
Sandhi
Sandhi ist die ayurvedische Bezeichnung für die Gelenke des Körpers und gilt zugleich als eines der fünf organischen Prinzipien, die sich an den vitalen Energiepunkten, den Marmas, vereinen.
Der menschliche Körper enthält traditionell etwa 200 Gelenke. Ein Gelenk entsteht dort, wo die härtesten Bestandteile des Körpers, die Knochen, zusammentreffen; in beweglichen Gelenken sind die Knochenenden mit Knorpel überzogen und durch Bänder miteinander verbunden. Der Raum innerhalb beweglicher Gelenke ist mit einer schmierenden Flüssigkeit gefüllt, die im Ayurveda dem Shleshaka Kapha entspricht und den Gelenken Stabilität, Schmierung und Festigkeit verleiht. Ayurvedisch werden unbewegliche und bewegliche, synoviale Gelenke unterschieden; zu den beweglichen Gelenken zählen jene der Knie, Ellenbogen, Finger, Hüften, Schultern und der Wirbelsäule.
Sandhi ist ein wesentlicher Bestandteil der Marmas, jener festen Knotenpunkte, an denen Muskeln, Gefäße, Bänder, Knochen und Gelenke zusammentreffen. Von den insgesamt 107 Marmas werden 20 spezifisch als Sandhi Marmas, verwundbare Knochengelenke, klassifiziert, darunter das Janu, das Knie, das Kurpara, der Ellenbogen, und das Manibandha, das Handgelenk.
Der Zustand der Gelenke gilt als bedeutender Indikator für das Dosha-Gleichgewicht, insbesondere von Vata und Kapha. Ein übermäßiges Vata kann zu Knackgeräuschen in den Gelenken, Instabilität und reißenden Schmerzen führen; die Sandhigata Vata ist die ayurvedische Bezeichnung für die Osteoarthritis. Ein erhöhtes Kapha kann hingegen Schwere oder Lockerheit der Gelenke verursachen, während ein vermindertes Kapha zu Shlatha sandhita, einer Lockerheit beziehungsweise Laxität, sowie zu einem Gefühl der Leere in den Organen führt. Die Amavata, die rheumatoide Arthritis, betrifft mehrere Gelenke zugleich und ist durch starke Schmerzen, Schwellungen und Steifheit gekennzeichnet, die auf eine Ansammlung von Ama, unverdauten Toxinen, zurückgeführt werden. Zur Gelenkpflege wird eine regelmäßige Abhyanga, die Ölmassage, empfohlen, um die Gelenke zu schmieren und einem Eindringen des Vata vorzubeugen.
Der Begriff Sandhi findet darüber hinaus in einem zeitlichen Sinn als Ritu Sandhi Verwendung und bezeichnet dabei die zwischensaisonale Übergangsphase. Es handelt sich um ein vierzehntägiges Zeitfenster, das aus den letzten sieben Tagen der ausklingenden und den ersten sieben Tagen der beginnenden Jahreszeit besteht. In dieser Phase muss das Regime der vorangehenden Jahreszeit schrittweise abgebaut und das neue Regime allmählich übernommen werden, um durch plötzliche Gewohnheitswechsel verursachte Erkrankungen zu vermeiden.
Siehe auch die Einträge Marma, Vata, Kapha und Amavata.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


