fließt prana dem Fötus durch den Nabelbereich zu; zugleich empfängt das ungeborene Kind über diesen Kanal alle lebenswichtigen Flüssigkeiten und Nährstoffe von der Mutter.

Nabhi Marma ist ein primärer Sitz des pitta-Doshas. Insbesondere ist es der Lokalisationsort von Samāna Vāta, dem für Nahrungsaufnahme und Verdauung zuständigen Vata-Subtyp, sowie eng mit Pācaka Pitta verbunden, dem Pitta-Subtyp, der das Verdauungsfeuer (jaṭharāgni) reguliert. Diese dosha-theoretische Einbettung verleiht dem Nabel eine zentrale Rolle in der ayurvedischen Verdauungsphysiologie.

In der diagnostischen Praxis wird der Zustand des Nabhi Marma durch Palpation erhoben: Der Therapeut legt die Spitzen von drei Mittelfingern tief in den Nabel, um eine Pulsation zu ertasten. Eine kräftige, deutliche Pulsation unter dem mittleren Finger gilt als Zeichen guter Gesundheit. Fehlt die Pulsation oder ist sie verlagert, wird dies als Verschiebung des Nabhi Marma interpretiert — ein Zustand, der in der Überlieferung häufig auf das Heben oder Ziehen schwerer Lasten sowie auf körperlich anstrengende Aktivitäten wie Laufen zurückgeführt und mit Darmbeschwerden in Verbindung gebracht wird.

Therapeutisch wird das Auftragen von Öl auf den Nabel als traditionelle Praxis beschrieben, der eine feuchtigkeitsspendende Wirkung auf den gesamten Körper sowie eine stärkende Wirkung auf ein geschwächtes Verdauungsfeuer zugeschrieben wird. Im Ablauf einer ayurvedischen Ganzkörpermassage bildet das Nabhi Marma den Ausgangspunkt der Bauchsequenz.

In der klinischen Überlieferung findet der Nabelbereich auch im Zusammenhang mit Vātaja Aśmarī, der durch Vata bedingten Form von Harnsteinen, Erwähnung: Betroffene sollen in Schmerzphasen dazu neigen, die Nabelregion zu komprimieren. Traditionelle Ernährungsrichtlinien unterscheiden zudem zwischen Fleisch von Körperteilen eines Tieres oberhalb und unterhalb des Nabels, denen unterschiedliche Verdauungseigenschaften zugeschrieben werden.

In der kulturellen Überlieferung ist dem Nabel eine symbolische Dimension eigen: Die Form des Nabels gilt manchen Traditionen zufolge als Spiegel des Charakters. Ein tiefer Nabel, wie er in Darstellungen von Gottheiten häufig anzutreffen ist, wird mit Sanftheit und Ausgeglichenheit in Essen, Schlaf und Sprache assoziiert; ein vorstehender Nabel hingegen soll auf anhaltende Unzufriedenheit hindeuten.

Gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda.

In Zusammenhang stehen die Einträge Pitta, Vata, Samana Vata, Agni und Abhyanga.

engin_akyurt-massage-7452918_1920.jpg

28. Juli – 02. August 2026

50 Stunden · Alle Niveaus

_DSC4883.jpg

04. – 09. August 2026

45 Stunden · Fortgeschrittene

ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin

Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

_DSC5602.jpg
bottom of page