
Shadrasa
Shadrasa (ṣaḍrasa; Sanskrit für „die sechs Geschmäcke") bezeichnet im Ayurveda die sechs Geschmacksqualitäten, die als im Universum existent angesehen werden: Madhura (süß), Amla (sauer), Lavana (salzig), Tikta (bitter), Katu (scharf) und Kashaya (adstringierend). Diese Geschmäcke gelten als grundlegend für die Gesundheit, da sie metabolische, anabolische und katabolische Vorgänge beeinflussen und die Basis für die Auswahl heilender Pflanzen zur Behandlung spezifischer Erkrankungen bilden.
Jeder Rasa entsteht aus einer eigenen Kombination der fünf großen Elemente (Pancha Maha Bhutas). Das primäre Element des Geschmackssinns ist Wasser (Ap), doch die Unterschiede zwischen den sechs Geschmäcken ergeben sich aus den jeweils zusätzlich beteiligten Elementen; der adstringierende Geschmack (Kashaya) etwa wird von den Elementen Luft und Erde dominiert.
Die sechs Geschmäcke werden traditionell in einer bestimmten Reihenfolge entsprechend der Energie aufgeführt, die sie dem Körper verleihen: Madhura, der süße Geschmack, liefert die größte Energie, während jeder nachfolgende Geschmack zunehmend weniger Energie bereitstellt, mit Kashaya, dem adstringierenden Geschmack, am Ende dieser Reihe.
Der primäre therapeutische Nutzen der Shadrasa liegt in ihrer Fähigkeit, die drei Doshas auszugleichen. Vata wird durch süßen, sauren und salzigen Geschmack gemildert, durch bitteren, scharfen und adstringierenden Geschmack hingegen verstärkt. Pitta wird durch adstringierenden, bitteren und süßen Geschmack gemildert, durch sauren, salzigen und scharfen Geschmack verstärkt. Kapha schließlich wird durch bitteren, scharfen und adstringierenden Geschmack gemildert, durch süßen, sauren und salzigen Geschmack hingegen verstärkt.
Jeder Geschmack besitzt eigene Qualitäten (Gunas) und klinische Wirkungen. Madhura, der süße Geschmack, gilt als ölig, gewebeaufbauend und förderlich für ausgezehrte und verwundete Personen. Amla, der saure Geschmack, wirkt im Allgemeinen ölig und unterstützt die Ausscheidung von Wind und Abfallstoffen, wobei einige Varianten, etwa Amalaki, eine abführende Wirkung entfalten können. Lavana, der salzige Geschmack, gilt als durchdringend, fördert die weiche Beweglichkeit des Stuhls und mildert Vata; in Bezug auf Schwere und Leichtigkeit wird er als neutral betrachtet. Tikta, der bittere Geschmack, ist rau und leicht, im Allgemeinen nicht aphrodisierend und wird zur Milderung von Kapha eingesetzt. Katu, der scharfe Geschmack, ist heiß und durchdringend; er regt das Verdauungsfeuer an, kann jedoch bei übermäßigem Gebrauch das Samengewebe schädigen. Kashaya, der adstringierende Geschmack, ist rau, kalt und von „dämpfender" Natur; er fördert die Heilung, hemmt Ausscheidungen und trocknet die Körpergewebe (Dhatus) aus.
Im Rahmen der Ritucharya, der jahreszeitlichen Verhaltenslehre, lehrt der Ayurveda, dass bestimmte Geschmäcke während verschiedener Jahreszeiten (Ritus) an Kraft gewinnen, was die jeweils passende Ernährung bestimmt: In Hemantha, dem Winter, dominiert Madhura, der süße Geschmack; in Sisira, dem Spätwinter, Tikta, der bittere Geschmack; in Vasantha, dem Frühling, Kashaya, der adstringierende Geschmack; in Greeshma, dem Sommer, Katu, der scharfe Geschmack; in Varsha, der Regenzeit, Amla, der saure Geschmack; und in Sarath, dem Herbst, Lavana, der salzige Geschmack.
Obwohl es nur sechs primäre Geschmäcke gibt, können diese auf 63 verschiedene Arten kombiniert werden, etwa in 15 Zweierkombinationen oder 20 Dreierkombinationen. Darüber hinaus unterscheidet die Praxis zwischen dem primären Geschmack (Rasa) und dem subsidiären beziehungsweise sekundären Geschmack (Anurasa), der sich häufig in der Mitte des Verdauungsprozesses zeigt, anstatt zu dessen Beginn oder Ende. Auch die postdigestive Wirkung (Vipaka) und die Gesamtpotenz (Virya) werden neben dem ursprünglichen Geschmack berücksichtigt, um die Gesamtwirkung einer Substanz auf den Körper zu bestimmen.
Der Eintrag ist der Tradition des klassischen Ayurveda zuzurechnen; Hinweise auf eine Verbindung zur Methode Kusum Modak liegen anhand der vorliegenden Angaben nicht vor.
Siehe auch die Einträge Vata, Pitta, Kapha und Deepaniya.
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Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


