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Vikruti

Vikruti (vikṛti; auch Vikriti, Vikrti)

Vikruti bezeichnet den gegenwärtigen Zustand des Ungleichgewichts, der Morbidität oder der pathologischen Manifestation im Organismus und bildet als diagnostisches Konzept das komplementäre Gegenstück zur Prakṛti. Während die Prakṛti die unveränderliche Geburtskonstitution und den biochemischen Grundplan des Individuums beschreibt, erfasst Vikruti die Abweichung von diesem natürlichen Zustand infolge von Umwelteinflüssen, Ernährung und Lebensführung. Etymologisch setzt sich der Begriff aus vi (abweichend, verändert) und kṛti (Schöpfung, Zustand) zusammen und kann sinngemäß als „veränderte Natur" oder „Zustand der Abweichung" übersetzt werden. In der klassischen Terminologie wird Vikruti synonym mit Morbidität und Vikāra (Störung, Erkrankung) verwendet.

Vikruti manifestiert sich, wenn eines oder mehrere der drei Doshas — Vāta, Pitta oder Kapha — aggraviert oder depletiert werden und dadurch aus ihrem konstitutionellen Gleichgewicht geraten. Dieser Zustand des Disequilibriums wird in der klassischen Überlieferung grundsätzlich mit Leid und Krankheit gleichgesetzt. Vikruti bezeichnet das zum jeweiligen Zeitpunkt dominant wirkende Dosha, das mit der ursprünglichen Prakṛti des Individuums übereinstimmen kann, jedoch nicht muss; entscheidend ist die Abweichung vom individuellen Normalzustand, nicht die absolute Dosha-Ausprägung.

Die Bestimmung der Vikruti erfolgt durch eine Kombination diagnostischer Verfahren. Die Pulsdiagnose (Nāḍī Parīkṣā) gilt als unverzichtbares Instrument zur Identifikation des zum Untersuchungszeitpunkt dominanten oder aggravierenden Doshas; die Untersuchung des Radialpulses ermöglicht dem erfahrenen Praktiker eine differenzierte Einschätzung des Dosha-Zustands. Ergänzend wird die Schwere des Ungleichgewichts durch klinische Beobachtung beurteilt, die die Intensität der Symptome, die Stärke der auslösenden Ursache, die betroffenen Gewebeschichten (Dūṣya) sowie ortsbezogene und zeitliche Faktoren einschließt. Die Stärke der Dosha-Vitiation wird dabei traditionell in drei Grade — überlegen, mittel und gering — eingeteilt, was eine Graduierung der therapeutischen Reaktion ermöglicht.

Die klinische Bedeutung der Vikruti liegt in ihrer unmittelbaren therapeutischen Relevanz. Die Kenntnis des aggravierenden Doshas bestimmt die Auswahl der geeigneten Behandlungsmaßnahmen, darunter spezifische Medikamentenöle für die abhyaṅga sowie entsprechende Pañcakarma-Verfahren. Die Dosierung eines Heilmittels wird dabei dem Grad der festgestellten Vikruti angepasst: Eine ausgeprägte Dosha-Vitiation erfordert in der Regel eine höhere Dosis, die jedoch stets gegen die körperliche Belastbarkeit des Patienten abgewogen werden muss, um iatrogene Schäden zu vermeiden. Das übergeordnete therapeutische Ziel besteht darin, die erhöhten oder depletierten Faktoren in einen Zustand des Gleichgewichts zurückzuführen und den Patienten so von seiner gegenwärtigen Vikruti zurück in Richtung seiner ursprünglichen Prakṛti zu bewegen.

Gehört zur Tradition des klassischen Āyurveda.

Siehe auch die Einträge Prakriti, Tridosha, Vata, Pitta, Kapha, Nadi Pariksha und Panchakarma.

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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