
Virechana
Virechana (virecana; auch Virecanam)
Virechana bezeichnet die therapeutische Purgation als eines der fünf zentralen Reinigungsverfahren des Panchakarma und gehört damit zur Gruppe der Pradhanakarma-Maßnahmen. Primäres Ziel ist die physische Ausleitung überschüssigen oder vitierten Pitta-Doshas aus dem Körper. Das Verfahren reinigt insbesondere Dünndarm und Leber, die als Hauptsitze von Pitta gelten. In der klassischen Literatur wird Pitta mit dem Feuer in einem Holzofen verglichen: So wie das Entfernen des Feuers aus der Brennkammer den Ofen unweigerlich abkühlt, entzieht Virechana dem Körper die Pitta-Hitze an ihrer Wurzel. Darüber hinaus gilt es als primäre Behandlungsmethode für Erkrankungen, die durch unreines Blut (Rakta) verursacht werden.
Die Behandlung folgt dem dreistufigen Protokoll des Panchakarma. In der Vorbereitungsphase (Purvakarma) durchläuft der Patient eine Phase der Snehana — innere und äußere Ölung — sowie Swedana, um die Doshas in den Geweben zu verflüssigen und in den Verdauungstrakt zu leiten. Die Abendmahlzeit vor der Purgation soll leicht und bekömmlich sein. Das Purgativum wird in der Regel drei Tage nach Abschluss der Ölungsphase verabreicht. In der Hauptphase (Pradhanakarma) nimmt der Patient das Mittel am Morgen auf nüchternen Magen ein, nachdem die Kapha-Zeit des Tages verstrichen ist — üblicherweise nach neun Uhr, in der Pitta-Zeit. Der Behandlungserfolg wird anhand der Anzahl der Stuhlgänge (Vegas) beurteilt: Zehn Vegas gelten als Minimum, zwanzig als mittleres Ergebnis und dreißig als Maximum; eine erfolgreich abgeschlossene Behandlung endet idealerweise mit der Ausscheidung von etwas Schleim (Kapha), was die vollständige Ausleitung des Pittas anzeigt. In der Nachsorgephase (Paschatkarma) ruht der Patient; Tagesschlaf und Rauchen sind zu vermeiden. Es folgt Samsarjana Krama, eine stufenweise Diätaufbaukur über etwa dreieinhalb Tage und sieben Mahlzeiten, die mit dünnen Suppen beginnt und schrittweise zur normalen Nahrung zurückführt.
Die ideale Jahreszeit für Virechana ist der Herbst (Sharad Ritu), in dem Pitta nach der Regenzeit durch die wieder erstarkende Sonneneinstrahlung natürlicherweise erhöht ist und die Ausleitung besonders wirksam gestaltet werden kann.
Zu den Indikationen zählen Pitta-bedingte Erkrankungen wie chronisches Fieber, Gelbsucht (Kamala), Hauterkrankungen (Kushtha), Hämorrhoiden, Fisteln, Diabetes (Prameha), chronische Augenleiden, Gicht (Vatarakta) und gynäkologische Beschwerden. Kontraindiziert ist das Verfahren bei Schwangeren, sehr alten oder sehr geschwächten Personen, bei akutem Fieber, bei Verletzungen des Rektums, bei Durchfall sowie unmittelbar nach einer Basti-Behandlung.
Zu den gebräuchlichen Purgativa gehören Trivrit (Operculina turpethum), das als das wirksamste einfache Abführmittel gilt, Triphala als milde und nährende Kombination, Eranda Taila (Rizinusöl) für milde Purgationen (Mridu Virechana), Aragvadha (Cassia fistula) als sanftes Laxans sowie Danti und Snuhi für drastischere Anwendungen. Bei Personen mit ausgeprägter Vata-Konstitution oder hartem Darm (Krura Kosta) kann die Purgationsarznei bisweilen ohne abführende Wirkung verdaut werden; in solchen Fällen wird empfohlen, vor der Purgation einen vorbereitenden Basti-Einlauf zu verabreichen, um Blockaden zu lösen.
Weiterführend sind die Einträge Panchakarma, Pitta, Rakta, Snehana, Swedana, Samsarjana Krama sowie Agni.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


