
Thai Massage Lexikon
Beckengürtel

Beckengürtel (Pelvis; auch Becken, pelvic girdle, pelvis)
Der Beckengürtel (Pelvis) bildet im Nuad Boran (nuad borān) einen zentralen anatomischen Bereich, der die Verbindung zwischen Rumpf und unteren Extremitäten herstellt und gleichzeitig als Orientierungspunkt für den Verlauf mehrerer Sen-Linien (sen), als Zielgebiet für spezifische Drucktechniken und als funktionaler Stabilisierungsanker bei assistierten Dehnungen dient. Da der Bereich um den Nabel in der Tradition des Nuad Boran als Ursprung aller Sen-Linien gilt, wird die Vorbereitung des Beckens als essenziell für den freien Energiefluss in die Beine betrachtet.
Mehrere Hauptlinien stehen in direktem Bezug zum Beckengürtel. Sen Sahatsarangsi und Sen Tawaree verlaufen direkt durch den Beckengürtel, bevor sie über den Brustkorb zu den Augen ziehen. Sen Itha und Sen Pingala verlaufen entlang der Oberkante des Beckenkamms. Die erste Rückenlinie beginnt am Iliosakralgelenk, die zweite am oberen Rand des Darmbeins und die dritte am Beckenkamm.
Für die Druckbehandlung am Beckengürtel beschreiben die Quellen mehrere Techniken. Der Psoasmuskel ist zugänglich, indem der Therapeut der inneren Kurve des Beckens folgt und mit der Blatthand (bladed hand) oder den Fingerspitzen tief in den Bereich unmittelbar innerhalb des Beckengürtels drückt. Entlang des Beckenkamms werden Akupressurpunkte mit Daumendruck (nuad nieu) bearbeitet, wobei die Bewegung von außen zur Körpermitte und zurück verläuft. Drei wichtige Punkte liegen direkt um den Femurkopf herum und werden in festgelegter Reihenfolge behandelt. Die Mobilisation des Iliosakralgelenks erfolgt durch rhythmisches Wiegen der Hüften (rock hips to relax), um gezielt Bewegung in das Becken zu bringen und Spannungen im unteren Rücken zu lösen.
Als Stabilisierungsanker bei assistierten Dehnungen ist die korrekte Beckenausrichtung von entscheidender Bedeutung. Bei Hamstring-Stretches oder dem Pflug (Halasana) muss das Becken flach auf der Unterlage bleiben, da ein Abheben der Hüfte auf der Gegenseite die Ausrichtung stört und den unteren Rücken belastet. Bei der Kobra (Bhujangasana) kniet der Therapeut auf dem Gesäß des Klienten, wobei die Knie etwa acht bis zehn Zentimeter oberhalb des Beckenkamms platziert werden, um das Becken zu fixieren und die Dehnung in der Brustwirbelsäule zu isolieren. In der Yoga-Massage kann ergänzend ein Block unter das Kreuzbein gelegt werden, um die Hüftbeuger passiv zu öffnen.
Traditionell wird angenommen, dass die Arbeit am Beckengürtel zur Behandlung von Instabilitäten im Beckenbereich, Schmerzen im Iliosakralgelenk, Ischiasbeschwerden und Problemen im unteren Rücken beiträgt.
Weiterführend sind die Einträge Beckenkamm (Crista iliaca), Kreuzbein (Sacrum), Iliopsoas (Musculus iliopsoas), Lendenwirbelsäule (Pars lumbalis) sowie Sen Sahatsarangsi und Sen Tawaree.
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


