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Vastih

Vastih (vasti; auch Basti, Vasti)

Vastih bezeichnet im klassischen Ayurveda zwei konzeptuell miteinander verbundene, terminologisch aber zu unterscheidende Gegebenheiten: einen Marma-Punkt von höchster klinischer Bedeutung sowie eine der zentralen therapeutischen Maßnahmen des Panchakarma-Systems. Der Begriff leitet sich vom Sanskrit vasti ab, das ursprünglich die Harnblase bezeichnet und damit sowohl auf die anatomische Lokalisation des Marma-Punktes als auch auf das historische Applikationsmittel der gleichnamigen Therapie verweist.

Als Marma-Punkt wird Vastih der Gruppe der Snāyu-Marmas zugeordnet und ist in der Thorax- und Abdominalregion lokalisiert, wo er anatomisch der Harnblase entspricht. Im Rahmen der Lehre von den Trimarma — den drei vital bedeutsamsten Punkten des Körpers — nimmt Vastih neben dem Herz (Hridayam) und dem Kopf (Moordha) eine Sonderstellung ein. Erkrankungen, die diesen Bereich betreffen, wie etwa Harnsteine (Ashmari), gelten in der klassischen Überlieferung als schwer behandelbar (Krichrasādhya). Als Snāyu-Marma stellt Vastih eine Kreuzungsstelle der fünf organischen Gewebsprinzipien — Gefäße (sira), Muskeln (māṃsa), Bänder (snāyu), Knochen (asthi) und Gelenke (sandhi) — dar und gilt als primärer Sitz des Prana.

Als therapeutisches Verfahren bezeichnet Vasti die medizierte Einlauftherapie innerhalb des Panchakarma-Systems und gilt traditionell als das bevorzugte Behandlungsverfahren bei Störungen des Vata-Dosha. Da Vata als treibende Kraft für die Bewegung aller Körperabfälle und Doshas angesehen wird, wird Vasti in manchen klassischen Quellen als Ardha Chikitsa bezeichnet, als die Hälfte aller medizinischen Behandlung. Der Name verweist etymologisch auf die historische Praxis, tierische Harnblasen als Behälter für die Verabreichung der Medikamente zu verwenden.

Die klassische Überlieferung unterscheidet mehrere Formen der Vasti-Therapie. Beim Niruha Vasti, auch Asthapana Vasti genannt, wird ein Gemisch aus Kräuterdekokt, Honig, Salz und Fetten auf nüchternen Magen verabreicht. Der Anuvasana Vasti, auch Sneha Vasti, verwendet medizierte Öle oder Fette und wird kurz nach einer Mahlzeit appliziert. Der Mātrā Vasti stellt eine täglich anwendbare Kleindosierung mit Öl dar, die als geeignet für Kinder, ältere Menschen und geschwächte Personen gilt und keine strengen Diätvorschriften erfordert. Der Uttara Vasti schließlich bezeichnet eine Spezialform, die über den urethralen oder vaginalen Weg zur Behandlung von Erkrankungen des Reproduktions- oder Harnsystems verabreicht wird. Hinsichtlich des optimalen Zeitpunkts gilt die Regenzeit (Varsha Ritu) als besonders günstig für die Vasti-Anwendung bei gesunden Personen, da Vata in dieser Jahreszeit naturgemäß erhöht ist; für erkrankte Patienten kann die Therapie ganzjährig eingesetzt werden.

Im Kontext der Massagetherapie sind spezifische Wechselwirkungen zu beachten. Eine Ganzkörpermassage gilt als kontraindiziert bei Personen, die unmittelbar zuvor eine Purgativbehandlung erhalten haben oder sich aktuell in einer Vasti-Reinigungskur befinden. Bei bestimmten Indikationen wie Ischias (Gridhrasi) oder Lendensteife (Katigraha) kann die Kombination lokalisierter Ölmassage (Abhyanga) mit Vasti-Anwendungen traditionell als sinnvolle therapeutische Ergänzung betrachtet werden.

Gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda sowie dem Panchakarma-System.

Weiterführend sind die Einträge Marma, Panchakarma, Abhyanga, Vata sowie Trimarma.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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