
Snayu
Snāyu ist die ayurvedische Bezeichnung für die Bänder, Sehnen und faserigen Bindegewebsstrukturen des Körpers und gilt als eines der fünf organischen Prinzipien, die sich an den vitalen Energiepunkten, den Marmas, vereinen.
Den im Material beschriebenen anatomischen Annahmen zufolge enthält der menschliche Körper 900 Snāyus. Ihre primäre Funktion besteht darin, das strukturelle Gerüst des Körpers, einschließlich Muskeln, Gefäßen, Knochen und Gelenken, zu binden und zu stützen. Gemeinsam mit den übrigen organischen Prinzipien bilden die Snāyus die „Sitze" des Prana, der Lebensenergie. Der Māmsavaha Srotas, der zum Muskelgewebe führende Körperkanal, hat seine Wurzel in den Bändern und der Haut.
Von den insgesamt 107 Marma-Punkten des Körpers werden 27 spezifisch als Snāyu Marmas klassifiziert; an diesen vitalen Knotenpunkten bildet das Band das vorherrschende organische Prinzip. Dazu zählen die vier Ani-Punkte oberhalb des Knies und im Arminneren über dem Ellenbogen, die vier Kshipra-Punkte zwischen erster und zweiter Zehe sowie zwischen Daumen und Zeigefinger, die vier Kuruchcha-Punkte am Fußballen und an der Daumenwurzel, die vier Kurchshira-Punkte an Ferse beziehungsweise äußerem Fußrand und an der Basis von Daumen und Handgelenk, die beiden Vidhuram-Punkte unterhalb der Ohren, die beiden Kakshadhara-Punkte in den Achselhöhlen, die beiden Vitapam-Punkte im Bereich der Leistengegend beziehungsweise der Skrotalwurzel, die beiden Ansa-Punkte an den Schultern, die beiden Utkshep-Punkte oberhalb der Ohren sowie der einzelne Vastih-Punkt an der Harnblase.
Der Zustand der Snāyus gilt als wichtiger Indikator für Gesundheit und Krankheit, insbesondere im Hinblick auf Vata-Ungleichgewichte. Wird Vata in Bändern und Sehnen gestört, können sich Steifheit, Kontraktion, Verdrehung, die Bildung von Knoten oder Drüsenschwellungen, Pulsieren und Gefühllosigkeit zeigen. Die Pakshaghata, die Lähmung, wird als Verlust motorischer Funktionen definiert, der durch ein gestörtes Vata verursacht wird, das die im Kopf gelegenen Sira, die Gefäße, und Snāyu, die Bänder, betrifft. Liegt ein Fremdkörper, Shalya genannt, in einem Snāyu vor, einen Zustand, der als Shalyagata bezeichnet wird, kann dies Krämpfe, Schockzustände, Steifheit, Bewegungsverlust und starke Schmerzen verursachen. Vor dem Einschneiden einer „unreifen", noch nicht eingeschmolzenen Schwellung wird gewarnt, da dies zu Erkrankungen der Venen und Snāyus sowie zu starken Blutungen und heftigen Schmerzen führen kann. Bei Wunden, in denen Snāyus durchtrennt wurden, wird ein Verband empfohlen, um eine leichtere und schnellere Heilung zu fördern.
Siehe auch die Einträge Marma, Vata, Sandhi und Pakshaghata.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


