
Thai Massage Lexikon
Lendenwirbelsäule

Lendenwirbelsäule (Pars lumbalis; auch LWS, lumbar spine, lower back)
Die Lendenwirbelsäule (Pars lumbalis) bildet im Nuad Boran (nuad borān) einen der therapeutisch bedeutsamsten und zugleich sicherheitskritischsten Behandlungsbereiche. Als unteres Wirbelsäulensegment, das aus fünf Lendenwirbeln besteht und das Körpergewicht des Rumpfes auf das Becken überträgt, ist es häufig Sitz chronischer Verspannungen und Schmerzen. Die therapeutischen Techniken zielen auf Dekompression, Mobilisation und Schmerzlinderung ab, während strikte Sicherheitsvorkehrungen eine Überlastung der Wirbelkörper verhindern.
In Bezug auf die Sen-Linien (sen) verläuft die erste Rückenlinie unmittelbar neben der Wirbelsäule, wobei die Übergänge bei den ersten und zweiten Lendenwirbeln (L1 bis L2) als besonders intensiv zu behandelnde Druckpunkte beschrieben werden. Die dritte Rückenlinie beginnt am Beckenkamm und verläuft entlang der Lendenfaszie und des Musculus iliocostalis lumborum nach oben. Für den unteren Rücken werden die Akupressurpunkte Back 8 bis Back 11 zur gezielten Behandlung empfohlen.
Für die direkte Behandlung der Lendenregion stehen mehrere Techniken zur Verfügung. Bei der Knie-in-Lumbar-Technik balanciert der Therapeut auf seinen Fußballen und drückt die Knie gezielt in den oberen und unteren Bereich des Musculus quadratus lumborum, während er die Arme des Klienten sanft nach hinten zieht. Die Dekompression des Übergangs L5 zu S1 wird mit einer oder beiden Handflächen ausgeführt, indem das Kreuzbein sanft nach unten gedrückt wird. Beim Rückenlift (back lift) greift der Therapeut unter den Klienten und zieht das Gewebe am unteren Rücken rhythmisch von der Mitte nach außen, um die Muskulatur zu entspannen, bevor ein vollständiger Lift versucht wird. In Seitenlage kann gezielter Ellbogendruck (sok) auf die Lendenmuskulatur ausgeübt werden. Das Side Back Walking, bei dem der Therapeut mit dem Fußrücken über der Wirbelsäule brückt, erlaubt eine großflächige Behandlung der Rückenstrecker in der Lendenregion.
Bei den assistierten Dehnungen betonen die Quellen einen häufig missverstandenen Grundsatz zur Kobra (Bhujangasana): Sie ist primär eine Dehnung für die Brustwirbelsäule und nicht für den unteren Rücken. Der Therapeut muss Knie oder Schienbeine so am Gesäß und oberhalb des Beckenkamms platzieren, dass eine Hyperextension und ein Einklemmen der Lendenwirbelsäule verhindert wird. Bei der Fisch-Pose (Matsyasana) werden die Zehen des Therapeuten so positioniert, dass sie die Lendenwirbelsäule sanft wölben und Traktion erzeugen. Wirbelsäulendrehungen in Rücken- oder Sitzlage mobilisieren die mit dem unteren Rücken verbundenen Muskeln. Vorbeugen wie der Pflug (Halasana) dehnen die Lendenmuskulatur intensiv, sind jedoch bei schwerwiegenden Wirbelsäulenverletzungen oder akuten Bandscheibenproblemen kontraindiziert.
Die Quellen heben einen ganzheitlichen Zusammenhang hervor: Eine intensive Behandlung der Füße und Beine hat einen erheblichen positiven Effekt auf den unteren Rücken, da Verspannungen in den Beinen häufig direkt in die Lendenregion ausstrahlen.
Als Sicherheitsprinzipien gelten folgende Grundsätze. Bei Beinstreckungen muss das inaktive Bein fixiert werden, um die korrekte Beckenausrichtung zu gewährleisten. Direkter Knochendruck auf die Lendenwirbel ist ausdrücklich kontraindiziert, insbesondere bei Techniken wie Back Walking oder Kobra. Bei der Arbeit entlang der dritten Rückenlinie darf kein direkter Druck auf die Nieren ausgeübt werden.
Vgl. die Einträge Brustwirbelsäule (Columna vertebralis thoracica), Kreuzbein (Sacrum), Beckenkamm (Crista iliaca), Rückenstrecker (Musculus erector spinae) sowie Sen (erste und dritte Rückenlinie).
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


