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Sira

Sirā (auch Sira) ist die ayurvedische Bezeichnung für die Gefäße, Kanäle oder Venen, die lebenswichtige Flüssigkeiten durch den menschlichen Organismus transportieren, und gilt als eines der fünf organischen Prinzipien, die sich an den vitalen Energiepunkten, den Marmas, vereinen. Der Name leitet sich der Überlieferung zufolge von ihrer Funktion ab: Sie werden Sira genannt, weil sie es lebenswichtigen Flüssigkeiten ermöglichen, sich rasch durch den Körper zu bewegen.

Den im Material beschriebenen anatomischen Annahmen zufolge enthält der menschliche Körper 700 Siras, Venen, und 200 Dhamanis, Arterien. Es werden vier Hauptklassen von Siras unterschieden, von denen jede einen anderen vitalen Saft führt: Vayu, den Wind, Pitta, die Galle, Kapha, den Schleim, und Blut. Zehn große, im Herzen wurzelnde Gefäße tragen Ojas, die Lebensessenz, und pulsieren durch den gesamten Körper, um das Leben aufrechtzuerhalten. Die Siras treten in die Marmas ein und versorgen die dort gelegenen Bänder, Knochen, Muskeln und Gelenke mit Nährstoffen und Feuchtigkeit, wodurch sie den gesamten Organismus erhalten.

Der ayurvedischen Lehre zufolge entstehen zahlreiche Schmerzzustände und Beschwerden durch eine Obstruktion des durch diese Gefäße fließenden Vayu. Die Pakshaghata, die Lähmung, wird als Verlust motorischer oder sensorischer Funktionen definiert, der durch ein gestörtes Vata-Dosha verursacht wird, das die im Kopf gelegenen Siras und Snāyu, die Bänder, betrifft. Liegt ein Fremdkörper, Shalya genannt, in einer Sira vor, ein Zustand, der als Shalyagata bezeichnet wird, äußert sich dies in einer Ausdehnung der Vene. Eine Verminderung des Rakta Dhatu, des Blutgewebes, kann zudem zu einem Spannungsverlust in den Siras führen.

Eine regelmäßige Massage erzeugt durch die Reibung Wärme, wodurch sich die Körperluft ausdehnt und in Bewegung gerät; dies verbessert die Zirkulation des Vayu in den Siras, löst Spannungen und mindert Schmerzen. Eine spezialisierte Form des Aderlasses ist die Siravedha, die Venensektion, ein chirurgisches Verfahren zur Entfernung verunreinigten Blutes aus bestimmten Siras zur Behandlung verschiedener Beschwerden. Sie wird bei Hautkrankheiten, Abszessen, Tumoren sowie bei Erkrankungen eingesetzt, die nicht auf die üblichen Behandlungen mit Wärme oder Kälte beziehungsweise Trockenheit oder Öl ansprechen. Die Wahl der zu schneidenden Sira richtet sich nach dem Sitz der Erkrankung: So werden etwa Venen an der Stirn bei Kopf- und Augenerkrankungen geöffnet, während Venen in Kniehöhe bei Gridhrasi, der Ischialgie, gewählt werden. Kontraindiziert ist die Siravedha bei Personen unter 16 oder über 70 Jahren, bei Schwangeren sowie bei starker Auszehrung, Verdauungsstörungen oder kürzlich aufgetretenen Hustenanfällen. Als weitere Behandlungsform kann die Agnikarma, die Kauterisation, bei der die Venen mit Materialien wie heißem Honig oder Fett verödet werden, bei bestimmten Zuständen wie blauen Muttermalen oder übermäßigen Blutungen angezeigt sein.

Zu verwandten Begriffen siehe die Einträge Marma, Vata, Snāyu und Jalauka.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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