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Snehana

Snehana (snehana; auch Snehakarma, Snehāpana)

Snehana bezeichnet die ayurvedische Oleationstherapie, also die therapeutische Anwendung von Fetten und Ölen auf dem Weg der inneren Einnahme oder der äußeren Applikation. Der Begriff leitet sich von sneha ab und verweist sowohl auf Öl und Fett als materielle Substanz als auch auf die nährende, weichmachende Qualität, die dieser Therapieform zugrunde liegt. Als unverzichtbare Vorbereitungsmaßnahme (Pūrvakarma) für die Panchakarma-Therapie zielt Snehana darauf ab, die Körpergewebe zu schmieren, die inneren Transportkanäle (Srotas) zu erweichen und vitierte Doshas aus ihren ursprünglichen Lokalisationen im Gewebe zu lösen, sodass sie durch die nachfolgenden Hauptreinigungsverfahren ausgeleitet werden können.

Das klassische Ayurveda beschreibt vier primäre Fettsubstanzen, die unter dem Begriff Catur-Sneha zusammengefasst werden und sich hinsichtlich Potenz und Verdauungsgewicht unterscheiden. Ghṛta, das geklärte Butterschmalz, gilt als das beste aller Fette, da es als von Geburt an verträglich, süß im Geschmack und wirksam im Ausgleich von Pitta und Vata ohne Brennempfindung beschrieben wird; es wird besonders für Personen empfohlen, die Gedächtnis, Intelligenz und Sehkraft stärken möchten. Taila, in der Regel Sesamöl, gilt als das beste Öl für Körperstärke und Oleation und wird vorrangig bei Vata-Störungen, Tumoren, Geschwüren, Wurmerkrankungen und Darmträgheit eingesetzt. Vasā, das Muskelfett, wird zur Stärkung der Zeugungskraft sowie bei schwerer körperlicher Betätigung, Verletzungen, Knochenbrüchen und Ohrenbeschwerden empfohlen. Majjā, das Knochenmark, fördert nach klassischer Auffassung Kraft, Samenqualität sowie die Nährung von Knochengewebe (Asthi Dhātu), Mark und Fett.

Die primäre physiologische Funktion von Snehana wird in der klassischen Überlieferung als Beseitigung von Vata, Erweichung des Körpers und Lösung von Exkretstauungen beschrieben. Im Einzelnen schmiert Snehana die Darmkanäle für einen reibungsloseren Stoffwechselfluss, öffnet die inneren Körperkanäle, um angesammlte Toxine (Āma) in Richtung des Gastrointestinaltrakts zur Ausleitung zu bewegen, und trägt traditionellen Quellen zufolge zur Steigerung der Vitalität, zur Verzögerung des Alterungsprozesses sowie zu einem gesunden Teint und kräftigen Sinnesorganen bei.

Die Applikation von Snehana erfolgt auf zwei Wegen. Die innere Oleation (Ābhyantara Snehana) umfasst einerseits Acchapeya, das Trinken des reinen Fettes ohne Beimischung, das als wirksamste Methode für eine rasche Oleation gilt, andererseits Vicāraṇa, die Vermischung des Fettes mit verschiedenen Nahrungsmitteln oder Getränken in vierundsechzig überlieferten Zubereitungsvarianten, die als mildere Methode für Personen geeignet ist, die reines Öl nicht vertragen. Die äußere Oleation (Bāhya Snehana) umfasst die Ölmassage (Abhyaṅga), die Kopfölbehandlung (Śirobasti) sowie den öligen Einlauf (Anuvāsana Basti).

Die Dosierung wird sorgfältig nach der individuellen Verdauungskraft (Agni) des Patienten bemessen. Eine niedrige Dosis, die in etwa sechs Stunden verdaut wird, dient der Einschätzung der Verdauungskapazität vor Therapiebeginn. Eine mittlere Dosis mit einer Verdauungszeit von etwa neun Stunden gewährleistet eine moderate Oleation. Eine hohe Dosis, die zwölf bis vierundzwanzig Stunden zur Verdauung benötigt, ist schwerwiegenden Zustandsbildern wie Geisteserkrankungen oder gasförmigen Tumoren vorbehalten. Saisonal werden Öle bevorzugt in der frühen Regenzeit, Ghee im Herbst und Fett sowie Mark im Frühling verabreicht.

Die Einschätzung des Oleationsergebnisses erfolgt anhand charakteristischer Zeichen. Angemessene Oleation zeigt sich in einem nach unten gerichteten Vata-Fluss, lebhafter Verdauung, weichen und öligen Stühlen, allgemeiner Körperweichheit und einer sich einstellenden Aversion gegenüber weiteren Fettsubstanzen. Zu geringe Oleation äußert sich in rauen, klumpigen Stühlen, Körpertrockenheit und schwacher Verdauung. Übermäßige Oleation manifestiert sich in Blässe, Schweregefühl, Übelkeit, Benommenheit und abnormen Absonderungen aus den Körperöffnungen.

Kontraindiziert ist Snehana bei sehr schwacher oder sehr starker Verdauungskraft, bei Adipositas, akutem Fieber, Durchfall und Vergiftungszuständen. Darüber hinaus ist sie ungeeignet bei Urustambha, der Steifheit der Oberschenkel, bei Übelkeit sowie bei ausgeprägtem Kapha-Ungleichgewicht.

Da Snehana und Sneha denselben Begriffskern teilen und beide die Oleation als therapeutisches Prinzip beschreiben, ist zwischen den Einträgen zu unterscheiden: Sneha bezeichnet primär die Substanzklasse und das therapeutische Prinzip in seiner allgemeinen Bedeutung, während Snehana den strukturierten klinischen Behandlungsablauf mit seinen Dosierungsregeln, Administrationswegen und Verlaufszeichen bezeichnet.

Snehana gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und ist in der Caraka Saṃhitā und dem Aṣṭāṅga Hṛdayam als zentrales Pūrvakarma-Verfahren ausführlich beschrieben.

Vgl. die Einträge Sneha, Ghṛta, Taila, Abhyaṅga, Panchakarma, Pūrvakarma, Srotas, Āma, Vata und Basti.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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