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Purva Karma

Purvakarma (pūrvakarma; auch Poorva Karma)

Purvakarma bezeichnet die Gesamtheit der vorbereitenden Maßnahmen, die im klassischen Ayurveda zwingend vor den eigentlichen Hauptreinigungsverfahren des Panchakarma (pradhāna karma) durchgeführt werden müssen. Der Begriff setzt sich aus pūrva (vorher, vorangehend) und karma (Handlung, Verfahren) zusammen. Die klassischen Quellen betonen die Unverzichtbarkeit dieser Vorbereitungsphase mit einem aufschlussreichen Bild: Eine Reinigung ohne Purvakarma gleiche dem Versuch, ein trockenes Stück Holz zu biegen – es würde brechen. Nur durch die systematische Vorbereitung des Körpers werden die angesammelten Unreinheiten (mālas) so gelockert, dass sie wie Schmutz aus einem eingeweichten Tuch ausgewaschen werden können.

Das therapeutische Ziel von Purvakarma ist zweifach. Einerseits dienen die Verfahren der Gewebevorbereitung: Die dhātus (Körpergewebe) werden gestärkt und die Belastbarkeit des Patienten erhöht, damit er die nachfolgenden intensiven Ausleitungsverfahren besser verträgt. Andererseits verfolgen sie die Mobilisierung der doṣas: Die in peripheren Kanälen (srotas) festsitzenden und angesammelten Störungen werden verflüssigt und aus dem Gewebe in den Magen-Darm-Trakt (koṣṭha) geleitet, von wo aus sie über die natürlichen Körperöffnungen ausgeleitet werden können.

Purvakarma umfasst im Wesentlichen zwei Hauptverfahren, die in festgelegter Reihenfolge durchgeführt werden.

Das erste Verfahren ist snehana, die Oleation oder Einfettungsbehandlung. Sie dient dazu, den Darm zu schmieren, die inneren Kanäle aufzuweichen und den Organismus widerstandsfähiger zu machen. Snehana wird sowohl intern als auch extern angewendet. Die innere Oleation erfolgt durch das Trinken medizinierter Öle oder Ghee in ansteigender Dosierung; die äußere Oleation umfasst Körpermassagen wie abhyaṅga. Als Substanzen (sneha dravyas) werden vier Hauptfette eingesetzt: Ghee (ghr̥tam), Öl (tailam), Muskelfett (vasā) und Knochenmark (majjā), wobei die Auswahl nach dem individuellen doṣa-Ungleichgewicht des Patienten getroffen wird. Die Dauer der Oleation beträgt üblicherweise drei, fünf oder sieben Tage.

Das zweite Verfahren ist svedana, die Schwitzkur oder Sudation, die grundsätzlich erst nach abgeschlossener snehana durchgeführt wird. Durch Wärmezufuhr wird der Körper zum Schwitzen angeregt, wodurch die durch die Oleation gelockerten doṣas weiter verflüssigt werden; gleichzeitig werden die Mikrokanäle erweitert und die glatte Muskulatur entspannt. Die klassische Überlieferung unterscheidet zwischen Verfahren mit direkter Hitzeeinwirkung (agni sveda), für die dreizehn klassische Arten beschrieben werden, und Verfahren ohne direktes Feuer (nirāgni sveda), zu denen das Zudecken mit Decken, die Exposition gegenüber Sonnenlicht und körperliche Anstrengung zählen.

Erst nach dem Abschluss beider Verfahren gilt der Körper als hinreichend vorbereitet für die eigentlichen Reinigungstherapien des Panchakarma.

Gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und des Panchakarma-Systems.

Siehe auch die Einträge Panchakarma, Snehana, Swedana sowie Pradhanakarma.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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