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Raktamokshana

Raktamokshana (raktamokṣaṇa; auch Asravivisruti, Asra-visruti)

Raktamokshana bezeichnet das kontrollierte Aderlassen oder die gezielte Ausleitung pathologisch veränderten Blutes und gilt als eines der fünf klassischen Reinigungsverfahren (śodhana) des Panchakarma. Der Begriff setzt sich aus rakta (Blut) und mokṣaṇa (Befreiung, Ausleitung) zusammen und beschreibt damit treffend die therapeutische Intention des Verfahrens. Innerhalb der klassischen ayurvedischen Schulen besteht eine bemerkenswerte Divergenz hinsichtlich der Stellung dieser Therapie: Während die Schule des Caraka das Raktamokshana nicht als eigenständige Haupttherapie führt und lediglich vier Reinigungsverfahren zählt, etablierte die Schule des Suśruta das Blut (rakta) als viertes doṣa neben vāta, pitta und kapha und erhob Raktamokshana entsprechend zur vollwertigen fünften Reinigungstherapie. Diese Differenz zwischen den beiden großen Überlieferungslinien ist für das Verständnis der systemischen Einordnung des Verfahrens von grundlegender Bedeutung.

Die Wahl der Methode richtet sich nach dem doṣa, das das Blut verunreinigt hat, sowie nach Lokalisation und Ausbreitung der Störung im Körper. Bei pitta-bedingten Blutstörungen werden Blutegel (jalūkā) eingesetzt, denen traditionell die Eigenschaft zugeschrieben wird, vorzugsweise pathologisch verändertes Blut aufzunehmen; sie finden bevorzugt bei tiefer liegenden Blutansammlungen Anwendung. Für vāta-bedingte Störungen, insbesondere bei lokal in der Haut stagnierenden Blutveränderungen, wird das Kuhhorn (śr̥ṅga) als Schröpfinstrument verwendet. Der Flaschenkürbis (alābu) dient der Ausleitung bei kapha-Störungen. Die venöse Punktion (sirāvyādha), ein klassischer Aderlass, kommt zur Anwendung, wenn die Blutverunreinigung den gesamten Körper durchdringt. Oberflächliche Ritzungen oder Schnitte (pracchanā, Skarifikation) werden vorgenommen, wenn das Blut lokal verfestigt oder in begrenzten Bereichen angesammelt ist.

Das therapeutische Indikationsspektrum umfasst vorrangig Erkrankungen, die auf einen Überschuss von rakta oder pitta zurückgeführt werden. Im Bereich der Hautkrankheiten gilt Raktamokshana als zentrales Behandlungsverfahren bei kuṣṭha (Hautleiden wie Psoriasis), Ekzemen, Juckreiz und Abszessen. Bei Augenerkrankungen wird es bei Bindehautentzündung (abhiṣyanda) und Glaukom (adhimantha) eingesetzt. Im Bereich der Stoffwechsel- und Gelenkerkrankungen nennt die Überlieferung Gicht (vātarakta), Milzvergrößerung sowie Schmerzen und Schwellungen der Gelenke als Indikationen. In der ayurvedischen Mundheilkunde wird empfohlen, Raktamokshana bei parodontalen Erkrankungen wie dantaveṣṭaka als ersten Behandlungsschritt durchzuführen.

Die Kontraindikationen sind streng definiert. Das Verfahren darf nicht angewendet werden bei Kindern unter sechzehn Jahren und Personen über siebzig Jahren, während der Schwangerschaft und kurz nach einer Entbindung sowie bei Anämie (pāṇḍu), Ödemen (śopha), schwerer Auszehrung und akuten Verdauungsstörungen. Darüber hinaus gelten extreme Witterungsbedingungen – übermäßige Hitze, Kälte, Wind oder starke Bewölkung – als kontraindiziert für die Durchführung.

Die Nachbehandlung (paschatkarma) wird als eigenständige Therapiephase beschrieben. Da das System des Patienten nach dem Aderlass als instabil gilt und das Verdauungsfeuer (agni) als geschwächt angesehen wird, sieht das klassische Protokoll leichte, appetitanregende Ernährung vor, die weder zu heiß noch zu kalt sein soll. Physischer und psychischer Stress sind bis zur Wiederherstellung des Blutgleichgewichts zu vermeiden.

Gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda, insbesondere der Suśruta-Schule, und des Panchakarma-Systems.

Weiterführend sind die Einträge Panchakarma, Pitta, Rakta sowie Virechana.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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