
Surya
Sūrya (auch Surya) bezeichnet die Sonne und steht im Ayurveda mit verschiedenen physiologischen, therapeutischen und energetischen Konzepten in Verbindung.
Als Marma-Punkt ist Sūrya im Rumpfbereich lokalisiert, insbesondere in Zuordnung zum Magen (Amashaya). Der Punkt gilt als besonders wirksam bei Störungen des Pachaka Pitta, einschließlich Übersäuerung, Gastritis und allgemeinen Magenbeschwerden. Gemeinsam mit dem Shankha-Marma zählt Sūrya zu den zentralen Punkten zur Regulierung von Verdauungsfeuer und Stoffwechselwärme.
Surya Namaskar (Sonnengruß) ist eine zentrale Praxis der ayurvedischen Yoga-Therapie mit vielfältigen Anwendungen. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten wird er traditionell empfohlen, um Bauch-, Rücken- und Beckenmuskulatur zu stärken, was das Tragen des Fötus unterstützen und den Körper auf die Geburt vorbereiten soll. Darüber hinaus wird Surya Namaskar als Maßnahme im Management von Diabetes mellitus eingesetzt und gilt als wesentlich zur Vorbeugung eines Wiederauftretens arthritischer Beschwerden, sobald die anfänglichen Schmerzen abgeklungen sind.
Surya Bhedan ist eine Pranayama-Atemtechnik, bei der durch das rechte Nasenloch eingeatmet wird. Das rechte Nasenloch wird energetisch mit der Sonne assoziiert; das Öffnen dieses Nasenlochs soll den Körper traditionell vor Kälte und einer Kapha-Verstärkung schützen. Die Technik wird insbesondere als sanfte Entspannungsmethode für Schwangere empfohlen.
Solare Eigenschaften werden auch bestimmten Substanzen zugeschrieben. Der Sanskrit-Name von schwarzem Pfeffer (Maricha) soll sich von einer Bezeichnung der Sonne ableiten; aufgrund seiner stark erhitzenden Natur und seines scharfen Geschmacks wird angenommen, dass schwarzer Pfeffer sämtliche Eigenschaften der Sonne in sich trägt. Eine weitere Praxis ist die Sonnenreifung von Ölen: Mandel- oder Kokosöl wird vierzig Tage lang in farbigen Glasflaschen der Sonne ausgesetzt. Sonnenreifes Kokosöl in blauer Flasche soll demnach Verbrennungen heilen, sonnenreifes Mandelöl in oranger Flasche soll Pessimismus und Angst lindern.
In zyklischer und klinischer Hinsicht bezeichnet Adana Kala den Zeitraum von Spätwinter bis Sommer, in dem die Sonne nach Norden wandert; in dieser Phase entzieht die zunehmende Sonnenintensität der Natur traditionell Feuchtigkeit und kühlende Qualitäten, was zu erhöhter Schwäche bei Lebewesen führen soll. Suryavarta (Sonnenkopfschmerz) bezeichnet ein klinisches Bild starker Kopfschmerzen, deren Intensität dem Sonnenverlauf folgt – zunehmend mit dem Sonnenaufgang, abnehmend mit dem Sonnenuntergang. In der ayurvedischen Prognostik gilt das Erscheinen der Sonne im Traum oder beim Besuch eines Patienten traditionell als günstiges Zeichen für eine positive Genesung.
Siehe auch die Einträge Marma, Pachaka Pitta und Surya Namaskar.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


