
Tamas
Tamas (tamas; auch Tamo-Guna, Tamoguna)
Tamas bezeichnet das dritte der fundamentalen kosmischen und mentalen Grundprinzipien (Triguṇa) des Āyurveda und der vedischen Philosophie, neben Sattva und Rajas. Es verkörpert die Prinzipien der Trägheit, Schwere, Dunkelheit und Unwissenheit. Etymologisch bedeutet der Begriff „Dunkelheit" oder „Finsternis" und verweist auf die verdunkelnde, verhüllende Wirkung, die Tamas auf Bewusstsein und Wahrnehmung ausübt. In seinem Urzustand existiert Tamas in vollkommenem Gleichgewicht mit Sattva und Rajas; erst das Zusammenspiel dieser drei Prinzipien initiiert die Schöpfung des materiellen Feldes, dem die fünf Grundelemente (Pañcamahābhūta) angehören.
Die Kernqualitäten des Tamas umfassen vollständige Bewegungslosigkeit, Dumpfheit, Stabilität und das Fehlen von Initiative. In der Farbsymbolik wird Tamas durch Schwarz repräsentiert. Psychologisch entspricht Tamas dem Kapha-Dosha und teilt mit diesem die Qualitäten der Schwere, Stabilität und Trägheit. Funktional ist Tamas für Faulheit, Anhaftung, Abneigung und die Manifestation von Krankheit und Dilemma verantwortlich. Da Tamas von sich aus träge und bewegungslos ist, kann es ohne die treibende Kraft des Rajas nicht wirksam werden — eine strukturelle Abhängigkeit, die erklärt, weshalb beide Prinzipien in der klinischen Praxis stets gemeinsam betrachtet werden.
Menschen, die in starkem Maße von Tamas (und Rajas) beeinflusst werden, neigen zu intellektuellen Irrtümern (Prajñāparādha), die dazu führen, kurzfristig befriedigenden Objekten den Vorzug gegenüber wahrhaft heilsamen zu geben. Dieser Zustand der Unwissenheit begünstigt die Unterdrückung natürlicher Körperimpulse und die Hingabe an unzuträgliche Sinnesobjekte, was schließlich zu körperlichen und psychischen Störungen führt. Die āyurvedische Philosophie betont, dass reines Wissen erst dann entstehen kann, wenn die Masse des Tamas, die das Objekt der Erkenntnis verhüllt, beseitigt ist.
Der Āyurveda unterscheidet drei tamasische Persönlichkeitstypen, die allesamt als defektive Konstitutionen betrachtet werden. Der Pasava-Typus (Tier-gleich) zeichnet sich durch Mangel an Intelligenz, verwerfliche Ernährungsgewohnheiten sowie eine beständige Hingabe an sexuelle Aktivitäten und Schlaf aus. Der Matsya-Typus (Fisch-gleich) gilt als ängstlich, unweise und instabil, mit einem anhaltenden Verlangen nach Wasser sowie einer Neigung zu Zorn und Leidenschaft. Der Vānaspatya-Typus (Pflanzen-gleich) ist durch vollständige Untätigkeit und eine ausschließliche Ausrichtung auf Nahrungsaufnahme charakterisiert, bei weitgehendem Fehlen intellektueller oder bedeutsamer körperlicher Aktivität.
Im Hinblick auf Schlaf und Physiologie gilt ein dominant tamasisches Temperament als mit ausgedehntem Schlaf über den gesamten Tag und die gesamte Nacht verbunden. Tamasischer Schlaf selbst wird in der klassischen Überlieferung als jener Schlafzustand beschrieben, der einsetzt, wenn die sinnesvermittelnden Nerven durch Schleim (Śleṣman) verstopft werden — einer Substanz, die ihrerseits reich an Tamas-Qualitäten ist. Diese spezifische Form des Schlafs wird mit dem Bewusstseinsverlust in Verbindung gebracht, der zum Zeitpunkt des Todes oder der Auflösung eintritt.
Klinisch wird das Vorhandensein von Tamas bei einem Patienten aus dem Ausmaß seiner Verwirrung und seines Verständnismangels erschlossen. Auf physiologischer Ebene gelten die Marma-Punkte — die vitalen Druckpunkte des Körpers — als primäre Sitze der Guṇas; eine Verletzung eines Marma kann das Gleichgewicht von Tamas stören und zu Desintegration oder sogar zum Tod führen.
In der spirituellen Dimension des Āyurveda und der Yoga-Philosophie ist die Befreiung von Tamas und Rajas Voraussetzung für das Erlangen von Mokṣa. Autoritatives Wissen und Erleuchtung sind nach dieser Auffassung nur denjenigen zugänglich, die die dichte Dunkelheit des Tamas aus ihrem Geist verdrängt haben und so das reine und wahre Wissen des Selbst zum Leuchten bringen können.
Gehört zur Tradition des klassischen Āyurveda, mit engen Bezügen zur Sāṃkhya-Kosmologie und vedischen Philosophie.
Siehe auch die Einträge Guna, Sattva, Rajas, Tridosha, Prakriti, Marma und Manas.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


