
Thai Massage Lexikon
Trapezmuskel

Trapezmuskel (Musculus trapezius; auch Trapez, trapezius)
Der Trapezmuskel (Musculus trapezius) gehört im Nuad Boran (nuad borān) zu den am häufigsten behandelten Strukturen des Oberkörpers. Als großer, oberflächlich gelegener Muskel, der vom Hinterhaupt über die Halswirbelsäule bis zu den Schulterblättern und zur Brustwirbelsäule reicht, ist er insbesondere bei Klienten mit sitzenden Tätigkeiten ein typischer Sitz chronischer Verspannungen. Seine Behandlung ist oft Bestandteil von Routinen zur Linderung von Nacken- und Schulterbeschwerden sowie spannungsbedingten Kopfschmerzen.
Für die Druckbehandlung stehen mehrere Techniken zur Verfügung. Daumen- und Fingerdrucktechniken (nuad nieu) werden mit kreisenden Bewegungen oder gezieltem Punktdruck ausgeführt, wobei der Therapeut von der Schulter (Deltoideus) über die Oberseite der Schulterblätter bis zum Nackenansatz und zur Schädelbasis vorarbeitet. In Rückenlage kann der Therapeut die Finger unter den Körper des Klienten schieben und den Trapezmuskel von unten bearbeiten, wobei die Schwerkraft des Klienten den benötigten Gegendruck erzeugt. Bei ausgeprägter Muskelfestigkeit kommen Ellbogenpressungen (sok) oder ein sogenannter Elbow Walk zum Einsatz, um tiefere Gewebeschichten zu erreichen. Als weitere Druckvariante beschreiben die Quellen das Rollen des Trapezmuskels (rolling the trapezius) sowie eine Nudelholz-Technik (rolling pin), bei der der Unterarm des Therapeuten über die Muskeloberseite rollt.
Zu den Zug- und Dehntechniken zählt der Trapez-Zug, bei dem der Therapeut den Muskel mit den Fingerspitzen sanft nach hinten zieht, während der Kopf des Klienten entspannt hängt. Bei der kombinierten Nackendehnung drückt der Therapeut mit einem Unterarm den Muskel und die Schulter nach unten, während die andere Hand den Kopf des Klienten sanft zur gegenüberliegenden Seite neigt, um eine intensive seitliche Dehnung des Trapezmuskels zu erzeugen. Als weitere Kombinationstechnik hebt der Therapeut den Ellbogen des Klienten an und übt gleichzeitig mit dem eigenen Ellbogen Druck auf den Trapezmuskel aus, um Dehnung und Tiefendruck zu verbinden.
Zur Perkussion und Entspannung wird der Thai-Chop regelmäßig auf dem Trapezmuskel eingesetzt. Der Therapeut beginnt dabei an der Außenkante der Schulter und arbeitet sich rhythmisch in Richtung Wirbelsäule vor. Bei assistierten Dehnungen in sitzender Position, etwa beim Übergang in die Fisch-Pose oder beim Aufrichten aus Vorbeugen, dient der Griff an den Trapezmuskel zudem als Führungs- und Stütztechnik, um den Oberkörper des Klienten sicher zu leiten.
Bei der Behandlung des Trapezmuskels gelten mehrere Sicherheitsprinzipien. Die seitlich am Hals gelegenen Scalenus-Muskeln sind empfindliche Strukturen, die bei der Arbeit am Trapezmuskel nicht in den Griff einbezogen werden dürfen. Druck darf niemals direkt auf die Wirbelsäule oder das Acromion (den knöchernen Schulterdachfortsatz) ausgeübt werden. Da der Nacken-Schulter-Bereich häufig ausgeprägte Steifigkeit aufweist, empfehlen die Quellen eine langsame Intensitätssteigerung, um eine Überreizung zu vermeiden.
Siehe auch die Einträge Rhomboiden (Musculi rhomboidei), Schulterblatt (Scapula), Sok (Ellbogentechnik) sowie Thai-Chop (Perkussionstechnik).
ayur yoga massage · Thai-Massage · Shiatsu · Ausbilderin
Anne Wuchold
Anne ist seit 15 Jahren Yoga- Thaimassage und Shiatsu- Therapeutin.
Sie lebte 10 Jahren in Indien, die letzten 5 Jahre in Ägypten, arbeitet weltweit als Körpertherapeutin an Land und im Wasser - Yogalehrerin und Freedive-Instructor, leitet Ausbildungen in Deutschland, begleitet Spirituelle Yoga Reisen durch Indien und Blauer Lotus und heilige Tempel Reise in Ägypten und managed ihr Retreat-Center auf Sardinien.
Als gelernte Schauspielerin vereint sie Heilung, Humor und Leichtigkeit sowie präzise Technik in ihren Ausbildungen. Seit über 10 Jahren ist sie in der Pflanzenmedizin aus verschiedenen Traditionen geschult und hat 2007 Yogatherapie in Kerala studiert.
In Chiang Mai, Thailand, lernte sie von Thaimassage-Meistern mit denen sie heute zusammenarbeitet und deren Wissen weltweit weitergeben darf.


