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Thai Massage Lexikon

Schulterblatt (Scapula)

Schulterblatt (Scapula)

Schulterblatt (Scapula; auch Schulterblatt, scapula)

Das Schulterblatt (Scapula) bildet im Nuad Boran (nuad borān) einen zentralen anatomischen Bezugspunkt für den Verlauf mehrerer Sen-Linien (sen), für Mobilisations- und Dehntechniken der Schulterregion sowie für die korrekte Ausführung von Druck- und Perkussionstechniken im oberen Rückenbereich. Die Region um das Schulterblatt gilt in der Praxis als häufiger Sitz starker muskulärer Verspannungen und bedarf entsprechend differenzierter Behandlungsansätze.

Mehrere wichtige Energielinien stehen in direktem Bezug zum Schulterblatt. Die äußere Armlinie (o1) verläuft über die Rückseite des Arms und endet am äußeren Rand des Schulterblatts. Die dritte Rückenlinie beginnt am Beckenkamm und endet oberhalb des Schulterblatts. Die Kalatharee-Linie wird mit der Spina scapulae (dem Schulterblattgräten-Knochen) in Verbindung gebracht und verläuft im Rückenbereich entlang der zweiten Linie, leicht lateral zu Itha und Pingala.

Für die Mobilisation und Dehnung der Schulterregion beschreiben die Quellen mehrere spezifische Techniken. Bei assistierten Rückbeugen wie der Kobra führt der Therapeut eine Außenrotation der Schultern durch, die in einigen Schulen anschaulich als Gasgeben beim Motorrad bezeichnet wird, um die Schulterblätter zusammenzuführen und den Brustkorb sicher zu öffnen. Bei der Sandwich-Technik in Seitenlage wird die Schulter zwischen einer Hand auf dem Schulterblatt und einer Hand auf der Schulter-Vorderseite eingeklemmt, um kontrollierte Rotationsbewegungen durchzuführen. Beim Scapula-Roll platziert der Therapeut eine Handkante hinter das Schulterblatt und zieht die Schulter nach oben, sodass das Schulterblatt über die Handkante rollt, was die Deltamuskulatur und die Brustmuskulatur dehnt. Beim sitzenden Rückenlift (Back Lift) platziert der Therapeut seine Knie direkt unter den Schulterblättern des Klienten, um beim Anheben der Arme eine sichere und gezielte Wölbung der Brustwirbelsäule zu erzeugen.

Für die gezielte Muskelarbeit um das Schulterblatt stehen verschiedene Techniken zur Verfügung. Wenn der Arm des Klienten hinter dem Rücken liegt, öffnet sich das Schulterblatt und gibt Zugang zu den Rhomboid-Muskeln unterhalb des Knochens, in die der Therapeut mit tiefem Daumendruck (nuad nieu) einarbeiten kann. In spezialisierten Schulter-Nacken-Routinen wird ein sogenanntes M-Muster für Daumendrucktechniken direkt um das Schulterblatt angewendet. Der Thai-Chop, eine Perkussionstechnik mit der Handkante, findet Anwendung zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule, wobei der Knochen selbst strikt ausgespart wird. Als ergänzende Eigenbehandlung beschreiben die Quellen das Platzieren eines Tennisballs zwischen Schulterblatt und Wirbelsäule, um durch das Eigengewicht des Klienten hartnäckige Muskelverhärtungen zu lösen.

Für alle genannten Techniken gelten verbindliche Sicherheitsprinzipien. Druck darf bei keiner Technik, ob durch Handballen, Daumen, Ellbogen oder Füße, direkt auf den Knochen des Schulterblatts ausgeübt werden. Palm-Press-Sequenzen am Rücken enden grundsätzlich auf Höhe der Schulterblätter, da Druck in Richtung des siebten Halswirbels oder des Nackens die Halswirbelsäule belasten kann. Beim Arbeiten auf den Schultern ist besondere Vorsicht geboten, um das Acromion (die knöcherne Schulterhöhe) nicht direkt zu belasten.

Vgl. die Einträge Beckenkamm (Crista iliaca), Sen Kalatharee, Rückbeugen (assistierte) sowie Kobra (Bhujangasana).

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Anne Wuchold

Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.

 

Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.

Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.

In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.

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