
Ubtan
Ubtan
Ubtan ist eine traditionelle ayurvedische Heilpaste, die aus gemahlenen Nüssen oder Mehl in Verbindung mit verschiedenen Ölen und Gewürzen hergestellt wird. In Indien ist sie weit verbreitet als natürliche Alternative zu handelsüblicher Seife, da sie Reinigung und Pflege der Haut miteinander verbindet und ihr einen geschmeidigen, gesunden Glanz verleiht. Ubtan wird sowohl im Gesicht als auch am Oberkörper oder am gesamten Körper angewendet und ist insbesondere im Rahmen der Schönheitsmassage von Bedeutung.
Die Wirkung von Ubtan beruht auf einer Abfolge thermischer und energetischer Vorgänge. Zunächst entzieht die noch feuchte Paste dem Gesicht oder dem Körper überschüssige Hitze. Während des Trocknens der Paste stellt die für ihre Entfernung erforderliche Reibebewegung die normale Körpertemperatur wieder her. Diese Reibung fördert zugleich die Durchblutung und führt der Hautoberfläche frische Energie zu.
Im Unterschied zu handelsüblichen Seifen, die der Haut natürliche Öle entziehen und die Poren austrocknen, nährt und reinigt Ubtan mit natürlichen Zutaten wie Kichererbsenmehl, das sich besonders günstig auf die Hautstruktur auswirken soll. Bestandteile wie Kurkuma gelten traditionell als Träger von Nährstoffen, etwa Jod, die unmittelbar über die Haut aufgenommen werden können. Die Anwendung von Ubtan auf der Stirn wird zudem traditionell als geeignete Methode zur Beruhigung des Nervensystems angesehen.
Eine besondere kulturelle Bedeutung kommt Ubtan im Rahmen der zeremoniellen Massage vor der Eheschließung in Indien zu, bei der die Paste sowohl der Braut als auch dem Bräutigam verabreicht wird, um Entspannung und einen strahlenden Teint zu fördern.
Hinsichtlich der Anwendung und Entfernung wird zwischen der Gesichts- und der Körperprozedur unterschieden. Im Gesicht wird die getrocknete Paste abgerieben, woraufhin das Gesicht mit kühlem, mit Rosenwasser vermischtem Wasser bespritzt, anschließend mit warmem Wasser, gegebenenfalls unter Zugabe von Zitronensaft, abgespült und mit einer Bienenwachscreme behandelt wird. Bei einer Ganzkörperbehandlung sollte etwa eine Stunde nach dem Entfernen der Paste ein Bad mit kühlem oder lauwarmem Wasser genommen werden; im Winter wird während dieses Zeitintervalls ein kurzes Sonnenbad von maximal zwanzig Minuten empfohlen, wobei das Gesicht vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden sollte.
Die Quellen nennen mehrere spezifische Rezepturen für unterschiedliche Anwendungsbereiche. Für die allgemeine Gesundheit und einen strahlenden Teint dient eine Grundmischung aus Kichererbsenmehl, Kurkuma sowie Senf- oder Mandelöl, deren hautglättende Wirkung durch die Zugabe von Bockshornkleepulver weiter verstärkt werden kann. Bei Rheuma wird eine auf die schmerzenden Stellen aufgetragene Formel aus Olivenöl, Senföl, Bockshornkleepulver, Knoblauchpulver, Kichererbsenmehl und Kurkuma verwendet. Gegen Pickel kommt eine gezielte Gesichtsanwendung aus Chironji-Nusspaste, getrockneter Orangenschale, Kokosöl, Weizenkeimöl, Kurkuma und einer Prise Kampfer zum Einsatz. Zur Behandlung von Falten und zur Reinigung dient eine Paste aus Vollkornweizenmehl, Zitronensaft und Weizenkeimöl. Eine aromatische Ganzkörpermischung verbindet Kichererbsenmehl, Senf- oder Mandelöl, Kurkuma, Bockshornklee, Weizenkeimöl und Rosenöl. Für eine nussbasierte Gesichtsanwendung schließlich werden Mandel-, Cashew- und Pistazienpasten mit Malai, der Haut gekochter Milch, Weizenkeimöl und Rosenwasser vermischt.
Siehe auch den Eintrag Rosenwasser.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


