
Vishesh
Vishesh (viśeṣa; auch Visheshya, Vishesha)
Vishesh bezeichnet im klassischen Ayurveda das Prinzip der Unähnlichkeit, Unterschiedlichkeit oder Spezifizität. Es gilt als eines der grundlegenden Konzepte sowohl der philosophischen Erkenntnislehre als auch der klinischen Praxis und steht in unmittelbarer Beziehung zu seinem Gegenbegriff sāmānya (Ähnlichkeit, Gleichartigkeit).
Etymologisch entstammt viśeṣa der Sanskrit-Wurzel viś in Verbindung mit dem Präfix vi- und bezeichnet das Besondere, das Unterschiedliche, das Spezifische gegenüber dem Allgemeinen.
Das bedeutsamste Anwendungsfeld von Vishesh liegt im Prinzip der therapeutischen Regulation der doṣas. Die klassische ayurvedische Lehre formuliert den Zusammenhang zwischen sāmānya und viśeṣa als grundlegendes Behandlungsprinzip: Gleichartigkeit ist stets die Ursache von Zunahme, Unähnlichkeit stets die Ursache von Abnahme. In der klinischen Praxis bedeutet dies, dass ein erhöhtes doṣa durch Substanzen, Diäten und Verhaltensweisen behandelt wird, die ihm in ihren Qualitäten entgegengesetzt sind. Ist etwa vāta durch Trockenheit und Kälte aggraviert, schreibt das Prinzip des viśeṣa die Anwendung von öligen (snigdha) und wärmenden Substanzen vor.
Darüber hinaus ist viśeṣa eine der sechs Kategorien der Existenz (ṣaṭ padārthāḥ), die der Ayurveda aus der Vaiśeṣika-Schule der indischen Philosophie übernimmt. Diese sechs Kategorien — Substanz, Eigenschaft, Handlung, Inherenz, Ähnlichkeit und Unähnlichkeit — bilden den erkenntnistheoretischen Rahmen, innerhalb dessen die Wechselwirkung von Heilmitteln und Therapien mit dem menschlichen Organismus systematisch beschrieben wird.
Im Bereich der ayurvedischen Pharmakologie (dravyaguṇa) steht viśeṣa in engem Zusammenhang mit dem Begriff prabhāva, der die spezifische oder besondere Wirkung einer Substanz bezeichnet. Während viele Heilmittel in ihrer Wirkung aus Geschmack (rasa), Wirkpotenz (vīrya) und postdigestiver Wirkung (vipāka) erklärt werden können, zeigen manche Substanzen eine eigentümliche, mit diesen allgemeinen Kategorien nicht vollständig erklärbare Wirkung. Diese als acintya (unbegreiflich) bezeichnete spezifische Kraft wird als Ausdruck des viśeṣa der jeweiligen Substanz verstanden.
In der Diätetik (āhāra) begegnet der Begriff in mehreren Zusammensetzungen. Bhakṣya viśeṣa bezeichnet besondere Varietäten von Speisen oder Backwaren wie polikā oder karpūranālikā. Viśiṣṭa pāka verweist auf spezielle Zubereitungs- oder Verarbeitungsmethoden. Das Konzept vicitra pratyārabdha beschreibt eine Sonderkategorie von Substanzen oder Speisen, bei denen die kombinierte Wirkung von den Einzeleigenschaften der Bestandteile abweicht — etwa wenn zwei an sich schwere Substanzen wie Weizen und Gerste unterschiedliche Wirkungen auf vāta entfalten.
In der klinischen Diagnostik bezeichnet vyādhi viśeṣa die spezifische Ausprägung oder die besondere Verlaufsform einer Erkrankung, deren genaue Kenntnis die Grundlage für die Wahl einer gezielten Behandlung bildet. In medizinischen Lehr- und Disputationskontexten (vāda) dient viśeṣa als terminologisches Instrument zur Unterscheidung verschiedener Positionen und zur Benennung der spezifischen Merkmale eines Krankheitsbildes.
Vishesh gehört zur Tradition des klassischen Ayurveda und ist zugleich in der indischen Philosophieschule des Vaiśeṣika verwurzelt; es ist damit ein Begriff, der mehreren Systemen angehört.
In Zusammenhang stehen die Einträge Samanya, Vata, Prabhava und Tridosha.
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Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


