
Virya
Virya (vīrya; auch Potenz, Wirkkraft)
Virya bezeichnet in der ayurvedischen Pharmakologie und Ernährungslehre die Energie oder Kraft einer Substanz, durch die deren therapeutische Wirkung ermöglicht wird. Sie gilt als einer der wichtigsten Faktoren bei der Bestimmung, wie ein Arzneimittel oder Nahrungsmittel auf den Körper wirkt, da ohne Virya keine Wirkung zustande kommen kann.
Virya wird definiert als jene Wirkung, die eine Substanz vom Zeitpunkt ihrer Aufnahme bis zu ihrer Ausscheidung entfaltet. Während Rasa (Geschmack) unmittelbar bei Kontakt mit der Zunge wahrgenommen wird, stellt Virya die aktive Energie dar, die während der Verarbeitung im Körper die eigentliche Arbeit des Heilmittels verrichtet.
Hinsichtlich der Klassifikation von Virya werden zwei Auffassungen unterschieden. Die verbreitetste Sichtweise geht von einer zweifachen Virya aus, basierend auf den grundlegenden Kräften des Universums: Shita (kalt, kühlend) und Ushna (heiß, erhitzend), die den entgegengesetzten Kräften von Soma (Mond/Wasser) und Agni (Feuer) entsprechen. Manche Traditionen unterscheiden hingegen acht Arten von Virya, die als die bedeutsamsten der zwanzig Grundqualitäten (Gunas) gelten: Guru (schwer) und Laghu (leicht), Snigdha (ölig) und Ruksha (trocken), Shita (kalt) und Ushna (heiß) sowie Mridu (weich) und Tikshna (scharf, durchdringend).
Im Allgemeinen entspricht die Virya einer Substanz ihrem ursprünglichen Geschmack, wobei es bemerkenswerte Ausnahmen gibt. Substanzen mit den Geschmacksrichtungen Madhura (süß), Tikta (bitter) und Kashaya (adstringierend) besitzen in der Regel eine kühlende Virya und werden typischerweise zur Beruhigung von Pitta-Störungen eingesetzt. Substanzen mit den Geschmacksrichtungen Amla (sauer), Lavana (salzig) und Katu (scharf) besitzen in der Regel eine erhitzende Virya und werden häufig zum Ausgleich von Vata und Kapha verwendet. Bestimmte Substanzen folgen diesen Regeln jedoch nicht: Während die meisten sauren Substanzen erhitzend wirken, besitzt die Amalaki-Frucht etwa einen sauren Geschmack bei gleichzeitig kühlender Virya. Ebenso werden Shunthi (getrockneter Ingwer) und Pippali (langer Pfeffer) häufig als Ausnahmen unter den scharfen Substanzen angeführt.
In der ayurvedischen Hierarchie der Qualitäten gilt Prabhava (besondere Wirkkraft) als die stärkste Einflussgröße, gefolgt von Virya, dann Vipaka (Wirkung nach der Verdauung) und schließlich Rasa. Sind zwei entgegengesetzte Qualitäten in gleicher Stärke vorhanden, überwiegt Virya typischerweise gegenüber Rasa und Vipaka in seiner spezifischen Wirkung.
Klinisch ermöglicht die Kenntnis der Virya, den Eigenschaften eines gestörten Doshas entgegenzuwirken; so wird etwa die heiße, schwere und ölige Virya von Ölen genutzt, um der kalten, leichten und rauen Natur von Vata zu begegnen. Die Kombination von Substanzen mit entgegengesetzter Virya — etwa die gemeinsame Einnahme heißer (Ushna) und kalter (Shita) Substanzen — gilt als eine Form des Antagonismus (Viruddha), der zu gesundheitlichen Komplikationen führen kann.
Siehe auch die Einträge Vata, Pitta und Agni.
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Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


