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Nasya

Nasya (nasya; auch Nasyam, Sirovirechanam)

Nasya bezeichnet eine therapeutische Maßnahme des Ayurveda, bei der medizierte Substanzen — Öle, Ghee, Säfte, Pasten, Dekokte, Pulver oder Kräuterdämpfe — durch die Nasenlöcher verabreicht werden. Das Verfahren zählt zu den fünf primären Reinigungstherapien des Panchakarma und wird in der klassischen Überlieferung auch als Sirovirechanam bezeichnet, was auf seine reinigende Wirkung im Kopfbereich verweist. Die Nase gilt im ayurvedischen Verständnis als das Eingangstor zum Kopf (Shirodvara), weshalb Nasya als die bevorzugte Behandlungsform für Erkrankungen des supraklavikulären Bereichs, also aller Strukturen oberhalb des Schlüsselbeins, betrachtet wird.

Die Klassifikation von Nasya erfolgt nach zwei Gesichtspunkten: der therapeutischen Wirkrichtung und der Applikationsmethode. Nach Wirkrichtung werden drei Haupttypen unterschieden. Virechana Nasya, auch als Purgativnasya bezeichnet, dient der Ausleitung überschüssiger Doshas — vorrangig Kaphas — aus Kopf und Hals; es ist indiziert bei Kopfschmerzen, Nackenstarre, Drüsenschwellungen und Rhinitis. Brimhana Nasya wirkt nährend und stärkend auf Sinnesorgane und Nerven und kommt bei Vata-bedingten Störungen wie Gesichtslähmung, Stimmverlust oder erschwertem Öffnen der Augen zum Einsatz. Shamana Nasya schließlich wirkt ausgleichend und lindernd, ohne eine aktive Ausleitung zu bewirken; es wird unter anderem bei Pigmentstörungen im Gesicht und bestimmten Augenerkrankungen eingesetzt.

Hinsichtlich der Applikationsmethode sind fünf Formen zu unterscheiden. Marsha und Pratimarsha bezeichnen beide die Instillation eines medizierten Öls oder Ghees in die Nasenlöcher, unterscheiden sich jedoch in der Dosierung: Marsha wird in einer therapeutisch wirksamen Dosis von sechs bis zehn Tropfen für spezifische Behandlungszwecke eingesetzt, während Pratimarsha mit einer Niedrigdosis von zwei Tropfen als tägliche Routinepraxis gilt, die von der Geburt bis ins hohe Alter als sicher beschrieben wird. Avapeeda bezeichnet die nasale Verabreichung frischer Kräutersäfte, Pasten oder Dekokte. Dhmana (auch Dhmapona) ist eine Technik, bei der medizierte Pulver mithilfe eines sechs Fingerbreiten langen Spezialrohres in die Nase geblasen werden. Dhooma schließlich bezeichnet die Inhalation medizierter Kräuterdämpfe durch die Nasenlöcher.

Die Anwendung folgt einem dreiphasigen Protokoll. In der Vorbereitungsphase (Purvakarma) werden zunächst die natürlichen Körperbedürfnisse verrichtet; anschließend werden Kopf, Hals und Schultern mit Öl massiert (Abhyanga) und einer milden Wärmeanwendung (Swedana) unterzogen, um die Gewebe zu öffnen und die Aufnahme der Substanz zu fördern. In der Hauptphase (Pradhanakarma) liegt der Patient in Rückenlage in einem zugfreien Raum, der Kopf ist leicht nach unten geneigt, die Füße sind erhöht gelagert. Die Nasenspitze wird leicht angehoben, und das angewärmte Medikament wird abwechselnd in jedes Nasenloch instilliert. In der Nachsorgephase (Paschatkarma) werden die Fußsohlen, Handflächen und der Hals sanft massiert. Der Patient soll alle Flüssigkeit und alles Sekret, das in den Rachen gelangt, vollständig ausspucken und keinesfalls schlucken. Abschließend wird das Gurgeln mit lauwarmem Wasser sowie das Inhalieren von mediziertem Rauch empfohlen, um verbleibendes Kapha aus den Atemwegen zu entfernen.

Das therapeutische Spektrum von Nasya ist breit. Traditionell wird angenommen, dass die regelmäßige Anwendung das Gehirn und die Sinnesorgane nährt, Seh-, Riech- und Hörvermögen verbessert sowie präventiv gegen Ergrauen, Haarausfall und Gesichtsfalten wirkt. Zu den spezifischen Indikationen zählen Migräne, chronische Kopfschmerzen, Kieferklemme und Nackenstarre, ferner Gesichtslähmung, konvulsive Störungen und respiratorische Erkrankungen wie Asthma oder chronische Rhinitis. Im Bereich der psychischen Gesundheit findet Nasya Anwendung bei der Behandlung von Epilepsie (Apasmara), Schizophrenie (Unmada), Angstzuständen und Schlaflosigkeit.

Die Kontraindikationen betreffen sowohl jahreszeitliche als auch persönliche Faktoren. Nasya soll vorzugsweise nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang an wolkenlosen Tagen durchgeführt werden; extreme Hitze oder Kälte stellen relative Kontraindikationen dar, von denen nur in Notfallsituationen abgewichen werden kann. Kontraindiziert ist die Anwendung bei Personen, die kurz zuvor Wasser, Wein oder fettige Substanzen zu sich genommen haben, die gebadet haben oder kurz nach der Entbindung sind, sowie bei akutem Fieber oder Verdauungsschwäche. Hinsichtlich des Alters gilt die Therapie als nicht geeignet für Kinder unter sieben und Erwachsene über achtzig Jahren. Pradhamana Nasya, also die pulverblasetechnische Applikation, ist bei Verdacht auf intrakranielle Blutungen strikt zu vermeiden.

Zu den gebräuchlichen Zubereitungen gehören Anu Taila, ein hochgeschätztes mediziertes Öl aus zahlreichen Kräutern und Ziegenmilch, das für die tägliche Routine empfohlen wird; Shadbindu Taila, das häufig bei Kopfschmerzen und zur Pflege des Haarwuchses eingesetzt wird; sowie Brahmi Ghrita, ein mediziertes Butterschmalz, das vorrangig zur Unterstützung psychischer Gesundheit und kognitiver Funktionen Verwendung findet.

Weiterführend sind die Einträge Panchakarma, Purvakarma, Kavala, Gandusha, Anjana sowie Dinacharya.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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