
Thai Massage Lexikon
Beckenkamm

Beckenkamm (Crista iliaca; auch iliac crest)
Der Beckenkamm (Crista iliaca) bezeichnet den oberen tastbaren Rand des Darmbeins und bildet im Nuad Boran (nuad borān) einen der wichtigsten anatomischen Orientierungspunkte für die Arbeit an den Sen-Linien (sen), die Lokalisierung von Akupressurpunkten und die korrekte Körpermechanik des Therapeuten bei Dehnungen und Rückbeugen.
Als Verlaufs- und Übergangspunkt für Energielinien kommt dem Beckenkamm besondere Bedeutung zu. Die beiden Hauptlinien Itha und Pingala steigen entlang der Beine auf und verlaufen über die Oberseite des Beckenkamms, bevor sie in die erste Rückenlinie übergehen. Die dritte Rückenlinie hat ihren Ursprung unmittelbar am Beckenkamm und führt von dort neben der Lendenfaszie nach oben bis über das Schulterblatt.
An und um den Beckenkamm sind spezifische Akupressurpunkte lokalisiert. Einschlägigen Atlanten der Quellen zufolge liegt Punkt 8 direkt entlang des Beckenkamms, während die Punkte 4 bis 6 unmittelbar darunter angeordnet sind. Bei der Daumendrucktechnik (nuad nieu) an den Hüftpunkten arbeitet sich der Therapeut entlang des Beckenkamm-Rands von außen zur Körpermitte vor. Als grundlegendes technisches Prinzip gilt dabei, dass der Druck stets neben dem Knochen, niemals jedoch direkt auf dem Knochen selbst ausgeübt werden darf.
In den klassischen Behandlungssequenzen dient der Beckenkamm regelmäßig als Ausgangspunkt. Rückenmassagen, ob als Handflächendruck (nuad lam) oder als Daumendruck im ABCBA-Muster, beginnen üblicherweise auf Höhe des Beckenkamms und arbeiten sich von dort nach oben in Richtung Schulterblätter vor. Bei der Bauchmassage folgt der Therapeut mit den Fingern der inneren Kurve des Beckenkamms, um den Iliopsoas-Muskel zu erreichen und zu lockern.
Die präzise Kenntnis der Lage des Beckenkamms ist darüber hinaus für die Sicherheit des Klienten bei assistierten Rückbeugen unerlässlich. Bei der Kobra-Position muss der Therapeut seine Knie etwa sieben bis zehn Zentimeter oberhalb des Beckenkamms platzieren, um die Lendenwirbelsäule zu stabilisieren und eine übermäßige Hyperextension des unteren Rückens zu verhindern. Bei fortgeschrittenen Techniken wie dem Gehen auf dem Rücken (Back Walking) oder dem Schulterstand werden Knie oder Füße des Therapeuten auf der Gesäßmuskulatur knapp unterhalb des Beckenkamms positioniert, um dem Klienten die notwendige Stabilität zu geben.
Siehe auch die Einträge Sen Itha, Sen Pingala, Rückenbeugen (assistierte) sowie Kobra (Bhujangasana).
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


