
Tikta
Tikta (auch der bittere Geschmack)
Tikta (bitter) ist einer der sechs Grundgeschmäcker (Rasas) im Ayurveda. Obwohl er für sich allein häufig als unangenehm gilt, wird er wegen seiner heilenden Eigenschaften, insbesondere seiner reinigenden Wirkung und seines Vermögens, bestimmte Doshas auszugleichen, hoch geschätzt.
In seiner elementaren Zusammensetzung entsteht Tikta aus der Verbindung von Äther (Akasha) und Luft (Vayu). Seine Gunas (Eigenschaften) sind von Natur aus trocken (Ruksha), kühl (Shita) und leicht (Laghu); seine Virya (Potenz) ist kühlend. Nach der Verdauung durchlaufen bittere Substanzen typischerweise eine Vipaka (postdigestive Wirkung) zum Scharfen (Katu) hin.
Hinsichtlich der Dosha-Wirkung gilt Tikta als ausgezeichnetes Mittel zur Linderung von Pitta und Kapha: Es beruhigt die Hitze von Pitta und trocknet die überschüssige Feuchtigkeit und Schwere von Kapha. Aufgrund seiner trockenen und leichten Natur verstärkt es im Allgemeinen jedoch Vata. Bemerkenswerte Ausnahmen bilden bestimmte bittere Substanzen wie Guduchi (Amrita) und Patola, die trotz ihres bitteren Geschmacks Vata nicht verstärken.
Tikta Rasa erfüllt mehrere wichtige Funktionen im Körper. Es reinigt den Mund, entfernt Toxine (Visha) und tötet Würmer bzw. krankheitserregende Organismen (Krimighna). Als wirksames Mittel gegen Appetitlosigkeit (Aruchi) trägt es zur Wiederherstellung der Geschmackswahrnehmung bei. Aufgrund seiner „abschabenden" bzw. trocknenden Wirkung reduziert es überschüssiges Fett (Medas), Knochenmark (Majja), Muskelfett und Feuchtigkeit im Körper. Es wird zudem bei Hauterkrankungen (Kushta), Fieber, Durst, Brennen und Übelkeit eingesetzt und gilt darüber hinaus als förderlich für die Intelligenz sowie reinigend für Rachen und Muttermilch.
Der übermäßige Verzehr bitterer Substanzen kann zu gesundheitlichen Ungleichgewichten führen: Er kann die Erschöpfung sämtlicher Körpergewebe (Dhatus) bewirken, was zu Auszehrung und Kraftverlust führt. Übermäßiger Gebrauch führt zudem zu Vata-bedingten Störungen wie geistiger Verwirrung, Schwindel, Mundtrockenheit und Rauheit in den Körperkanälen.
Zu den bekannten bitteren Substanzen zählen Kiratatikta, häufig als primäres bitteres Kraut genannt, Nimba (Neem), ein bekanntes bitteres Reinigungsmittel, Haridra (Kurkuma), das sowohl scharfen als auch bitteren Geschmack besitzt, Guduchi, ein bitteres Mittel zum Ausgleich von Pitta ohne Verstärkung von Vata, sowie Muskatnuss, Ajwain (Pflanzenkümmel) und Tagara.
Siehe auch die Einträge Vata, Pitta und Vipaka.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


