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Thai Massage Lexikon

Oberschenkelrückseite (Hamstrings)

Oberschenkelrückseite (Hamstrings)

Oberschenkelrückseite (Musculi ischiocrurales; auch Hamstrings, hintere Oberschenkelmuskulatur)

Die Oberschenkelrückseite (Musculi ischiocrurales), im Fachjargon häufig als Hamstrings bezeichnet, bildet im Nuad Boran (nuad borān) einen zentralen Bereich für die Arbeit an den hinteren Sen-Linien (sen) sowie für intensive assistierte Dehnungen. Als Teil der großen hinteren Körperkette wird sie anatomisch im Zusammenhang mit den Gesäßmuskeln und den Wadenmuskel betrachtet und erstreckt sich vom Sitzbeinhöcker bis zur Kniekehle und zum Unterschenkel.

Zwei der zehn Hauptlinien (Sip Sen) verlaufen direkt über die Oberschenkelrückseite. Die dritte innere Beinlinie von Sen Itha und Sen Pingala (i3) verläuft mittig über die Rückseite des Oberschenkels, beginnt an der Achillessehne, führt durch die Kniekehle und endet am Sitzbeinhöcker, dem Ansatz der Hamstrings. Die dritte äußere Beinlinie (o3) verläuft entlang der Außenkante der Hamstrings bis zur Gesäßfalte. Da die Kniekehle keine knöchernen Strukturen aufweist, können diese Linien den Quellen zufolge direkt durch das Gelenk hindurch bearbeitet werden.

Für die Druckbehandlung stehen mehrere Techniken zur Verfügung. Handballenpressungen (nuad lam) bilden die Grundtechnik, bei der der Therapeut vom Knie bis zum Gesäß und zurück arbeitet. Daumendruck (nuad nieu) wird gezielt entlang der Linie i3 eingesetzt, entweder an beiden Beinen gleichzeitig oder nacheinander. Wenn ein stärkerer Druckeffekt erwünscht ist, rollt der Therapeut mit dem Unterarm nahe dem Ellbogen über die Hamstrings. Für tiefere Gewebearbeit werden Ellbogenpressungen (sok) entlang der Linie i3 vom Knie bis zum Ansatz durchgeführt. Bei muskulösen Klienten beschreiben die Quellen die sogenannte Paddleboat-Technik, bei der der Therapeut die Hamstrings mit den Füßen abläuft, sowie gezielten Fersendruck zur Lösung tiefer Verspannungen.

Im Bereich der assistierten Dehnungen sind mehrere Positionen beschrieben. Beim klassischen Hamstring-Stretch wird das Knie des Klienten so nah wie möglich zur gleichseitigen Schulter geführt. Beim gestreckten Beinstretch (Supta Padangushtasana) wird das Bein in Richtung Kopf des Klienten gedehnt, wobei der Fuß in der optimalen Position die Höhe des Ohrs erreicht. Der Pflug (Halasana) dehnt die gesamte Körperrückseite einschließlich der Hamstrings und Wadenmuskulatur intensiv. Sitzende Vorbeugen wie Paschimottanasana oder die Vorbeuge mit weiten Beinen dehnen die Hamstrings entlang ihrer gesamten Länge. Die Figur-4-Dehnung, bei der ein Knöchel über das andere Knie gelegt wird, erlaubt es, die Hamstrings aus verschiedenen Winkeln zu erreichen. Beim Spezialgriff im Schmetterling kniet der Therapeut auf den Ansätzen der Hamstrings und drückt gleichzeitig die Füße des Klienten in Richtung Gesicht.

Als Sicherheitsprinzipien gelten folgende Grundsätze. Bei Hamstring-Dehnungen muss der Therapeut das nicht aktive Bein des Klienten mit Hand oder Fuß fixieren, um ein Anheben des Beckens zu verhindern und den unteren Rücken zu schützen. Das Ziel ist nicht die vollständige Kniestreckung, sondern die Dehnung des Muskelbauchs, um übermäßigen Stress hinter dem Knie zu vermeiden. Die tiefe Ausatmung des Klienten ist entscheidend, um den Muskeltonus zu senken und die Dehnung zu vertiefen. Bei Ischiasbeschwerden, Bandscheibenvorfällen oder akuten Rückenverletzungen sollten Dehnungen nur sehr vorsichtig oder gar nicht durchgeführt werden.

Siehe auch die Einträge Sen Itha, Sen Pingala, Quadrizeps (Musculus quadriceps femoris) sowie Schmetterlingsstellung (Schritt 66).

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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