
Shramahara
Shramahara (śramahara; Sanskrit für „das, was die Erschöpfung vertreibt"; auch Shram Har, Shramapaha)
bezeichnet im Ayurveda keine einzelne Technik oder Substanz, sondern eine funktionale Eigenschaftskategorie: Sie wird auf alles angewendet, dem zugeschrieben wird, Erschöpfung und Müdigkeit (Shrama) zu beseitigen, von Massagetechniken über Speisen bis hin zu sinnlichen und emotionalen Einflüssen. Etymologisch setzt sich der Begriff aus śrama, Anstrengung beziehungsweise Erschöpfung, und hara, „das, was entfernt oder zerstört", zusammen, eine Bildung, die sich in ähnlicher Form auch bei anderen funktionalen Kategorien wie Stanyakara findet. Erschöpfung selbst wird der Lehre zufolge durch körperliche oder geistige Anstrengung, die einseitige Überlastung bestimmter Muskelgruppen, das Ausführen von Tätigkeiten ohne emotionale Beteiligung sowie die Ansammlung von Ama, Toxinen, verursacht.
Unter den manuellen Therapien gilt die Massage als zentrales Mittel zur Beseitigung von Erschöpfung. Die tägliche Ölmassage, Abhyanga, wird als śramavātahā beschrieben, ein Kompositum, das ihre doppelte Wirkung kennzeichnet: die Linderung von Müdigkeit sowie die Beruhigung eines gestörten Vata. Ihr wird zugeschrieben, die Muskulatur zu erfrischen und ihr nach Anstrengung zur ursprünglichen Form zurückzuhelfen. Bei geistig bedingter Erschöpfung gilt die Kopfmassage, Shiroabhyanga, mit duftenden Ölen als besonders geeignet: Sandelholzöl, einem Basisöl beigemischt, soll mentalen Druck lindern, während eine Mischung aus Koriander und Mandel- oder Sesamöl überschüssige Hitze aus dem Kopf ableiten soll. Die Fußmassage, Padabhyanga, wird speziell für von Erschöpfung und Müdigkeit Betroffene empfohlen und soll Steifheit und Taubheitsgefühl rasch lindern. Auch trockene Techniken wie Klopfen, Drücken, Kneten sowie sanftes oder festes Pressen können, den Quellen zufolge, ebenso wirksam wie die Ölmassage zur Beseitigung von Erschöpfung und Stress sein.
Auch das Baden, Snana, gilt als grundlegende Shramahara-Praxis; es wird als „Vernichter der Erschöpfung" beschrieben, der Energie, Tatkraft und Stärke steigert und zugleich Schmutz und Schweiß entfernt. Im Anschluss an Reinigungsbehandlungen (Panchakarma) dient Samsarjana Karma, eine bestimmte Ernährungsweise mit flüssigen und halbfesten Speisen wie Peya, der Wiederherstellung des Verdauungsfeuers und der körperlichen Kraft und fungiert damit ebenfalls als regenerierende, Shramahara-ähnliche Maßnahme.
Unter den diätetischen Shramahara-Substanzen wird Saktu, geröstetes Getreidemehl, das in trinkbarer oder dünnbreiiger Form eingenommen wird, als shramapaha bezeichnet, insbesondere für Personen, die durch körperliche Betätigung, das Zurücklegen langer Strecken (Adhva) oder die Einwirkung von Wind und Sonne erschöpft sind. Unter den spezifischen Gerichten gilt Mahavaspa Shaka, eine Gemüsezubereitung, klassisch als Shramahara. Pupaka, eine aus Milch und Zuckerrohrsaft bestehende Zubereitung, soll sowohl körperliche (Shrama) als auch geistige (Klama) Erschöpfung lindern. Die Suppenvarianten Shadava und Raga gelten ebenfalls als geeignet zur Linderung von Müdigkeit, während Sukshma Mansodana, eine Hühner- und Kräuterzubereitung, für ihre shramnashaka, das heißt erschöpfungsbeseitigende, Eigenschaft bekannt ist.
Erschöpfung kann darüber hinaus durch sinnliche und emotionale Annehmlichkeiten gelindert werden: Das angenehme Plaudern von Kindern, der Gesang bestimmter Vögel, das Tragen von Perlenketten und das Auftragen von Sandelholzpaste auf den Körper werden allesamt als hilfreich beschrieben, um Erschöpfung zu vertreiben. Umgekehrt gelten mentale Anspannung, Angst und mangelndes Interesse an der eigenen Tätigkeit als bedeutende Faktoren, die rasche Erschöpfung begünstigen.
Der Eintrag ist der Tradition des klassischen Ayurveda zuzurechnen; Hinweise auf eine Verbindung zur Methode Kusum Modak liegen anhand der vorliegenden Angaben nicht vor.
Siehe auch die Einträge Abhyanga, Padabhyanga, Vata, Ama und Snana.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


