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Shira

Shira (śiras; auch Shiro) ist die Sanskrit-Bezeichnung für den Kopf, der in der ayurvedischen Tradition als höchster Teil des Körpers und als Zentrum des Nervensystems gilt. Stellt man sich den menschlichen Körper als umgekehrten Baum vor, so bildet der Kopf dessen Wurzel. Er ist traditionell das erste Organ, das sich während der fetalen Entwicklung ausbildet, beherbergt das Gehirn und wird von den Schädelknochen, den Simantakas, geschützt.

Die Anwendung medizinierter Öle auf den Kopf, Murdha Taila genannt, umfasst vier Grundmethoden, die sich in aufsteigender Intensität voneinander unterscheiden. Die mildeste Form ist die Shiro Abhyanga, eine sanfte Kopfmassage, die traditionell Spannungskopfschmerzen lindert, Haar und Kopfhaut nährt und den Schlaf verbessert; sie wird gezielt bei Trockenheit, Juckreiz und Verunreinigungen der Kopfhaut eingesetzt. Eine intensivere Form ist die Shiro Pariseka, auch Shirodhara genannt, bei der ein kontinuierlicher Strahl warmen Öls oder anderer Flüssigkeiten auf die Stirn gegossen wird; sie kommt bei akuten Kopfschmerzen, Brennempfindungen und Wunden der Kopfhaut zur Anwendung. Bei der Shiro Pichu wird ein in Öl getränkter Wattebausch oder Tuchstreifen auf die Kopfhaut gelegt, um Haarausfall, rissige Haut oder Brennempfindungen zu behandeln. Als wirksamste und intensivste Methode gilt die Shirobasti, bei der das Öl mittels einer speziellen Kappe über einen längeren Zeitraum auf dem Kopf gehalten wird; sie wird traditionell als besonders wirksam bei Ardita, der Gesichtslähmung, bei Schlaflosigkeit und bei schwereren Kopferkrankungen angesehen.

Kopfschmerzen, Shirashoola genannt, werden im Ayurveda nach dem zugrunde liegenden Dosha-Ungleichgewicht unterschieden: bei Vataja-Schmerzen treten akute, reißende Schmerzen auf, die sich häufig nachts verstärken und durch Bandagieren oder warme Wärmeanwendung gelindert werden; bei Pittaja-Schmerzen herrscht ein intensives Brennen vor, begleitet von dem Gefühl, als befände sich Rauch im Kopf, wobei kühle Umgebungen Linderung bringen; bei Kaphaja-Schmerzen dominiert ein Gefühl von Schwere und Steifheit, als wäre der Kopf von zähem Schleim überzogen.

Im Kopf werden traditionell 37 Marma-Punkte verortet, vitale Knotenpunkte von Muskeln, Gefäßen, Bändern, Knochen und Gelenken. Zu den bedeutendsten zählt der Adhipati an der Fontanelle, der als „zehntes Tor", Brahmand, gilt, durch das Prana, die Lebensenergie, den Körper betreten oder verlassen kann. Der Sthapni-Punkt, das „dritte Auge", liegt zwischen den Augenbrauen und wird mit dem sechsten Chakra in Verbindung gebracht. Der Shankh-Punkt an den Schläfen schließlich gilt als Bereich, dessen Massage Sehkraft und Konzentrationsfähigkeit verbessern kann.

Von Shira zu unterscheiden ist der ähnlich klingende und mitunter ähnlich geschriebene Begriff Sira, der im physiologischen Kontext die Gefäße oder Kanäle bezeichnet, durch die lebenswichtige Substanzen wie Blut, Lymphe und Vayu, der Wind, im Organismus transportiert werden. Es werden vier Klassen von Siras unterschieden, die jeweils Vayu, Blut, Pitta und Kapha führen. Der ayurvedischen Lehre zufolge entstehen zahlreiche Schmerzzustände durch eine Obstruktion des durch diese Gefäße fließenden Vayu. Klinische Bedeutung erlangt dieser Begriff insbesondere in der Siravedha, der Venensektion oder dem Aderlass, bei dem verunreinigtes Blut aus bestimmten Siras chirurgisch entfernt wird, um verschiedene Beschwerden zu behandeln.

Siehe auch die Einträge Marma, Prana, Vata, Pitta, Kapha und Jalauka.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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