
Paschat Karma
Paschatkarma (paścātkarma; auch Paschat Karma)
Paschatkarma bezeichnet die Phase der Nachbehandlung und Nachsorge, die unmittelbar auf die Hauptreinigungsverfahren des Panchakarma (pradhāna karma) folgt. Der Begriff setzt sich aus paścāt (danach, nachfolgend) und karma (Handlung, Verfahren) zusammen. Da der Körper und das Verdauungsfeuer (agni) durch die intensiven Ausleitungsverfahren stark geschwächt und in einem Zustand erhöhter Empfänglichkeit sind, gilt diese Phase als entscheidend für die dauerhafte Stabilisierung der Gesundheit und die Vermeidung von Komplikationen. Die klassischen Quellen beschreiben den Patienten in diesem Zustand mit dem Bild eines zarten Eis oder eines mit Öl gefüllten Gefäßes – beides Bilder äußerster Verletzlichkeit, die behutsame Führung erfordern.
Das zentrale Element von Paschatkarma ist der schrittweise Wiederaufbau der Ernährung, bekannt als saṃsarjana krama. Die zugrundeliegende Logik wird in der Überlieferung mit dem Anfachen eines kleinen Lagerfeuers verglichen: Man beginnt mit leichtem Gras und fügt erst nach und nach schwereres Brennholz hinzu, bis ein stabiles, alles verzehrendes Feuer brennt. Die Diät erstreckt sich in der Regel über sieben annakālas (Mahlzeitenzeiträume), was etwa dreieinhalb Tagen entspricht; bei maximaler Ausleitung kann sie entsprechend verlängert werden. Der Aufbau folgt einer festgelegten Sequenz: Begonnen wird mit peyā, einer dünnen, flüssigen Reissuppe, gefolgt von vilepī, einem dickeren Reisbrei. Es schließen sich zunächst ungewürzte (akr̥ta yūṣa) und anschließend gewürzte Suppen (kr̥ta yūṣa) aus Hülsenfrüchten wie Mung-Dal an, bevor mit māṃsa rasa, einer Fleischsuppe von Tieren aus trockenen Regionen, die Rückkehr zur normalen Nahrung eingeleitet wird.
Parallel zur Ernährungsrehabilitation gelten strenge Verhaltensregeln für einen Zeitraum, der idealerweise der doppelten Dauer der vorangegangenen Behandlung entspricht. Die klassischen Quellen nennen acht Handlungen, die in diesem geschwächten Zustand besonderen Schaden anrichten können und daher zu vermeiden sind: lautes und übermäßiges Sprechen, Erschütterungen durch Fahrzeuge, langes Gehen, langes Sitzen, Essen zur falschen Zeit oder von ungeeigneter Nahrung, Tagesschlaf sowie sexueller Verkehr. Die Missachtung dieser Vorschriften kann nach klassischer Überlieferung zu Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Verdauungsstörungen (grahaṇī), Erschöpfung oder schwerwiegenderen Zuständen führen. Für spezifische Ausleitungsverfahren sind ergänzende Maßnahmen vorgesehen; nach dem therapeutischen Erbrechen (vamana) etwa wird das Inhalieren von medizinischem Rauch (dhūma) empfohlen, um die Körperkanäle (srotas) zu klären.
Sobald der Patient seine normale Stärke zurückgewonnen hat, gilt das System als bereit für aufbauende Therapien. Die klassischen Quellen empfehlen zu diesem Zeitpunkt die Verabreichung von Verjüngungsmitteln (rasāyana) und stärkenden Mitteln (vājīkaraṇa), da diese in einem gereinigten Körper wesentlich wirksamer wirken als ohne vorherige Reinigung – ein Zusammenhang, der wiederum mit dem Bild eines Tuches veranschaulicht wird, das Farbe erst nach dem Waschen optimal aufnimmt. Als Zeichen einer erfolgreich abgeschlossenen Paschatkarma-Phase nennt die Überlieferung geistige Klarheit, Stärke der Sinnesorgane, Stabilität der Gewebe und ein kräftiges Verdauungsfeuer.
Gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und des Panchakarma-Systems.
Vgl. die Einträge Panchakarma, Purvakarma, Pradhanakarma, Agni sowie Rasayana.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


