
Shiro Pariseka
Shiro Pariseka (śiropariseka; auch Shirodhara, Shiraseka)
Shiro Pariseka bezeichnet eine klassische ayurvedische Kopfbehandlung, bei der ein kontinuierlicher dünner Strahl medizierten Öls oder einer anderen therapeutischen Flüssigkeit auf Stirn oder Scheitel gegossen wird. Der Begriff setzt sich aus śiras (Kopf) und pariseka (Beträufeln, Übergießen) zusammen. Das Verfahren zählt zu den vier Formen von Mūrdha Taila — der Ölbehandlung des Kopfes — und steht in dieser Klassifikation zwischen Shiro Abhyanga und den intensiveren Methoden Shiro Pichu und Shiro Basti. In der modernen Praxis ist das Verfahren vorwiegend unter der Bezeichnung Shirodhara bekannt.
Die Flüssigkeit wird lauwarm oder kalt angewendet, wobei die Wahl des Mediums und der Temperatur vom Dosha-Zustand des Patienten abhängt. Bei Pitta-Störungen werden kühlende Substanzen wie kalte Milch, Zuckerrohrsaft, Honigwasser (Madhu Jala) oder Molke (Mastu) eingesetzt. Bei Vata-bedingten Kopfschmerzen — etwa beim Suryavarta genannten Migränetypus — wird lauwarme Kuhmilch mit Vata-beruhigenden Kräutern bevorzugt. Medizierte Öle (Taila) sind die am häufigsten verwendete Form und kommen bei einem breiten Indikationsspektrum zum Einsatz.
Das therapeutische Wirkungsspektrum umfasst Erkrankungen des Kopfes, der Kopfhaut und des Nervensystems. Bei Kopfschmerzen verschiedener Typen (Shiroroga), Brennempfindungen auf der Kopfhaut, Ulzerationen, Wunden und Eiterungen gilt Shiro Pariseka als gezielte Lokalbehandlung. Schlaflosigkeit (Anidra), Stress und mentale Erschöpfung zählen zu den klassischen Indikationen. Im Bereich neurologischer Erkrankungen wird das Verfahren als Standardmaßnahme bei Lähmungen (Pakshaghata) und Gesichtslähmung (Ardita) eingesetzt. Darüber hinaus findet es Anwendung bei der Behandlung von Adipositas (Medoroga) und bestimmten Hauterkrankungen (Kushtha) sowie generell in späteren Behandlungsphasen bei Vata-dominanten Zuständen.
Kontraindiziert ist Shiro Pariseka bei akutem Fieber (Jwaranubandha) sowie in sogenannten Saama-Zuständen, in denen Giftstoffe (Ama) aktiv im System zirkulieren. Bei ausgeprägtem Kapha-Überschuss ist die Anwendung ebenfalls zu vermeiden. Chronische oder rezidivierende Sinusitis mit Kopfschmerzen sowie eine subjektiv als unangenehm empfundene Kopfölanwendung (Anupashaya) gelten als weitere Kontraindikationen.
Zu verwandten Begriffen und Verfahren siehe die Einträge Mūrdha Taila, Shiro Basti, Abhyanga sowie Vata.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


